Hummels wieder fit

Ancelotti skeptisch: "Nicht 100 Prozent Energie"

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Coach Carlo Ancelotti fürchtet bei den Bayern-Profis einen Abfall der Energie. Foto: Marius Becker

Wie lange brauchen die Bayern diesmal für eine Entscheidung? Nach den jüngsten Machtdemonstrationen wollen sich die Münchner auch vom heimstarken 1. FC Köln nicht bremsen lassen. Einen Auftritt wie gegen Schalke erwartet der Trainer keineswegs.

München (dpa) - Den Kölner Dom kennt Carlo Ancelotti noch nicht. Zwar war der Trainer des FC Bayern vor 35 Jahren schon einmal in der Rhein-Metropole, aber für Sightseeing blieb bei der UEFA-Cup-Partie seines AS Rom gegen den 1. FC Köln keine Zeit.

"Ich war 1982 in Köln. Es war ein sehr schwieriges Spiel, wir haben 0:1 verloren, aber zu Hause haben wir 2:0 gewonnen", erinnerte sich der Italiener vor dem Bundesliga-Spiel am Samstag (15.30 Uhr) an den Besuch von einst. Nach den jüngsten Machtdemonstrationen gegen den Hamburger SV (8:0) und im Pokal gegen den FC Schalke (3:0) will Ancelotti diesmal erst recht mit einem Sieg aus der Domstadt heimreisen.

Mitten in Englischen Wochen mit dem nahenden Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League beim FC Arsenal erwartet Ancelotti in Köln keinen Turbostart und keine schnelle Entscheidung wie gegen Schalke. "Ich denke, wir haben am Samstag nicht 100 Prozent Energie. Vielleicht können wir nicht so aggressiv sein", sagte Ancelotti. Mit dem zuletzt angeschlagen Mats Hummels kann er für Samstag planen. Wie erstmals auch wieder Jérôme Boateng absolvierte der Verteidiger am Freitag das komplette Abschlusstraining. Torhüter Manuel Neuer trainierte individuell.

Mit Ausnahme des in einer Woche gegen Frankfurt zurück erwarteten Boateng wollen die Münchner nun gegen den Gegner siegen, der in der Hinrunde für die ersten Bayern-Punktverluste in der Liga sorgte. "Es ist ein schwieriges Spiel", warnte Ancelotti vor der Heimstärke. Seit fast einem Jahr ist der FC daheim ungeschlagen, die letzte Niederlage gab es am 10. April 2016 gegen Leverkusen (0:2).

Ancelotti wird in seinem Star-Ensemble wieder Umstellungen vornehmen, wenngleich er "keine große Rotation" plant. Drei Tage nach dem Spiel in Köln soll dann in London der einkalkulierte Viertelfinaleinzug perfekt gemacht werden. "Das ist Champions League, da musst du immer Gas geben", erklärte Fließbandtorschütze Robert Lewandowski.

Lewandowski (19 Tore in der Bundesliga) erzielte in den vergangenen zehn Ligaspielen zwölf Tore. Im Kampf um die Torjägerkrone mischt neben Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang (19) auch Kölns Anthony Modeste (17 Treffer) munter mit. Der 28-Jährige erzielte mehr als die Hälfte der Kölner Tore. "Ein fantastischer Mittelstürmer", schwärmte Ancelotti. Wenn Modeste nicht trifft, kann der FC diese Saison nicht gewinnen - eine Sonderbewachung gibt's aber nicht.

Zudem holten die Rheinländer gegen keinen Kontrahenten aus den Top 8 einen Dreier - doch eine lockere Partie erwarten die Gäste trotzdem nicht. "Das wird ein schweres Spiel. Köln hat zwar in der Tabelle etwas an Boden verloren, aber sie kämpfen noch um die oberen Plätze", sagte Thiago. "Wir müssen gegen Köln wieder unsere Leistung bringen. Das wird sicherlich kein einfaches Spiel in Köln und die Konkurrenz schläft auch nicht", sagte David Alaba.

Anders als die Münchner müssen die Kölner mit Personalsorgen fertig werden. Nationalspieler Jonas Hector fehlt gelb-gesperrt, Olympia-Torhüter Timo Horn ist nach seiner Rückkehr ins Mannschaftstraining noch nicht wieder einsatzbereit. Der wegen einer Knieverletzung zuletzt Mitte November eingesetzte Kapitän Matthias Lehmann steht wohl bestenfalls im Kader. Ersatzgeschwächt wollen die Kölner im ersten Spiel nach Karneval aber trotzdem einen kräftigen Kater vermeiden. "Ich sehe es als Privileg, sich mit den Besten messen zu können", sagte Kölns Trainer Peter Stöger.

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