Machtkampf

Basis macht DFB-Funktionären Druck: «Schaden dem Fußball»

DFB
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Die Landes- und Regionalverbände kritisieren den DFB.

Die Amateurvertreter haben die Streitereien und Negativ-Schlagzeilen in der Führungsetage des DFB satt. Hausdurchsuchungen und Ermittlungsverfahren schaden dem Fußball, heißt es in einem Schreiben.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Basis macht dem Deutschen Fußball-Bund in seiner Führungskrise Druck. Mehrere Landes- und Regionalverbände bereiten nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» einen Protestbrief an die DFB-Spitze vor.

Wie die «SZ» berichtet, beklagen die Amateurvertreter in einem Positionspapier, das der Zeitung nach eigenen Angaben vorliegt und das in der kommenden Woche dem DFB-Präsidium zugehen soll, unter anderem den «desolaten» Zustand des Dachverbandes.

Der DFB reagierte zurückhaltend auf den angekündigten Protestbrief. «Wir haben die Information zur Kenntnis genommen, dass es - zumindest im Entwurf - ein solches Schreiben der Landesverbandspräsidenten an den DFB geben soll. Versandt wurde dieser allerdings bisher nicht», heißt es in einer Stellungnahme des Verbandes auf dpa-Anfrage am Samstag. «Vielmehr besteht ein kontinuierlicher, enger und konstruktiver Austausch mit den Amateurvertretern. Dazu zählt selbstredend eine entsprechend kritische und reflektierende Aufarbeitung in den jeweiligen Gremien, die diesen Prozess nicht erst jetzt angestoßen haben», so der DFB weiter.

«Hausdurchsuchungen und Ermittlungsverfahren gegen DFB-Funktionäre und persönliche Differenzen an der DFB-Spitze schaden nicht nur dem DFB selbst, sondern auch allen Regionalverbänden und Landesverbänden bis hin zu Kreisfußballverbänden und Vereinen. Sie schaden dem Fußball in seiner Gesamtheit», heißt es nach SZ-Informationen in dem Schreiben. Eine Zusammenarbeit zwischen DFB-Chef Fritz Keller, Generalsekretär Friedrich Curtius, Schatzmeister Stephan Osnabrügge und Vize-Präsident Rainer Koch sei «in der aktuellen Konstellation undenkbar».

Vizepräsident Hermann Winkler fordert von der Verbandsspitze eine bessere Führungskultur und unterstützt den an die Chefetage des Verbandes gerichteten Protestbrief. «Wir haben den Brief in unseren sechs Verbänden diskutiert und sind der Meinung, dass wir eine bessere Führung brauchen. Die Streitereien müssen endlich aufhören», sagte der Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) der Deutschen Presse-Agentur. Winkler hofft auf eine offene und ehrliche Diskussion bei der Konferenz der Landespräsidenten der Regionalverbände am kommenden Donnerstag.

Mit Blick auf den Kongress der Europäischen Fußball-Union (UEFA) am Dienstag in der Schweiz nimmt der DFB seine Kandidaten Koch und Peter Peters in Schutz. «Der DFB ist stolz, zwei seiner bedeutendsten Vertreter zu nominieren, die ihr großes Engagement fürs Spiel immer wieder bewiesen haben und steht beim UEFA-Kongress als Einheit für den Deutschen Fußball zusammen», heißt es.

Koch (Poing) kandidiert wieder für die UEFA-Exekutivkomitee. Der frühere Schalker Funktionär Peter Peters möchte erstmals als einer der europäischen Vertreter in den Rat des Weltverbandes FIFA einziehen.

© dpa-infocom, dpa:210417-99-240095/5

DFB-Präsidium

Bericht der SZ, kostenpflichtig

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