Auswärtssieg

Darmstadt wendet Abstieg nochmals ab - 2:1 beim Hamburger SV

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Aytac Sulu (M) schoss das 1:0 für Darmstadt gegen den HSV. Foto: Daniel Reinhardt

Darmstadt hat den Bundesliga-Abstieg noch einmal vertagt. Dennoch ist der Gang in Liga 2 für die Lilien weiter sehr wahrscheinlich. Und plötzlich muss auch der Hamburger SV wieder gewaltig um den Klassenverbleib zittern.

Hamburg (dpa) - Auf die Steh-Auf-Mentalität seines Teams war Torsten Frings einfach nur stolz. "Die Mannschaft beweist Woche für Woche überragenden Charakter", sagte der Trainer des Tabellenletzten SV Darmstadt 98 nach dem überraschenden 2:1 (0:0) beim Hamburger SV.

Denn mit dem ersten Auswärtssieg der Saison wendeten die Südhessen am Samstag den vorzeitigen Abstieg aus der Fußball-Bundesliga nochmals ab und rissen den HSV am 30. Spieltag wieder tief mit in den Keller.

"Wir wollen uns nichts vorwerfen lassen", sagte Frings. Vor der Partie habe er die Chancen auf den Liga-Verbleib auf "1:508 000 000" beziffert. Und bei einem Rückstand von elf Zählern auf den Relegationsrang vier Spieltage vor Saisonende sehe es weiter nicht gut aus, sagte Frings, der sich keinen Träumen hingibt.

Gut sieht es nach der Pleite gegen das fast schon abgeschlagene Schlusslicht auch für die Hamburger nicht aus. Nur einen Punkt Vorsprung haben die Hanseaten auf den Tabellen-16. FC Augsburg, bei dem sie am kommenden Sonntag antreten müssen. "Nach wie vor sind wir in der Situation, dass wir alles selber in der Hand haben", sagte HSV-Coach Markus Gisdol. Die Niederlage gegen Darmstadt führte er nicht auf körperliche oder taktische Dinge zurück: "Das ist der Kopf, das ist nichts anderes."

Darmstadts Kapitän Aytac Sulu (51.) und Angreifer Felix Platte (53.) sorgten mit ihren Toren dafür, dass der HSV mit weiter 33 Punkten wieder in akuter Abstiegsgefahr ist. Daran änderte auch das Eigentor von Darmstadts Fabian Holland in der Nachspielzeit nichts.

Vor 56 132 Zuschauern im Volksparkstadion zeigte sich in Durchgang eins, warum Darmstadt in den 14 Saisonspielen zuvor auswärts noch keinen Punkt hatte ergattern können. Die Lilien setzten aus einer sehr kompakten Defensive heraus fast nur auf Standardsituationen - ohne sich auch nur eine zwingende Chance zu erarbeiten.

Dies machte es für die Hamburger mit den zurückkehrten Profis Bobby Wood und Kyriakos Papadopoulos schwierig, ihr schnelles Umschaltspiel über die Flügel aufzuziehen. Dennoch wurde es vor allem dann gefährlich, wenn Linksaußen Filip Kostic Tempo aufnahm und mit seinen Hereingaben die 98-Defensive forderte. Doch sowohl Wood als auch Aaron Hunt (14.) brachten sein Zuspiel nicht im Darmstädter Tor unter. Und auch nicht 98-Verteidiger Patrick Banggaard, der nach einer Kostic-Flanke fast ein Eigentor erzielt hätte (36.).

Kurz nach Wiederanpfiff gab es dann den Doppel-Schock für die Hausherren. Erst passten die Hamburger nach einer Ecke von Mario Vrancic nicht auf, Sulu köpfte zur überraschenden Führung ein. Zwei Minuten später schloss Platte einen Konter über Vrancic und Jerome Gondorf zum 2:0 ab. Doppeltes Pech für die Hamburger, dass Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier mit HSV-Keeper Christian Mathenia zusammenprallte und angeschlagen ausgewechselt werden musste. Für ihn kam Bakery Jatta, der sein Bundesliga-Heimdebüt gab.

Vom Doppelschlag erholten sich die Hamburger nicht mehr richtig. Mehr als zwei Schüsse von Woods (65./87.) und Hollands Eigentor sprang aus ihren Angriffsbemühungen nicht mehr heraus. In der Partie in Augsburg stehen die Hamburger somit erheblich unter Druck. Zu allem Überfluss fehlt dann Kostic, der gegen Darmstadt seine fünfte Gelbe Karte sah.

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