Der Wettskandal um Robert Hoyzer: eine Chronik

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Der Wettskandal um den Schiedsrichter Robert Hoyzer erschütterte den deutschen Fußball.

Frankfurt/Main: Der Wettskandal um den Schiedsrichter Robert Hoyzer erschütterte den deutschen Fußball. Hoyzer und sein Wettpate Ante Sapina wurden schließlich zu Haftstrafen verurteilt. Eine Chronik.

21. Januar 2005

Der DFB befragt Schiedsrichter Robert Hoyzer zu Manipulationsvorwürfen. 24. Januar: In den Medien wird über Manipulationen von Spielergebnissen berichtet. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig nimmt Vorermittlungen gegen Hoyzer auf.

25. Januar 2005

Nach Angaben des DFB besteht Manipulationsverdacht bei insgesamt fünf Spielen, unter anderem beim DFB-Pokalspiel Paderborn - Hamburger SV.

27. Januar 2005

Völlig überraschend gesteht Hoyzer die ihm zur Last gelegten Wettmanipulationen und kündigt weitere Enthüllungen an.

28. Januar 2005

In Berlin durchsucht die Polizei zwei Privatwohnungen und zwei Geschäftsräume, darunter das Café King in Charlottenburg. Die Beamten nehmen vier Verdächtige unter Betrugsverdacht vorläufig fest, gegen drei wird einen Tag später Haftbefehl erlassen.

31. Januar 2005 

Der Paderborner Präsident Wilfried Finke bestätigt eine Geldübergabe vor dem Pokalspiel gegen den Hamburger SV an den Kapitän seiner Mannschaft.

1. Februar 2005 

Die Fußballer Markus Ahlf und Steffen Karl vom Regionalligisten Chemnitzer FC weisen alle Manipulationsvorwürfe zurück.

2. Februar 2005 

Die Staatsanwaltschaft Berlin veranlasst Durchsuchungen in zehn Bundesländern. Die Ermittler gehen davon aus, dass mindestens zehn Spiele der ersten drei Ligen sowie des DFB-Pokals manipuliert wurden. Beschuldigt sind neben Hoyzer unter anderem die drei in Berlin inhaftierten Personen sowie mehrere Schiedsrichter, darunter Dominik Marks. Insgesamt wird gegen 25 Verdächtige ermittelt. 10. Februar: Der DFB sperrt Hoyzer mit sofortiger Wirkung wegen grob unsportlichen Verhaltens.

11. Februar 2005

Der Hamburger SV erhält nach einer Entscheidung des DFB-Sportgerichts wegen des verschobenen Pokalspiels gegen den SC Paderborn einen finanziellen Ausgleich von zwei Millionen Euro.

12. Februar 2005

Wegen Wettbetrugs und Fluchtgefahr wird Hoyzer verhaftet.

15. Februar 2005

 Nach einer Entscheidung des DFB wird das Zweitligaspiel zwischen Wacker Burghausen und LR Ahlen wiederholt. Gegen Schiedsrichter Marks wird außerdem eine sofortige Vorsperre verhängt.

25. Februar 2005 

Hoyzer kommt gegen Auflagen aus der Untersuchungshaft frei.

11. März 2005 

Steffen Karl wird in Chemnitz verhaftet; drei Tage später wird er aus der Untersuchungshaft entlassen, nachdem er den Bestechungsversuch gestanden hat.

29. April 2005

Hoyzer wird vom DFB lebenslang gesperrt.

18. Oktober 2005

Vor dem Berliner Landgericht beginnt der Prozess gegen Hoyzer und fünf Mitangeklagte. Einer von ihnen, Ante Sapina, legt ein Geständnis ab. Er ist der einzige Angeklagte, der weiterhin in Untersuchungshaft sitzt.

27. Oktober 2005 

Am vierten Prozesstag beginnt Hoyzer mit seiner Aussage und gesteht die Vorwürfe “im wesentlichen“ ein.

17. November 2005 

Hoyzer wird vom Landgericht Berlin zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt. Der Wettpate Ante Sapina bekommt zwei Jahre und elf Monate. Seine beiden Brüder Milan und Filip sowie Ex-Schiedsrichter Marks werden zu Bewährungsstrafen verurteilt.

18. November 2005 

Die Staatsanwaltschaft legt im Fall Hoyzer Revision ein.

8. Dezember 2005 

Der Chemnitzer Ex-Profi Karl wird wegen der Manipulation von zwei Fußballspielen zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. 2006

20. Juli 2006

In Karlsruhe wird mitgeteilt, dass der Bundesgerichtshof am 28. November die Urteile gegen Hoyzer und die anderen Figuren im Fußball-Wettskandal überprüfen wird. Alle hatten gegen ihre Verurteilung Revision eingelegt.

28. November 2006 

Überraschend fordert die Bundesanwaltschaft Freispruch für Hoyzer und die anderen Beklagten. In der Begründung heißt es, das Berliner Urteil könne wegen lückenhafter Beweiswürdigung keinen Bestand haben. Die Entscheidung wird auf den 15. Dezember vertagt.

15. Dezember 2006 

Der BGH bestätigt das Berliner Urteil. Damit müssen Hoyzer und Ante Sapina ihre Freiheitsstrafen antreten.

18. Juli 2008

Nach 14 Monaten Haft wird Hoyzer wegen guter Führung nach der Hälfte seiner Strafe aus dem Gefängnis entlassen. Bereits einen Tag früher ist auch Sapina wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

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