Wichtigste Wochen der Saison

OVB
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Eislöwe Jan Loboda hofft auf ein erfolgreiches Wochenende.

Waldkraiburg - Noch 14-mal bittet die Vorrunde der Eishockey-Bayernliga zum heißen Tanz auf dem Eis. Heute empfangen die Eislöwen Bayreuth.

Für den Aufsteiger EHC Waldkraiburg, der noch immer sensationell auf einem der begehrten ersten acht Tabellenplätze liegt, geht es in die anstehenden wichtigen Wochen im Kampf um den Klassenerhalt.

Im Dezember nämlich werden meistens die Vorentscheidungen getroffen - wer im letzten Monat des Jahres punktet, darf sich berechtigte Hoffnungen machen, den Klassenerhalt vorzeitig unter Dach und Fach zu haben. Am Freitag empfangen die "Löwen" den EHC Bayreuth (Beginn: 19:45 Uhr), am Sonntag geht es zum Derby nach Dorfen (17 Uhr).

Gerade rechtzeitig scheinen die Industriestädter um Kapitän Peter Richter wieder etwas für ihr Selbstvertrauen getan zu haben. Zwar unterlagen sie zuletzt dem Tabellenführer aus Schweinfurt mit 3:4 - die Niederlage stand jedoch erst nach Penaltyschießen fest. Die "Löwen" konnten somit erstmals nach zuvor sechs Pleiten am Stück wieder einen Punkt holen.

Nach dem letzten Hammerprogramm mit Schweinfurt, Weiden und zweimal gegen Meister Sonthofen sollten sie sich anschicken, am Freitagabend auch gegen den Tabellendritten Bayreuth etwas mitzunehmen. Am ersten Spieltag verlor man zwar mit 1:4 in der Wagnerstadt, doch spiegelte das Resultat nicht wirklich den Spielverlauf wider und jetzt spielen die "Löwen" zuhause. Außerdem sind die Punkte, die man im Dezember holt, mit die wichtigsten der gesamten Spielzeit, wie Trainer und Spieler wissen.

Im Dezember trennt sich meist die Spreu vom Weizen: Wer sich bis hier gut verkauft hat und dann auch im letzten Monat des Jahres erfolgreich bleibt, kann sich wenigstens etwas sicherer fühlen, was den vorzeitigen Klassenerhalt angeht.

Der EHC Waldkraiburg hat die gegenteilige Erfahrung bereits gemacht: In der Spielzeit 2008/2009 holte man als amtierender Meister aus sechs Spielen nur einen Sieg - am Ende wurde man Zehnter und meisterte die Abstiegsrunde. Ein Jahr später holten die Industriestädter aus sieben Spielen nur einen Sieg, wurde nach der Vorrunde Elfter und stiegen sogar ab. Punkte im Dezember holen, das ist das selten ausgesprochene Geheimnis im bayerischen Eishockeyoberhaus.

Gegen die "Tigers" vom EHC Bayreuth wird das jedoch wie so oft sehr schwer: In den letzten zehn Spielen hat die Mannschaft von Knut Pleger siebenmal gewonnen. Nur gegen Weiden, Schweinfurt und Sonthofen hatte der letztjährige Zweite der Vorrunde das Nachsehen. Dass das keine Laufkundschaft ist, sollte bekannt sein.

Anders als in den letzten beiden Jahren, als man zweimal in die Abstiegsrunde und einmal sogar eine Stufe tiefer, in die Play-downs musste, ist auch der ESC Dorfen keine Laufkundschaft. Im Derby herrschen ohnehin andere Gesetze und Tabellenplätze werden zur Nebensache.

Doch sind die "Eispiraten" in diesem Jahr auffällig stark, mit einem Punkt weniger als die "Löwen" liegt der Landkreisnachbar mit 25 Zählern noch auf dem neunten Tabellenplatz. Bei den derzeitigen Abständen im BayernligaTableau hat das aber nichts zu bedeuten. Mitverantwortlich für den Aufschwung beim ESC Dorfen, der 2008/2009 sogar im Halbfinale stand, sind Kontingentspieler Chad Anderson und Trainer John Samanski, der den nach Waldkraiburg gewechselten Jan Smolko beerbte. Samanski und die Dorfener Verantwortlichen hatten offensichtlich ein gutes Gefühl bei der Kaderzusammenstellung und ein besonders gutes beim einzig erlaubten Profi. Anderson ist im Augenblick Top-Scorer der Bayernliga, in 16 Spielen erzielte der 25-jährige Kanadier 16 Tore und legte weitere 21 Treffer auf.

Eine ganz harte Aufgabe für EHC-Verteidiger und Kapitän Richter mit Defensivkollege Jan Loboda und Co. Im Hinspiel gewannen die Waldkraiburger knapp mit 4:2, doch das Rückspiel im Dr.Rudolph-Stadion zu Dorfen wird sicher schwerer werden, da die Truppe der "Eispiraten" inzwischen noch besser eingespielt ist, zuletzt bezwang man sogar Meister Sonthofen mit 4:1. Eine gute Einstimmung ihrerseits, auf die wichtigen Wochen im Dezember in der Eishockey-Bayernliga.

göß/Waldkraiburger Nachrichten

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