Abstieg in der Nations League

DFB-Ikone macht Pep Guardiola für Misere der Nationalmannschaft verantwortlich

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Der FC Bayern gewann mit Pep Guardiola zwei Mal das Double.

2018 ging gar nichts für die Nationalmannschaft. Montagabend wird das Team aus der ersten Division der Nations League absteigen. Eine der Ikonen des Teams aus den 80ern erkennt jetzt eine Schuld für den Niedergang bei Ex-Bayern-Trainer Pep Guardiola.

München - Vorrundenaus bei der Weltmeisterschaft, Abstieg in der Nations League, Rassismusvorwürfe von Mesut Özil - für die Nationalmannschaft war 2018 nichts anderes als ein Seuchenjahr. Konsequenzen gab es bisher wenige: Mario Gomez und Mesut Özil traten aus der Nationalmannschaft zurück, Bundestrainer Joachim Löw lädt - Stand jetzt - die Weltmeister Jerome Boateng und Sami Khedira nicht mehr zur Mannschaft ein.

Der Bundestrainer selbst ist jedoch weiter im Amt, auch DFB-Präsident Reinhard Grindel hat die sportliche und sportpolitische Krise bisher unbeschadet überstanden. Die Ursachen für den Absturz des Teams sind gleichwohl noch nicht ausgemacht - geschweige denn behoben. Einer der Europameister von 1980 hat dazu nun eine ganze eigene Theorie: Für ihn trifft Pep Guardiola eine Schuld.

Pep Guardiola: Spielstil als Trainer beim FC Bayern hat auch Nationalmannschaft geprägt

In einem Interview mit der italienischen Zeitung La Repubblica kritisierte Hans-Peter Briegel den durch Guardiola in seiner Zeit als Bayern-Trainer geprägten Spielstil der Nationalmannschaft. Dieser sei ineffektiv und nicht auf Erfolg ausgelegt. "Einem einfachen Grundsatz folgen wir nicht mehr: Dass im Fußball das Ergebnis wichtiger ist als die Spielkontrolle“, so Briegel. „Seit Guardiola zu Bayern gekommen ist, hat sich etwas verändert."

2013 war Guardiola zu den Bayern gekommen, übernahm den damals amtierenden Triple-Sieger und führte ihn gleich zu weiteren Erfolgen: Dreimal gewann er mit dem Verein die Meisterschaft, zwei Mal dazu noch den DFB-Pokal. Der Gewinn der Champions League gelang ihm jedoch nicht. Auch wenn er kürzlich wieder auf dem Vereinsgelände gesehen wurde, war das Verhältnis von Vereinsführung zu Star-Coach nicht immer einfach. 

Weltmeister 2014  mit acht Spielern vom FC Bayern

Allerdings wurde Deutschland 2014 Weltmeister - mit sieben Bayern-Spielern in der Startaufstellung im Finale und Mario Götze, der als Einwechselspieler das goldene Tor erzielte. Bisher wurde Guardiola demnach meist ein großer Anteil am Titel angerechnet, die Beschreibung vom „FC Bayern Deutschland“ ging um. 

Briegel macht seine Kritik an der Spielweise Guardiolas und der Nationalmannschaft fest: "Wir hatten den Eindruck, dass 75 Prozent Ballbesitz nötig wären, um zu gewinnen“, sagte er. „Aber nur die Kontrolle über den Ball zu haben, ist nicht genug, um ein gutes Ergebnis zu erzielen." 

Hans-Peter Briegel: Frankreich mit anderem Spielstil als Pep Guardiola Weltmeister 

Als Beispiel fügt Briegel Weltmeister Frankreich an, der in den entscheidenden Spielen der Weltmeisterschaft deutlich weniger Spielanteile hatte als der jeweilige Gegner - und vor allem durch Konter und Standardsituationen zum Erfolg kam. Guardiola wird nachgesagt, dass er Standardsituationen mit Verachtung betrachtet.

Zugleich verteidigte er sich aber in der Vergangenheit schon wiederholt gegen den Vorwurf, dass er sinnlose Ballbesitzphasen in Kauf nehme. Und auch eine weitere Tatsache ist auffällig: Erst, als Guardiola Deutschland verließ, stürzte die Nationalmannschaft ab. 2016 erreichte sie noch das Halbfinale der Europameisterschaft - und schied gegen Gastgeber Frankreich äußerst unglücklich aus.

2018 folgte dann die Katastrophe bei der WM - nachdem Löw Leroy Sané sensationell vor dem Turnier aus dem Kader strich. Der war zuvor mit Manchester City Meister und bester Jungprofi in der englischen Premier League geworden - sein Trainer dort: Pep Guardiola. 

chp

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