"Werthaltiges Angebot" für BVB

Mchitarjan wechselt für Rekordsumme auf die Insel

Henrich Mchitarjan
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Henrich Mchitarjan wird künftig unter Jose Mourinho trainieren.

Dortmund - Henrich Mchitarjan verlässt den BVB. Der Armenier wechselt auf die Insel, wie der Verein am Samstag mitteilte. Angeblich für eine Rekordsumme.

Borussia Dortmund steht vor einem großen personellen Umbruch. Mit dem am Samstag verkündeten Wechsel von Henrich Mchitarjan zu Manchester United verliert der Fußball-Bundesligist nach Mats Hummels (Bayern München) und Ilkay Gündogan (Manchester City) einen weiteren Schlüsselspieler. „Diesem Transfer ging für uns auf Basis einer völlig neuen Ausgangssituation eine schwierige Abwägung voraus: Manchester hat uns ein enorm werthaltiges Angebot unterbreitet“, teilte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Samstag in einer schriftlichen Erklärung mit.


Dem Vernehmen nach kassiert der BVB für den armenischen Nationalspieler trotz eines Vertrages mit nur noch einjähriger Laufzeit die Rekordsumme von 42 Millionen Euro. Es ist der bisher höchste Transfererlös der Vereinshistorie.

Diese üppige Einnahme trug beim BVB zum Sinneswandel bei. Denn eigentlich sollte der in der vorigen Saison überragende Mchitarjan gehalten werden. Noch zu Beginn der Sommerpause hatte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke einen Weggang von gleich drei Leistungsträgern kategorisch ausgeschlossen. In Folge der Verhandlungen und des offenbar verbesserten Angebots von Manchester erfolgte beim BVB nun ein Umdenken. „Hätten wir es ausgeschlagen, wäre der Spieler 2017 ablösefrei gewechselt. Und wir hätten die Personalfrage nur um ein Jahr hinausgeschoben“, meinte Watzke.


Damit geht ein monatelanger Vertragspoker zu Ende. Noch im April schien es ausgemachte Sache zu sein, dass Mchitarjan seinen bis 2017 datierten Kontrakt bis 2021 verlängert. Schließlich hatte der Club eine deutliche Gehaltserhöhung in Aussicht gestellt. Zudem genoss der 27 Jahre alte armenische Nationalspieler bei Trainer Thomas Tuchel höchste Wertschätzung.

Doch die zögerliche Haltung entpuppte sich im Nachhinein als strategischer Schachzug. Schon bei seinem 27,5 Millionen Euro teuren Wechsel im Jahr 2013 von Schachtjor Donezk zum BVB soll sich der offensive Mittelfeldspieler im Kampf um eine Vertragsauflösung ähnlich verhalten haben.

Hohe Transfereinnahmen von insgesamt knapp über 100 Millionen Euro erleichtern der Borussia die Suche nach einem Nachfolger für Mchitarjan. Im Gespräch sind André Schürrle (Wolfsburg), Karim Ballarabi (Leverkusen) und Mario Götze (München). Nach der Absage der Leverkusener und der Ankündigung von Götze, trotz anderer Signale der Vereinsführung in München bleiben zu wollen, gilt Schürrle als erster Kandidat. Angeblich wäre der BVB bereit, 32 Millionen Euro für den in Wolfsburg bisher wenig erfolgreichen Nationalspieler zu zahlen.

Klaus Allofs, Manager des VfL Wolfsburg, hatte das Interesse von Borussia Dortmund an einer Verpflichtung von Weltmeister André Schürrle bereits bestätigt. „Es ist offensichtlich, dass es dort Interesse gibt, auch aus der Vergangenheit heraus gewachsen mit Trainer Thomas Tuchel“, sagte Allofs am Freitag Sky Sport News HD.

Anders als noch vor wenigen Wochen schloss er einen Transfer des Wolfsburger Angreifers und EM-Teilnehmers nicht mehr kategorisch aus: „Man darf den wirtschaftlichen Faktor nie außen vor lassen.“

Wurfgeschosse in Stadien: Bierbecher, Sellerie, eine Katze und Dildos

1.4.2011: Beim Spiel St. Pauli gegen den FC Schalke 04 wurde Schiedsrichter-Assistent Thorsten Schiffner von einem Bierbecher getroffen. Das Spiel wurde abgebrochen. Hier sehen Sie weitere Geschosse, die auf Spielfelder jeglicher Sportarten geworfen wurden. Einige davon sind sehr skurril - aber gefährlich sind die meisten allemal. Also: Bitte nicht nachmachen! © Getty
Thorsten Schiffner war nicht der erste Schiedsrichter-Assistent, der von einem Becher getroffen wurde. 2006 streckte Kai Voss beim DFB-Pokal-Spiel zwischen Stuttgarter Kickers und Hertha BSC ein Bierbecher nieder. © getty
Deutschlands Torhüter bei der Weltmeisterschaft 1974 wurde von einem Gymnasiasten 1971 mit einem Messer beworfen. Er wurde aber - zum Glück - nicht getroffen. © dpa
Ein Motorroller im Stadion (hier mit Uli Hoeneß am Steuer) ist schon ungewöhnlich. Erst recht beim Mailänder Derby 2001: Dort versuchten Stadionbesucher einen Roller von der Tribüne zu werfen. © getty
Frank Baumann (M.) erwischte es während eines Bundesligaspiels. Er wurde im November 2008 von einem Handy-Akku getroffen. © getty
Im Carling-Cup-Finale 2007 zwischen dem FC Chelsea und dem FC Arsenal flog Sellerie von den Rängen. Arsenals Fabregas kann es nicht verstehen. Die Fans des FC Chelsea sangen bei fast jedem Spiel ein nicht jugendfreies Lied, in dem auch das Gemüse vorkommt. © getty
Beim UEFA-Cup-Spiel zwischen NEC Nijmegen und dem HSV traf Schiedsrichter Darko Ceferin ein undefiniertes Wurfgeschoss am Kopf. Das Spiel musste unterbrochen werden. © getty
Anders Frisk wurde beim Champions-League-Spiel zwischen AS Rom und Dynamo Kiew von einem Wurfgeschoss getroffen und musste mit einer Platzwunde vom Platz. © getty
Oliver Kahn traf am 12. April 2000 in Freiburg ein Golfball. Blutüberströmt musste er von Uli Hoeneß zurückgehalten werden, da er völlig außer sich war. © ap
FC Liverpool - AFC Sunderland im Oktober 2009: Ein großer roter Strandball wurde aufs Spielfeld geworfen. Dort landete er im Liverpooler Strafraum, wo der Ball einen Schuss unhaltbar für José Reina abfälschte. Das Spiel endete 0:1.  © getty
Halbfinale UEFA-Cup: Hamburger SV gegen Werder Bremen: Stand 1:2 für Bremen. Diese Papierkugel lenkte einen Ball entscheidend zur Ecke ab, die prompt das 1:3 für die Werderaner brachte. Trotz des Anschlusstreffers drei Minuten vor Schluss schied Hamburg aus. © dpa
Auch Toilettenpapier fliegt regelmäßig auf den Rasen. Hier beim Spiel FC Bayern gegen den 1. FC Nürnberg. Raphael Schäfer, Torhüter des "Clubs", zeigte sich aber unbeeindruckt. © getty
Im Carling-Cup-Halbfinale gegen den Ortsrivalen ManU wurde Craig Bellamy 2010 von einer Münze am Kopf getroffen. Eine heranfliegende Bierflasche flog knapp an ihm vorbei. © getty
Mailänder Derby 2005: Im Champions-League-Viertelfinale wurde AC Milans Torhüter Dida von Leuchtraketen getroffen und sank zu Boden. Das Spiel wurde abgebrochen. © dpa
Neben Leuchtraketen und einer Rumflasche warfen Zuschauer 2006 auch eine Katze auf das Spielfeld: Geschehen beim Derby zwischen Real Betis und FC Sevilla. © dpa
Viele Ratten wurden bei den Florida Panthers ab 1992 aufs Spielfeld geworfen. Grund: Scott Mellanby tötete eine Ratte in der Kabine mit dem Stock und traf danach zwei Mal. 1996 wurde diese Sitte verboten. © dpa
Super-League-Spiel zwischen Luzern und Basel am 7.November 2010: Fans des FC Basel warfen Tennisbälle auf das Spielfeld. Damit sollte gegen die frühe Anstoßzeit der Partie protestiert werden, welche auf Druck des Schweizer Fernsehens und wegen des Finals der Swiss Indoors in Basel vorverlegt wurde. © dpa
Ein Schweinekopf flog im Camp Nou beim "Clasico" zwischen Real Madrid und FC Barcelona aufs Spielfeld. Damit wollten die Fans von Barca ihre Meinung zum Wechsel von Luis Figo von Barcelona zu Real zeigen. © dpa
Stadionsitze sind, besonders in Südamerika, beliebte Wurfgeschosse. Allerdings auch in Europa kommt es vor, dass Sitze aufs Spielfeld fliegen, so auch 2000 beim Spiel Sevilla gegen Atletico Madrid. © dpa
Paul hatte Glück, in einem Aquarium zu leben. In der NHL wurden bei Siegen der Detroit Red Wings Tintenfische regelmäßig aufs Eis geworfen. Das hatte Tradition, da 1952 ein Besitzer eines Fischlokals immer ein Oktopus aufs Feld warf, der für die Play-offs einen Sieg bescheren sollte. Das schwerste Tier wog 25 Kilo. © dpa
Zahlreiche Dildos flogen im Oktober 2008 im Spiel zwischen AIK Stockholm gegen Leksand aufs Eis. Die Fans des Stockholmer Eishockey-Klubs zeigten damit ihren Unmut über Jan Huokko, der sich zum Jahresanfang einen Sexskandal leistete. © dpa

Schürrle wäre nach Marc Bartra (FC Barcelona), Ousame Dembélé (Stade Renne), Emre Mor (FC Nordsjaellend), Sebastian Rode (Bayern München), Raphael Guerreiro (FC Lorient) und Mikel Merino (CA Osasuna) der bereits siebte Neuzugang der Borussia. Die bisherigen Transferkosten belaufen sich auf rund 62 Millionen Euro. Alle Entwicklungen finden Sie in unserem Transferticker.

dpa

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