Ägypten legt Protest gegen Rote Karte ein

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Was für eine Glanzparade von Ahmed Al Muhamadi! Leider ist er Feldspieler und darf das so nicht.

Bloemfontein  - Der Ägyptische Verband hat nach der 3:4-Niederlage gegen Brasilien Einspruch gegen die Rote Karte für Mohamed Al Muhamadi und die Elfmeterentscheidung durch Howard Webb eingelegt.

“Wir haben den Protest erhalten und werden die Angelegenheit prüfen“, sagte FIFA -Sprecher Nicolas Maingot am Dienstag in Johannesburg . Nähere Details wollte der Fußball-Weltverband wegen des laufenden Verfahrens nicht mitteilen. Webb hatte am Montag beim Confederations Cup in der Nachspielzeit erst nach Hinweis des vierten Offiziellen Matthew Breeze auf Platzverweis gegen Al Muhamadi und Strafstoß entschieden. Kaká nutzte den Elfmeter zum Siegtreffer für Brasilien in Bloemfontein .

Nach Ansicht der Ägypter kam der Hinweis des Australiers Breeze erst, nachdem dieser das Handspiel Al Muhamadis auf der Torlinie auf einem Bildschirm am Rande des Spielfeldes gesehen hatte. Der Engländer Webb hatte zuvor auf Eckball für Brasilien entscheiden wollen. “Seit wann gibt es einen Elfmeter aufgrund von TV-Bildern“, begründete der ägyptische Co-Trainer Shawki Gharib den Protest. Realistische Aussicht auf Erfolg hat der Einspruch gegen die Webb- Entscheidung allerdings nicht. Breeze wurde von der FIFA am Dienstag zum Hauptschiedsrichter für die Partie zwischen Spanien und Irak (Mittwoch/Bloemfontein) ernannt.

Eine angebliche Boykott-Drohung der Ägypter für die nächste Partie gegen Weltmeister Italien am Donnerstag in Johannesburg ist mit dem Einspruch offenbar nicht verknüpft. “Darüber ist uns nichts bekannt“, sagte Maingot. In Ägypten sind Einsprüche gegen Spielwertungen in der nationalen Liga an der Tagesordnung, um Schiedsrichter für folgende Spiele einzuschüchtern.

Entscheidungen nach Video-Beweis sind nach den FIFA -Statuten nicht erlaubt. Eine ähnliche Kontroverse hatte es nach der Roten Karte gegen Frankreichs Zinedine Zidane im WM -Endspiel 2006 gegen Italien gegeben. Auch damals war der Platzverweis erst nach Intervention des vierten Offiziellen ausgesprochen worden, der den Kopfstoß Zidanes am Spielfeldrand eventuell auf einem TV-Gerät oder über die Stadionleinwand wahrgenommen hatte.

dpa

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