Drittes CL-Endspiel für Torwart-Legende

Buffon will Finalfluch besiegen: "Es zählt nur noch der Titel"

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Gianluigi Buffon steht mit Juventus Turin im Finale der Champions League.

Turin - Dieser Mann ist ein Phänomen: Im Alter von 39 Jahren erkämpft sich Gianluigi Buffon seinen dritte Chance auf den Champions-League-Sieg. Sorgen bereitet bei Juve aber der verletzte Sami Khedira.

Seine Mitspieler waren längst in die Kabine verschwunden, da bedankte sich Gianluigi Buffon nochmal ganz alleine bei den Tifosi. Überglücklich genoss der Star-Torwart das Bad in der Menge, er klopfte sich mit der Faust auf die Brust und verschenkte seine Kapitänsbinde. Und dann dachte er nur noch an Cardiff.

"Das Leben ist schön, weil vor zwei Jahren jeder dachte, dass es meine letzte Chance war, die Champions League zu gewinnen", sagte der 39 Jahre alte Schlussmann von Juventus Turin: "Mittlerweile zählt die Finalteilnahme nichts mehr. Es zählt nur noch der Titel."

Durch das souveräne 2:1 (2:0) am Dienstagabend gegen den Dortmund-Bezwinger AS Monaco zog der italienische Rekordmeister im Spaziergang ins Finale der Königsklasse am 3. Juni in Cardiff ein. Schon das Hinspiel hatte Juve 2:0 gewonnen.

Egal ob das Team auf Titelverteidiger Real Madrid oder Stadtrivale Atlético trifft, Buffon will nach zwei Niederlagen (2003 in Manchester und 2015 in Berlin) endlich den Finalfluch besiegen. "Man erinnert sich an unsere Taten. Für unsere Fähigkeit, das Unmöglich wahrzumachen", twitterte der Weltmeister von 2006 nach seinem 150. Europacupspiel.

Sorgen um Khedira

Bis zum Endspiel soll auch Weltmeister Sami Khedira wieder fit werden. Der deutsche Nationalspieler musste im Halbfinal-Rückspiel bereits nach zehn Minuten wegen einer Muskelzerrung ausgewechselt werden. "Wir hoffen, dass sich Sami bald erholt", sagte Juve-Trainer Massimiliano Allegri: "Bis zum Finale haben wir noch einen Monat Zeit."

Auch ohne Organisator Khedira hatten die Turiner Routiniers keine Probleme mit den jungen Wilden aus Monaco. Einzig Shootingstar Kylian Mbappé konnte Buffon zum 1:2-Endstand (69.) überwinden. Für den 168-maligen Nationaltorwart Italiens war es der erste Gegentreffer im laufenden Wettbewerb seit 689 Minuten.

Buffon: „Ich bin in absoluter Topform“

Nach dem Schlusspfiff drückte Buffon den traurigen Mbappé tröstend an seine Brust. Der Altersunterschied der beiden beträgt unfassbare 7621 Tage. Mbappé, der im Alter von 18 Jahren, vier Monaten und 19 Tagen der jüngste Halbfinal-Torschütze der Champions-League-Geschichte ist, wird wohl noch häufiger um den Henkelpott kämpfen. Für Buffon ist es aber vielleicht die letzte Chance. "Ich bin in absoluter Topform, jetzt wollen wir die Chance nutzen", sagt er.

Dank Buffon und der enormen Stabilität, die Juve konstant an den Tag legt, glaubt fast ganz Italien an den Titel. "Juve ist reif, zäh und fest entschlossen wie noch nie, Europa zu erobern", schrieb die Zeitung La Repubblica. Corriere della Sera schwärmte von einer "perfekten Mannschaft", und die Gazzetta dello Sport titelte: "Die alte Dame will Europas Königin werden."

Dann könnte für Turin der Traum vom Triple wahr werden. Bereits am kommenden Sonntag kann der Klub im Topspiel bei Verfolger AS Rom den sechsten Meistertitel in Folge perfekt machen. Außerdem steht Juve im Pokalfinale gegen Lazio Rom.

Für Buffon zählt aber nur ein Titel. Und fast alle Fußballfans würden ihm auf der Zielgeraden seiner Karriere den Henkelpott gönnen.

SID

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