Direkte Duelle

Abstiegskampf spitzt sich zu

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Mit dem HSV mittendrin: René Adler.

Frankfurt/Main - Die einen greifen nach dem vielleicht letzten Strohhalm, die anderen können sich endlich Ruhe verschaffen: Der Abstiegskampf spitzt sich am Wochenende in mehreren direkten Duellen zu.

Die Zeit rinnt dahin, die Abstiegsangst wird immer größer - und so langsam liegen auch die Nerven blank. Wenn am 25. Spieltag der Fußball-Bundesliga sechs Krisenklubs in direkten Duellen aufeinander treffen, spitzt sich die Situation im intensiven Kampf um den Klassenerhalt nochmals zu. Während die einen endlich klare Verhältnisse schaffen wollen, sehnen die anderen den bitter benötigten Befreiungsschlag herbei.

Eine „existenzielle Krise“ nennt beispielsweise der ehemalige Nationaltorwart Rene Adler die Situation beim wankenden Bundesliga-Dino Hamburger SV (Tabellen-16./20 Punkte). „Wir Profis spielen um die Arbeitsplätze von vielen“, sagte der 29-Jährige dem Fachmagazin kicker.

Ein Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg (14./23) ist daher in doppelter Hinsicht notwendig: Zum einen würde ein Sieg die in der Rückrunde starken Franken wieder tiefer in den Abstiegssumpf ziehen, zum anderen könnte der HSV dann selbst (zumindest für eine Woche) in Ruhe arbeiten. „Ich bin mit jeder Faser meines Körpers davon überzeugt“, betonte Adler, „dass wir es ohne den Umweg Relegation schaffen.“

Zuversicht herrscht trotz der brenzligen Lage auch 635 Kilometer südlich der Hansestadt. „Ein Abstieg ist bei uns der bad case, aber nicht der worst case“, erklärte Fritz Keller, Präsident des ebenfalls akut abstiegsbedrohten SC Freiburg (17./19). Keller, der für die von Trainer Christian Streich erhobenen Verschwörungstheorien wenig Verständnis aufgebracht hatte, stellte in der Bild-Zeitung aber sofort klar: „Wir steigen nicht ab!“

Die Breisgauer, die nach der überstandenen Dreifachbelastung durch Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League endlich den zweiten Sieg der Rückrunde verbuchen wollen, stehen vor den Wochen der Wahrheit. Dem Spiel bei Eintracht Frankfurt (13./26) folgen fünf weitere Partien gegen direkte Konkurrenten. „Die Großen haben wir hinter uns, wir holen die nötigen Punkte“, sagte Keller forsch.

Diese Überzeugung, diese Sicherheit fordert auch Huub Stevens, neuer Trainer des VfB Stuttgart, von seinen Spielern. Vor allem aber von sich selbst. Im Abstiegskampf gehe es vor allem darum, „dass man in kurzer Zeit alle Beteiligten hinter sich bringt“, sagte Stevens. Insbesondere dann, wenn der nächste Gegner Werder Bremen (11./28) heißt, seit vier Spielen ungeschlagen ist und die vergangenen zwei Partien gegen unmittelbare Konkurrenten gewonnen hat. „Ich werde für unser Ziel alles geben. Nicht 100, sondern 120 Prozent“, versicherte Stevens.

Von den drei Mannschaften, die sich in einer verhältnismäßig komfortablen Situation befinden, könnten mit einem Sieg wohl nur die Bremer den Klassenerhalt bereits sichern. Satte elf Punkte betrüge der Vorsprung auf den Relegationsplatz im Idealfall. Für Frankfurt und Nürnberg geht es hingegen „nur“ um ein bisschen Ruhe.

„Ich will jetzt nicht von einem Endspiel reden“, sagte Eintracht-Trainer Armin Veh, „aber es ist ein sehr, sehr wichtiges Spiel.“ Niemand dürfe in dieser Phase der Saison einschlafen, niemand dürfe auch nur eine Sekunde nachlassen. Niemand.

sid

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