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Bayer zähmt die Wölfe: Ärger um Alibi-Fussballer

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Clubchef Wolfgang Holzhäuser sorgte vor dem Sieg von Bayer Leverkusen gegen den VfL Wolfsburg für viel Ärger.

Leverkusen - Bayer Leverkusen ist wieder obenauf, doch das Klima im Werksclub ist trotz des 3:1 gegen den VfL Wolfsburg nicht nur prima. Schuld daran ist Vereinschef Wolfgang Holzhäuser.

Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Wie in der Fernsehserie geht es momentan auch bei Bayer Leverkusen zu. “Wir bewegen uns derzeit in einem Wellental. Uns fehlt die Konstanz“, meinte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler trotz des überzeugenden 3:1 (1:0) am Samstag gegen den VfL Wolfsburg. Nach drei Pflichtspiel-Niederlagen sorgten die Werksprofis mit zwei Erfolgen binnen drei Tagen in der Champions League (2:0 gegen KRC Genk) und in der Bundesliga wieder für Ruhe - die aber trügerisch ist.

Millionen für die Brust: Trikotsponsoren der Bundesliga-Saison 2011/12

Millionen für die Brust: Trikotsponsoren der Bundesliga-Saison 2011/12

Mit dem FC Bayern München pflegt die Deutsche Telekom als Hauptsponsor eine langjährige Partnerschaft. Der Kommunikations-Riese überweist den Bayern jährlich bis zu 20 Millionen Euro. © getty
Seit der Saison 2007/2008 sponsert der Essener Energiekonzern den deutschen Meister Borussia Dortmund. Erfolgsabhängig kann der Meister pro Jahr bis zu 9,5 Millionen Euro verdienen. © getty
Die Pose passt zum Trikotsponsor: Die Fluggesellschaft Emirates bezahlt für ihr Engagement beim Hamburger SV rund sieben Millionen jährlich. © getty
Rund 16 Millionen Euro pro Jahr investiert das russische Energieunternehmen Gazprom bei Schalke 04. © getty
Neuzugang Srjdan Lakic präsentiert das VW-Logo - wer sollte auch sonst in der Autostadt Haupt- und Trikotsponsor? Das Unternehmen steckt bis zu 20 Millionen Euro jährlich in den Klub.
Bei Aufsteiger FC Augsburg prangt auch in der ersten Liga AL-KO auf der Kickerbrust. Das Unternehmen aus der Branche Fahrzeugtechnik lässt sich das jährlich zirka eine Million Euro kosten. © ap
Lukas Schmitz kam von Schalke 04 zu Werder Bremen - an das für ihn neue Logo der Targobank hat er sich bereits gewöhnt. Die Bank bezahlt jährlich zirka zehn Millionen Euro für ihr Sponsoring. © getty
Das Energieunternehmen Areva unterstützt den 1. FC Nürnberg mit rund drei Millionen pro Jahr. © dpa
William Kvist zeigt das neue Trikot des VfB Stuttgart. Der Trikotsponsor Gazi - ein Unternehmen aus der Lebensmittelbranche - ist der gleiche wie in der Vorsaison. Bis zu sechs Millionen kassieren die Schwaben jährlich. © dpa
Die Deutsche Bahn wirbt für 4,5 Millionen Euro pro Jahr beim Bundesliga-Rückkehrer Hertha BSC. © getty
Für vier Millionen Euro tragen die Profis von Borussia Mönchengladbach den Schriftzug der Postbank spazieren. © getty
Das Handelsunternehmen Rewe wirbt auf der Brust des 1. FC Köln. Die "Geißböcke" erhalten dafür bis zu vier Millionen jährlich. © getty
Der Nahrungsmittelhersteller Ehrmann lässt sich sein Sponsoring beim SC Freiburg zirka 2,5 Millionen Euro pro Jahr kosten. © dpa
Das Pharmaunternehmen Allgäuer Latschenkiefer sponsort den 1. FC Kaiseslautern - für rund vier bis Millionene Euro im Jahr. © getty
Das Trikot von Neuzugang Zoltan Stieber trägt den Schriftzug des Hauptsponsors Entega. Das Energieunternehmen sponsort den 1. FSV Mainz 05 mit drei Millionen pro Jahr. © getty
Der Reiseveranstalter Tui schmückt die Brust von Hannover 96 und überweist dafür rund drei Millionen Euro jährlich an die Niedersachsen. © ap
Die Arbeitskleidung von 1899 Hoffenheim schmückt in der Saison 2011/12 das Logo des neuen Hauptsponsors Suntech. Das Solarenergieunternehmen lässt sich das Engagement rund 4,5 Millionen Euro kosten. © dapd
Die Brust von Bayer Leverkusen ziert diese Saison der Solarzellenproduzent Sunpower. Der Werksklub erhält von der Solarfirma rund sechs Millionen Euro jährlich. © dpa

Vereinschef Wolfgang Holzhäuser hatte mit seiner Kritik an Mittelfeldstar Renato Augusto nach der Genk-Partie (“Alibi-Fußballer“) für Empörung bei seinen Angestellten gesorgt. “Ich wollte die Kritik, die er bekommen hat, ein bisschen von ihm abwenden“, erklärte Gonzalo Castro, der nach seinem Führungstor (14. Minute) demonstrativ zu dem auf die Bank verbannten Brasilianer rannte. “Wir müssen ihm als Mannschaft zeigen, dass wir für ihn da sind. Renato ist der letzte Alibi-Fußballer, den es hier im Verein gibt.“ Zugleich missbilligte er die öffentlich geäußerte Kritik von Holzhäuser unverblümt: “So etwas muss man unter vier Augen besprechen.“

Während Holzhäuser nach der Partie darauf beharrte, sich als Clubchef herausnehmen zu können, “die eine oder andere Kritik zu äußern“, empfahl Völler ein Gespräch der beiden Kontrahenten: “Renato ist einer der wichtigsten Spieler bei Leverkusen. So etwas kann man mal sagen, doch die Beiden sollten miteinander sprechen.“

Gute Kritiken erhielt ein Spieler, der seit seiner Rückkehr zu Bayer 04 mehr gescholten als gelobt wurde: Michael Ballack. Der 35-jährige Ex-Nationalmannschaftskapitän trumpfte in seiner 100. Bundesliga-Partie für die Leverkusener zeitweise wie in seinen besten Zeiten auf. “Er hat eine tolle Darbietung gezeigt“, sagte Völler. Sein Tor gegen Genk habe befreiend auf ihn gewirkt. “Du kannst 100 Jahre dabei sein. Ein Erfolgserlebnis ist wichtig, das tut gut.“

Zurückhaltender äußerte sich Bayer-Chefcoach Robin Dutt zum guten Auftritt Ballacks. “Das war eine gute Leistung, die vom Teamgeist und vom Kollektiv gespeist war“, meinte er. Ballack selbst verschwand ohne Kommentar. Dagegen genoss Mitspieler Eren Derdiyok den Augenblick höchsten Stürmerglücks. Mit seinem Fallrückzieher-Traumtor (65.) brachte er den deutschen Vizemeister nach dem Ausgleich durch Mario Mandzukic (59.) wieder auf die Siegerstraße zurück. “Als Junior habe ich mal so einen Treffer gemacht, doch bei den Profis ist er einer meiner schönsten“, freute sich der Schweizer.

Bedient war dagegen Landsmann Diego Benaglio, der im Wolfsburger Tor mit Glanzparaden einen Untergang erster Klasse verhinderte. “Fußball ist ein Mannschaftssport, da zählt die Einzelleistung nicht. Der Frust ist groß“, sagte er. “Man kann gegen die Leverkusener verlieren, das ist kein Beinbruch. Doch wie wir aufgetreten sind, ist enttäuschend“, meinte VfL-Coach Felix Magath, der nach nur drei Siegen mit den Niedersachsen auf Tabellenrang 13 dümpelt.

“Man hat von der ersten Minute an gesehen, wer als Sieger vom Platz gehen will“, resümierte Dutt und kritisierte nur die schlechte Chancenverwertung. “Wir hätten noch fünf, sechs Tore machen müssen“, meinte Kapitän Simon Rolfes. Am Ende gelang nur noch eins zum 3:1 durch Stefan Kießling (85.).

dpa

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