Kein Titel für die Königlichen

Atletico schnappt Real Madrid den Pokal weg

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Atletico Madrid ist spanischer Pokalsieger.

Madrid - Atlético Madrid ist zum zehnten Mal spanischer Fußball-Pokalsieger und hat den großen Lokalrivalen Real damit um dessen letzte Titelchance in dieser Saison gebracht.

 Im Finale setzten sich die Gäste am Freitag im Bernabéu-Stadion mit 2:1 (1:1, 1:1) nach Verlängerung durch. Cristiano Ronaldo (14.) brachte Real zwar in Führung, doch Diego Costa (35.) und Miranda (98.) drehten die Partie zugunsten von Atlético. Ronaldo sah in der hektischen Schlussphase wegen Nachtretens die Rote Karte (114.).

Die als Meister vom FC Barcelona entthronten und in der Champions League an Borussia Dortmund gescheiterten Königlichen starteten optimal. Der ebenso wie Nationalmannschaftskollege Sami Khedira von Beginn an aufgebotene Mesut Özil zirkelte einen Eckball auf den Kopf von Ronaldo, der sich in der Luft durchsetzte und traf. Atléticos Torjäger Radamel Falcao leitete den nicht unverdienten Ausgleich durch Diego Costas Flachschuss ins lange Eck ein.

Diese Deutschen spielten bei Real Madrid

Nach Sami Khedira (links) ist Mesut Özil der zweite Deutsche im aktuellen Starensemble von Real Madrid. Vor ihnen standen schon sechs Profis aus Deutschland bei den “Königlichen“ unter Vertrag. Zeitraum © dpa
Günter Netzer spielte von 1973 bis 1976 in Madrid. Er absolvierte 85 Spiele und schoß 9 Tore. Netzer gewann mit Real 1975 das "Double" und 1976 die Meisterschaft. © dpa
Paul Breitner spielte von 1974 bis 1977 bei Real. Seine Bilanz: 84 Spiele und 9 Tore. Breitner gewann mit den "Königlichen" 1975 die spanische Meisterschaft und den Pokal. 1976 verteidigte er mit Real die Meisterschaft. © dpa
Uli Stielike spielte von 1977 bis 1985 bei den Königlichen. In dieser Zeit stand er 215 mal auf dem Platz und traf 41 mal. Mit Real Madrid wurde er 3 mal Spanischer Meister (1978, 1979, 1980) und 1985 UEFA-Pokalsieger. © Getty
Bernd Schuster spielte von 1988 bis 1990 für die "Königlichen". Seine Bilanz: 61 Einsätze und 13 Tore. Als Spieler gewann er mit Real 1989 und 1990 die spanische Meisterschaft. Von 2007 bis 2008 trainierte er den Verein später. Er holte mit Real einmal die spanische Meisterschaft sowie den spanischen Supercup. © dpa
Bodo Illgner spielte von 1996 bis 2001 bei Real. Er brachte es dort auf 91 Einsätze. Der Keeper schoss kein Tor. Er wurde mit den Madrilenen zweimal (1997 und 2001) spanischer Meister, holte zweimal die Champions League (1998 und 2000). Außerdem gewann Illgner mit Real 1998 auch den Weltpokal. © dpa
Christoph Metzelder spielte von 2007 bis 2010 bei Real. Er brachte es in dieser Zeit auf 23 Einsätze, schoss aber kein Tor. Er holte mit dem Verein 2008 sowohl die spanische Meisterschaft als auch den Supercup. © dpa
Sami Khedira wechselte im Kuli 2010 zu Real. er absolvierte dort noch kein Pflichtspiel. Sein Debüt für seinen neuen Verein gab er am 13. August 2010 gegen den FC Bayern München in einem Testspiel (im Duell gegen Franck Ribéry, rechts). © dpa
Mesut Özil gab am 17. August seinen Wechsel zu Real Madrid bekannt. Er verließ den Verein im Sommer 2013 und wechselte für 50 Millionen Euro zum FC Arsenal. © dpa
Und gleich der nächste Deutsch-Türke aus dem Ruhrpott, den es zu den Königlichen zog: Nuri Sahin gab am 9. Mai 2011 bekannt, dass er in Madrid einen Vertrag bis 2017 unterschrieben hat. Nach einem Jahr ließ er sich aber schon wieder nach Liverpool verleihen. Auch dort wurde er nicht glücklich und wechselte im Januar 2013 zu Borussia Dortmund. © dpa
Toni Kroos, Real Madrid
Am 17. Juli 2014 wurde der Wechsel von Toni Kroos vom FC Bayern zu Real Madrid bekannt gegeben. Der Weltmeister erhält bei den Königlichen einen Sechs-Jahres-Vertrag. © dpa

Das Unentschieden war für Atlético auf Dauer jedoch glücklich. Özil traf mit einem Direktschuss (43.) ebenso den Pfosten wie Karim Benzema (61.). Dessen Abpraller landete bei Özil, der den auf der Torlinie stehenden Juanfran anschoss. Auch ein Freistoß von Ronaldo landete am Pfosten (68.). Wenig später musste Real-Coach José Mourinho wegen heftigen Reklamierens auf die Tribüne.

Mesut Özil vergab drei hundertprozentige Möglichkeiten für Real.

Erst in der Verlängerung meldete sich Atlético zurück. Diego Costa scheiterte allein vor dem Real-Tor an Schlussmann Diego López. Kurz darauf war der brasilianische Innenverteidiger Miranda mit dem Kopf vor dem Schlussmann am Ball und sorgte dafür, dass Atlético erstmals seit fast 14 Jahren wieder ein Lokalderby gewann. Den Ausgleich vergab Özil, als er aus Nahdistanz den Ball nicht an Torwart Thibaut Courtois vorbei bekam (108.).

Nach Ronaldos Platzverweis kam es an der Seitenlinie zu tumultartigen Szenen, Torhüter Courtois wurde derweil offenbar von einem Wurfgeschoss am Hinterkopf getroffen. In den Schlusssekunden sah Atlético-Akteur Gabi noch Gelb-Rot. Am Ende ging auch das vierte Pokalfinale zwischen Real und Atlético im Stadion des Rekordmeisters wieder zugunsten des letztjährigen Europa-League-Champions aus.

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