BVB zu Gast in Gladbach

Klopp kehrt auf die Trainerbank zurück

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BVB-Coach Jürgen Klopp darf wieder auf die Bank.

Dortmund - Wieder mit Jürgen Klopp auf der Trainerbank kann Vizemeister Borussia Dortmund im Westschlager am Samstag bei Borussia Mönchengladbach antreten.

Borussia Dortmund dürfte gewarnt sein: Drei Siege und 11:2 Tore lautet die makellose Heimbilanz von Borussia Mönchengladbach vor dem Duell am Samstag (15.30 Uhr/Sky) im Borussia-Park gegen den Tabellenführer der Fußball-Bundesliga. Und den letzten Sieg der Schwarz-Gelben in Gladbach brachte vor fast vier Jahren ein gewisser Lucas Barrios unter Dach und Fach.

Immerhin kann der BVB wieder mit Chefcoach Jürgen Klopp auf der Trainerbank in Gladbach agieren. Nach seiner Sperre für das Champions-League-Heimspiel am vergangenen Dienstag gegen Olympique Marseille (3:0) und der ausgedehnten Sperre für das nächste Auswärtsspiel in der Königsklasse am 22. Oktober beim FC Arsenal kann sich „Kloppo“ wieder seiner Rolle als Motivator auch am Spielfeldrand widmen. Und Klopp erzielte einst als Profi des FSV Mainz 05 im DFB-Pokal bei seinem ersten Spiel am Niederrhein beim 4: 6 sogar ein Tor.

Ein besonderes Spiel ist die Begegnung aber vor allem für Dortmunds Nationalspieler Marco Reus, denn 2012 wechselte der Offensivspieler für 17 Millionen Euro Ablöse vom Borussia- in den Signal-Iduna-Park. In seiner letzten Saison bei der niederrheinischen Borussia standen 18 Tore und 13 Vorlagen in seiner Statistik, mit denen er den Gladbachern in jener Spielzeit zu einem Champions-League-Platz verhalf.

Die Ausraster des Jürgen Klopp - eine Chronologie

Die Ausraster des Jürgen Klopp - eine Chronologie

Der Ausbruch vom Spiel in Neapel am 18.9.2013 war nicht der erste Ausraster von Jürgen Klopp. Allein von den Geldstrafen, die der Trainer des deutschen Fußball-Vizemeisters Borussia Dortmund in seiner Karriere zahlen musste, hätte er sich ein Luxusauto kaufen können. Wir haben eine Chronologie seiner Ausraster (die Bilder sind weitgehend Symbolfotos). © dpa
5. Dezember 2004: Während der Begegegnung des FSV Mainz 05 beim 1. FC Kaiserslautern (0:2) äußert sich Klopp unsportlich gegenüber dem Schiedsrichter-Gespann. Dafür muss er 2500 Euro zahlen. © dpa
18. März 2007: Als Trainer des FSV Mainz 05 ruft Klopp im Spiel bei Werder Bremen (0:2) „Du Idiot“ in Richtung des Schiedsrichters Thorsten Kinhöfer. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verurteilt Klopp wegen unsportlichen Verhaltens zu 12.500 Euro Geldstrafe. © dpa
8. November 2008: Nach einer 1:2-Niederlage beim Hamburger SV läuft der BVB-Trainer wütend aufs Spielfeld zu Schiedsrichter Jochen Drees und dessen Assistenten. Er geht die Unparteiischen auch noch in der Schiedsrichter-Kabine verbal an. Die Folge: 12.000 Euro Strafe. © dpa
17. Januar 2010: Beim Spiel der Dortmunder beim 1. FC Köln (3:2) verlässt Klopp mehrfach die Coachingzone und wird auf die Tribüne verbannt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verhängt 5000 Euro Strafe für Klopp. © dpa
12. November 2010: Nach einem Foul von Ze Roberto an Mario Götze im Spiel gegen den Hamburger SV (2:0) rennt Klopp auf den vierten Offiziellen Stefan Trautmann zu und drückt ihm seine Mütze ins Gesicht. 10.000 Euro muss der BVB-Trainer zahlen. „Das war nicht in Ordnung“, gibt Klopp zu und entschuldigt sich bei Trautmann. © dpa
25. September 2012: Im Bundesligaspiel bei Eintracht Frankfurt (3:3) stürmt Klopp in der Nachspielzeit zum vierten Offiziellen Guido Kleve und schreit diesen an. Daraufhin wird er aus dem Innenraum verwiesen. „Das Gesicht sah nicht gut aus“, sagte Klopp im Anschluss. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verurteilt ihn zu 6000 Euro Geldstrafe. © dpa
18. September 2013: Im Champions-League-Spiel beim SSC Neapel (1: 2) wird Klopp von Schiedsrichter Pedro Proenca nach 30 Minuten auf die Tribüne geschickt. Zuvor hatte der Dortmunder Trainer dem vierten Offiziellen aus nächster Nähe ins Gesicht geschrien. Hinterher gibt sich Klopp mal wieder reumütig: „Ich mach da draußen “nen Affen, das geht nicht. Ich bin über das Ziel hinausgeschossen, das war völlig doof.„ © dpa

Bei den Westfalen gehört der pfeilschnelle Offensivspieler ebenfalls zu den Erfolgsgaranten. In der Bundesliga stehen für Reus bereits vier Treffer und drei Assists in dieser Saison zu Buche. Für Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc ist Reus „im Offensiv-Bereich ein kompletter Spieler. Er wird nicht viele Kopfballtore machen, das weiß man. Aber ansonsten hat er alles drauf“ - der „Rolls-Reus“.

Viel wird aufseiten der Hausherren davon abhängen, die Kreise von Reus erfolgreich zu stören. „Wir wissen, was Marco kann. Und natürlich haben wir davor Respekt. Aber wir müssen uns jetzt auch nicht in die Hosen machen. Wir haben auch unsere Qualitäten“, sagte Patrick Herrmann der Rheinischen Post. Beim 5:0-Erfolg der Dortmunder vor gut einem Jahr daheim gegen die Namenscousine war Reus im Übrigen zweimal erfolgreich.

Aber auch die Spieler des fünfmaligen Champions aus Mönchengladbach wollen ihre Offensivkraft, die sie vor allem in den Heimspielen unter Beweis gestellt haben, in die Waagschale werfen. Dazu gehört sicherlich Neuzugang Raffael, der sich auf das Duell mit dem BVB freut. „Es ist eine der besten Mannschaften der Welt, und für mich persönlich ist es auch wichtig, gegen eine solche Mannschaft zu spielen“, sagte der Brasilianer.

Der spanische Innenverteidiger Alvaro Dominguez weiß, dass die Gladbacher Abwehr am Samstag stark gefordert wird. „Sie haben sehr gute Spieler in ihren Reihen. Wir müssen gut aufpassen und hundertprozentig konzentriert sein“, äußerte der Iberer auf der Borussia-Homepage. Dominguez hofft, dass Trainer Lucien Favre mit seiner Kontertaktik Erfolg haben wird: „Wir müssen auf unsere Chancen hoffen, die mit Sicherheit kommen werden.“

Allerdings: in den letzten sechs Treffen in Gladbach schoss kein Team mehr als ein Tor. Den letzten Sieg der Fohlen gegen die Schwarz-Gelben (1:0) brachte Mohamadou Idrissou am 23. April 2011 mit seinem Treffer unter Dach und Fach.

sid

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