Hannover nur remis gegen Berlin

Hertha hinterlässt Kratzer in 96-Heimbilanz

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Kein Sieger im Freitagabendspiel zwischen Hannover 96 und Hertha BSC.

Hannover - In der aktuellen Saison hatte Hannover 96 alle bisherigen vier Partien gewonnen. auch gegen Berlin sah es lange nach einem Dreier aus - doch dann kam Freistoßspezialist Ronny.

Freistoßspezialist Ronny hat Hannovers Heimserie beendet. Der eingewechselte Brasilianer rettete Aufsteiger Hertha BSC am Freitag mit seinem Treffer in der 81. Minute das 1:1 (0:1) und sorgte so für den ersten Punktverlust von Hannover 96 in der fünften Partie im eigenen Stadion. Routinier Christian Schulz (23.) hatte den Tabellenvierten der Fußball-Bundesliga vor 46 500 Zuschauern in Führung gebracht. Durch das Remis zum Auftakt des achten Spieltages verlor Hannover den Kontakt zum Spitzentrio.

In einer über weite Strecken enttäuschenden Partie, die von Fehlpässen geprägt war und nur ganz selten das Prädikat Spitzenspiel verdiente, beklagte Hannover kurz vor der Pause weiteres Verletzungspech, als Didier Ya Konan umknickte und mit einer Blessur am linken Sprunggelenk ausgewechselt werden musste. „Es sieht nicht so aus, als wenn es eine Kleinigkeit wäre“, sagte Hannovers Sportdirektor Dirk Dufner zur Pause im TV-Sender Sky. In Mame Diouf fehlt den Niedersachsen bereits ein angeschlagener Stürmer.

Eine blasse Vorstellung lieferte bei 96 Rückkehrer Jan Schlaudraff, der nur wenig für den Aufbau leisten konnte und nach der Pause auch im Sturmzentrum blass blieb. Der Routinier, der nach nur 64 Minuten Einsatzzeit in dieser Saison erstmals von Beginn an ran durfte, machte zunächst nur durch eine Gelbe Karte auf sich aufmerksam, die er sich bereits nach sechs Minuten für ein Foul an der Mittellinie einhandelte. Nach knapp einer Stunde Spielzeit musste Schlaudraff für Leonardo Bittencourt Platz machen.

Die teuersten Transfers der Bundesliga-Geschichte

Geld regiert die Welt - und auch die Transfergeschäfte im Fußball. Klicken Sie sich durch die Rangliste der teuersten Bundesliga-Transfers (die Ablösesummen beruhen teilweise auf Schätzungen). © picture alliance / dpa
Shinji Kagawa: Der Japaner kam 2010 für 350.000 € zu Borussia Dortmund und wechselte nach zwei erfolgreichen Jahren für 16 Millionen € im Sommer 2012 zu Manchester United. © picture alliance / dpa
Luiz Gustavo: 16 Millionen € ließen sich die Wolfsburgern den Brasilianer, der beim FC Bayern kaum mehr zum Zug kam, im August 2013 kosten. © picture alliance / dpa
Evanilson (r.): Der Rechtsverteidiger wechselte im Zuge des komplizierten Amoroso-Deals zum FC Parma. Rund 17 Millionen Euro war er den Italienern wert. © picture-alliance / dpa/dpaweb
Luiz Gustavo: Wurde im Januar 2011 ohne das Wissen Ralf Rangnicks für 17 Millionen € nach München verkauft, Rangnick und Hoffenheim trennten sich kurz darauf. © picture alliance / dpa
Marco Reus: Als Borussia Dortmund im Januar 2012 den Wechsel von Marco Reus zur neuen Saison bekannt gab, hatten die Schwarz-Gelben das Tauziehen gegen den FC Bayern für sich entschieden und profitierten von Reus Ausstiegsklausel. 17,1 Millionen € erhielt Borussia Mönchengladbach. © picture alliance / dpa
Mesut Özil: Für 18 Millionen € wechselte Mesut Özil 2010 zu Real Madrid und erwies sich als richtiger Volltreffer für die Königlichen. © picture alliance / dpa
Nigel de Jong: 19 Millionen € spülte der Verkauf des Holländers an Manchester City im Januar 2009 in die Kassen des Hamburger Sportvereins; bis heute die höchste Ablöse, die der HSV je für einen Spieler bekommen hat. © picture-alliance/ dpa
Roy Makaay: Mit 19,7 Millionen € Ablöse war Roy Makaay 2003 der damalige Rekordeinkauf des FC Bayern. © picture alliance / dpa
Carlos Eduardo: Verließ die TSG Hoffenheim im Sommer 2010 für 20 Millionen € in Richtung Russland zu Rubin Kasan. © picture alliance / dpa
Emerson (l.): Wurde im Sommer 2000 vom AS Rom für umgerechnet 20 Millionen € von Bayer 04 Leverkusen losgeeist. © picture-alliance / dpa
Andre Schürrle (r.): 22 Millionen € mussten die "Blues" 2013 an Bayer 04 Leverkusen überweisen, um sich die Dienste des deutschen Nationalspielers zu sichern. © picture alliance / dpa
Kevin de Bruyne (Mitte): Mit dem jungen Belgier rüstet der VfL Wolsburg weiter auf. 22 Millionen € bezahlten die Wölfe im Januar 2014 für den belgischen Nationalspieler. © picture alliance / dpa
Manuel Neuer: Der Torwart wechselte 2011 unter lautstarken Protest vieler Bayernfans für 22 Mio € vom FC Schalke 04 an die Säbener Straße. © picture alliance / dpa
Arjen Robben: Der niederländische Flügelspieler wechselte 2009 für 24 Mio € von Real Madrid zu den Bayern. © picture alliance / dpa
Marcio Amoroso: Borussia Dortmund kaufte den Stürmer 2001 für 25 Mio € vom FC Parma. © picture-alliance / dpa/dpaweb
Owen Hargreaves (l.): Der ehemalige Münchner wechselte 2007 für eine Ablösesumme von 25 Mio € zu seinem Lieblingsclub Manchester United. © picture-alliance/ dpa
Thiago Alcantara (l.): Der Spanier folgte seinem Ex-Trainer Pep Guardiola 2013 für 25 Mio € von Barcelona an die Isar. © picture alliance / dpa
Franck Ribery: Der Flügelflitzer kam 2007 für 25 Mio € von Olympique Marseille zum FC Bayern. © picture alliance / dpa
Diego: Der offensive Mittelfeldspieler wechselte 2009 für 27 Mio € von der Bremer Weser nach Italien zu Juventus Turin. © picture-alliance/ dpa
Henrich Mchitarjan (r.): Der Götze-Ersatz kam 2013 von Schachtjor Donezk zum Championsleague-Finalisten Borussia Dortmund.  © picture alliance / dpa
Mario Gomez: Der Nationalstürmer kam 2009 für die damalige Rekordsumme von 30 Mio € vom VfB Stuttgart nach München. © picture alliance / dpa
Edin Dzeko: Der ehemalige Wolfsburger verließ den Werksclub 2010 und wechselte für 37 Mio. € zu Manchester City. © picture alliance / dpa
Mario Götze: Kaum ein Wechsel schlug derart hohe Wellen in den letzten Jahren als der Transfer vom Dortmunder Youngster zu den Bayern. 37 Millionen € überwies der FC Bayern nach Dortmund. © picture alliance / dpa
Javier Martinez: Der Baske ist der bis dato teuerste Transfer in der Bundesligahistorie. Bayern München überwies 40 Millionen € an seinen Heimatclub Athletic Bilbao.  © picture alliance / dpa
Toni Kroos
Toni Kroos: Der gebürtige Greifswalder wechselte nach dem WM-Sieg mit Deutschland im Juli 2014 vom FC Bayern zu Real Madrid. Angeblich 30 Millionen Euro soll der Transfer den Königlichen wert gewesen sein. © dpa

Wirkungsvoller präsentierte sich in Christian Schulz ein weiterer 96-Akteur, der bisher kaum zum Zuge gekommen war. Der Abwehrmann, der nur wegen der Grippe-Erkrankung von Salif Sané in die Innenverteidigung gerückt war, spielte defensiv einen soliden Part und brachte seine Mannschaft ausgerechnet in der stärksten Phase der Berliner in Führung. Nach einer zu kurz geratenen Kopfballabwehr von Hajime Hosogai zog Schulz von der Strafraumgrenze unhaltbar für Hertha-Keeper Thomas Kraft ab.

Bis dahin hatte die Hertha den wesentlich stärkeren Eindruck hinterlassen. Der auswärts sieglose Neuling trat mutig und zweikampfstark auf und setzte auch das erste offensive Achtungszeichen durch Nico Schulz (19.). Dessen 20 Meter-Schuss konnte 96-Schlussmann Ron-Robert Zieler nicht festhalten, doch der nachsetzende Sami Allagui verpasste den Abpraller.

Nach Wiederbeginn erhöhten die Berliner das Tempo und setzten die nachlassenden Niedersachsen gehörig unter Druck. In der 58. Minute beklagten die Gäste Pech, als Änis Ben-Hatira nach Zuspiel von Adrian Ramos am Pfosten scheiterte. Hannover verlor zusehends die Kontrolle über das Spiel und blieb auch in den Zweikämpfen meist zweiter Sieger. Mit einem Kopfball verpasste Artur Sobiech (69.) dennoch die Chance, das erlösende 2:0 zu erzielen. Auf der Gegenseite vergab Ramos frei vor dem Tor das mögliche 1:1 (72.), ehe der eingewechselte Ronny mit seinem ersten Ballkontakt doch für das verdiente Remis sorgte.

dpa

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