Finale für Keller

Schalke gegen Basel zum Siegen verdammt

+
Jens Kellers Zukunft auf Schalke ist ungewiss.

Gelsenkirchen - Im Duell mit Basel geht es für Schalke nur noch um das Gewinnen. Millionen und sportliche Reputation stehen auf dem Spiel. Trainer Keller zittert um seinen Job.

Jens Keller ließ sich nichts anmerken. „Von solchen Dingen lasse ich mir keine Energie rauben“, sagte der umstrittene Trainer von Schalke 04 vor seinem ganz persönlichen „Endspiel“. Vor dem Champions-League-Showdown am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky) gegen den FC Basel - 360 Tage nach seinem Amtsantritt - ging es wieder einmal um die Zukunft des 43-Jährigen und die Frage, ob er noch sein „Einjähriges“ als Chefcoach erlebt.

Wie sehr jedoch die endlose Trainerdiskussion auf Schalke sogar in Kellers Privatleben hineinreicht, verriet Sportvorstand Horst Heldt. „Sein Sohn ist in der letzten Woche in der Schule in eine Rangelei geraten“, berichtete Heldt, „weil seine Mitschüler nicht zwischen privat und Beruf unterscheiden konnten. Das schockiert einen, da wird eine Grenze überschritten.“

Wie es mit Keller beruflich weitergeht, wollte Heldt nicht sagen. „Zu Worst-Case-Szenarien äußere ich mich erst, wenn sie eintreten“, sagte der Sportvorstand, „was wäre, wenn ist jetzt vor dem Spiel kein Thema.“ Nach dem peinlichen Aus im DFB-Pokal und angesichts von sieben Punkten Rückstand in der Bundesliga auf die Champions-League-Plätze deutet jedoch alles darauf hin, dass Keller spätestens in der Winterpause gehen muss. Verpasst er gegen den Schweizer Meister auch noch das dritte Saisonziel, das Überwintern in der Königsklasse, könnte schon am Donnerstag Schluss sein.

Nur ein Sieg gegen Basel hielte Schalke in der Champions League und brächte weitere Millionen in die Klubkasse. Zu den bislang eingespielten 15 Millionen Euro kämen bei einem Erfolg noch einmal 4,5 Millionen: 3,5 für den Achtelfinaleinzug, 1,0 für den Sieg - plus Zuschauereinnahmen und mehr Geld aus dem Marktpool. Scheitern die Königsblauen, die das Hinspiel durch ein Tor von Julian Draxler 1:0 gewannen, müssen sie in der Europa League versuchen, den finanziellen Verlust so gering wie möglich zu halten.

Dafür wäre dann Kellers Nachfolger zuständig. Thomas Schaaf, der langjährige Bremer Coach, wird als heißester Kandidat gehandelt. Sein Ex-Klub soll bereit sein, ihn aus dem noch laufenden Vertrag zu entlassen.

Wie groß der Druck vor allem auf den aktuellen Trainer ist, haben auch die Spieler längst mitbekommen. „Ich habe noch keinen Tag hier erlebt, an dem wir keinen Druck hatten“, sagte Offensivstar Kevin-Prince Boateng, der erst seit vier Monaten bei den Gelsenkirchenern spielt: „Und der Trainer hat besonders großen Druck.“

Die Diskussionen um Keller sind „natürlich auch Thema in der Mannschaft“, berichtete Kapitän Benedikt Höwedes, „keine Frage“. Aber man wolle sich auf das Spiel fokussieren und „mit Jens Keller ins Achtelfinale einziehen“.

Verzichten muss Keller in seinem Endspiel auf Mittelfeld-Abräumer Jermaine Jones. Der US-Nationalspieler ist nach drei Gelben Karten gesperrt. Die Alternativen sind angesichts der zahlreichen Verletzten rar. Gegenüber dem Gladbach-Spiel, in dem sein Team nach der Gelb-Roten Karte gegen Kapitän Benedikt Höwedes immerhin Moral bewies, dürfte es deshalb kaum Veränderungen geben. 

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Schalke: Fährmann - Uchida, Höwedes, Santana, Kolasinac - Matip, Neustädter - Farfan, Boateng, Draxler - Szalai. - Trainer: Keller

Basel: Sommer - Voser, Schär, Iwanow, Xhaka - Serey Die - Salah, Elneny, Frei, Stocker - Streller. - Trainer: Yakin

sid

Zurück zur Übersicht: Fußball

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser