Nasse Triple-Feier am Marienplatz

Petrus ein Dortmunder? Münchner Party im Regen

München - Ausgerechnet an diesem großen Tag gießt es in Strömen: Bei der Triple-Party des FC Bayern in München regnet es von morgens bis abends. Fans und Mannschaft aber lassen sich die Stimmung nicht vermiesen.

Petrus muss Dortmund-Fan sein. Anders ist kaum zu erklären, was der Himmel dem FC Bayern und seinen Fans an diesem Sonntag zumutet. Der Verein hat gerade Fußball-Geschichte geschrieben und zum ersten Mal in der Historie des deutschen Fußballs das Triple geschafft. Die große Party aber fällt ins Wasser. Es schüttet wie aus Eimern an diesem besonderen Tag der Vereinsgeschichte. Das Wetter, das wenige Kilometer entfernt im Alpenvorland für schwere Überschwemmungen und Katastrophenalarm sorgt, spielt nicht mit.

Der Dauerregen drückt auch etwas auf die Stimmung. 100 000 Fans hat der FC Bayern zur großen Party erwartet, zwei Stunden, bevor die Mannschaft sich auf dem Rathaus-Balkon zeigen will, ist die Zahl ihrer Anhänger dort und an der Strecke noch einigermaßen überschaubar - die Stimmung aber gut. Eine Mischung aus großer Freude über den historischen Erfolg und Galgenhumor über das Wetter.

Heynckes außer Rand und Band: So feiern die Bayern das Triple

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Einige hundert Fans stehen schon am Mittag auf dem Marienplatz - viele sind von weit her angereist und warten dort seit dem Morgen. Immer wieder singen sie die Bayern-Hymne „Stern des Südens“. Rund 6000 sind es nach Polizeiangaben eine Stunde vor dem geplanten Empfang - und es werden immer mehr. Kurze Zeit später sind es schon rund 10 000. „Es gibt einen stetigen Zulauf“, sagt die Polizei, die etwa 700 Einsatzkräfte vorgesehen hat, einige davon aber in die oberbayerischen Hochwasserregionen abordnen musste.

Die meisten Fans versuchen, sich mit Schirmen, Regenjacken oder Planen gegen das Wasser von oben zu schützen, einige haben den Kampf aber schon aufgegeben und springen singend und tanzend in die Pfützen, die sich langsam aber sicher in kleine Bäche verwandeln. „Deutscher Triple-Sieger FCB“, „Super-Bayern, Super-Bayern, hey, hey.“ Die begehrtesten Plätze sind an diesem Tag nicht nur die direkt vor dem Balkon, sondern vor allem die unter den Dächern der umliegenden Geschäfte.

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Die Mannschaft aber ist entschlossen, sich die unbändige Freude über diesen einzigartigen sportlichen Erfolg nicht vom Wetter kaputt machen zu lassen. Die Spieler und Trainer Jupp Heynckes haben sich in traditionelle Lederhosen geworfen für die Party. In einem an den Seiten offenen Doppeldeckerbus fahren sie gut gelaunt durch Schwabing - und symbolträchtig am Siegestor vorbei. Der wegen seiner Steueraffäre angeschlagene Präsident Uli Hoeneß steht ganz vorn auf dem Bus, einen Bierbecher in der Hand.

Bisweilen tanzen und springen die Fußballprofis - vielleicht auch, um sich warm zu halten. Einige Tausend Fans säumen trotz Schmuddelwetters die Straßen. Vor dem „Triple-Bus“ fährt das „Triple-Mobil“, ein Auto mit Schaukasten, in dem die drei Trophäen durch die Stadt gefahren werden wie bei den Katholiken die Monstranz zu Fronleichnam.

Neben den Pokalen und der Schale ist es vor allem Jupp Heynckes, den die Fans sehen wollen. „Jupp, Jupp, Jupp“ grölen sie. Die Triple-Feier ist auch seine Abschieds-Party. Viele wünschen sich, er würde einfach weitermachen. Wie sagte Bastian Schweinsteiger nach dem Spiel in Berlin? „Ihm müsste man eigentlich ein Denkmal in München bauen.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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