Steelers verzichten auf  "Abenteuer DEL"

Bietigheim-Bissingen - Trotz der sportlichen Qualifikation als Zweitliga-Meister verzichtet der SC Bietigheim auf den Aufstieg in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL). Der Grund: Zu wenig Geld, zu wenig Zeit, zu wenig Platz.

Die Steelers hätten ihren Antrag auf eine Lizenz für die höchste Spielklasse zurückgezogen, teilte der Verein mit. “Die aktuelle wirtschaftliche Situation sowie die kurze Vorbereitungszeit machten es den Verantwortlichen unmöglich, eine tragfähige längerfristige Finanzierung des Abenteuers DEL aufzustellen“, hieß es weiter. Schon auf der Meisterfeier hatte Präsident Hans-Günther Neumann betont: “Wir werden nicht in die DEL gehen, um die Steelers dort zu begraben.“

Zudem machte die Hallenfrage den Bietigheimern einen Strich durch die Rechnung. Weil die eigene Eisarena Ellental den Anforderungen der DEL bei weitem nicht genügt, sollte das Team von Trainer Christian Brittig eine Reihe von Heimpartien in der Stuttgarter Porsche-Arena austragen. Dies war aber nicht in ausreichendem Maß möglich. “Im nahezu ausgebuchten Terminplan der Arena hätte es nur Platz für knapp sechs Heimspiele in den Winterwochen gegeben“, sagte Steelers- Sprecher Oliver Mayer. Für eine Ausnahmegenehmigung durch die DEL wäre das wohl zu wenig gewesen.

Außerdem gelang es den Schwaben nach dem Ende April feststehenden Playoff-Finalsieg nicht, den Etat innerhalb weniger Wochen auf die nötigen mehr als vier Millionen Euro zu erhöhen und eine Bürgschaft für die DEL-Lizenz in Höhe von 800 000 Euro zu hinterlegen. Laut Medienberichten soll Hauptsponsor Porsche ein höheres Engagement aufgrund seiner wirtschaftlichen Probleme abgelehnt haben.

“Die Finanzierung war aber nicht hundertprozentig abhängig von Porsche“, betonte Steelers-Sprecher Mayer. “Aufgrund der Wirtschaftskrise ließ sich kein Sponsor dazu bringen, sich auf mehrere Jahre an uns zu binden. Diese Sicherheit hätten wir aber gebraucht.“ Die Entscheidung gegen die DEL sei eine “zwischen Herz und Verstand, bei der letzten Endes die Vernunft gesiegt hat“.

dpa

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