1:0-Sieg im Topspiel

Dortmund bremst Höhenflug von RB Leipzig

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Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang (r) entschied die Partie gegen Leipzig mit seinem Treffer. Foto: Ina Fassbender

Borussia Dortmund trotzt seinem Stimmungstief, RB Leipzig kann den Ausrutscher der Bayern nicht nutzen. Zum Ende eines hochverdienten 1:0-Erfolgs des BVB geht es noch einmal richtig emotional zu.

Dortmund (dpa) - Leipzigs Coach Ralph Hasenhüttl stürmte wütend zum Linienrichter, Dortmunds Trainer Thomas Tuchel gestikulierte emotional in Richtung des Gegners. Der vermeintliche Ausgleich des Aufsteigers sorgte kurz vor Ende beim 1:0 (1:0)-Erfolg des BVB im Topspiel nochmal für mächtig Wirbel.

Federico Palacios-Martinez traf in der vierten Minute der Nachspielzeit für Leipzig - stand dabei jedoch hauchdünn im Abseits, weshalb Schiedsrichter Tobias Stieler das Tor zurecht nicht anerkannte. "Da gab's früher immer die Regel: Im Zweifel für den Angreifer", sagte Hasenhüttl mit einem Zwinkern und kommentierte seinen Wutausbruch: "Ich wollte nur fragen, ob er sich sicher ist, dass es Abseits war."

Mit dem Sieg trotzte Dortmund dem Stimmungstief und brachte Leipzig um die Chance, bis auf einen Zähler an Tabellenführer FC Bayern heranzurücken. Dem Tuchel-Team gelang es den großen Abstand zum Rivalen aus Sachsen in der Fußball-Bundesliga zumindest etwas zu verkürzen. Vor 81 360 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park sorgte Torschütze Pierre-Emerick Aubameyang (35. Minute) für den verdienten BVB-Sieg. "4:0 verkleidet als 1:0, super Spiel, super Energie, mit hoher Energie verteidigt, nur vergessen den Deckel drauf zu machen", schwärmte Tuchel.

Der ersatzgeschwächte Tabellenzweite aus Leipzig liegt nach der dritten Saisonniederlage aber immer noch acht Punkte vor dem Revierclub. "Die einzige Möglichkeit wäre der Lucky Punch am Schluss gewesen", sagte Hasenhüttl, der seiner Mannschaft aufgrund der personellen Probleme ein "Riesenkompliment machte."

Schon bei der Fahrt Richtung Stadion bekam das Gäste-Team die besondere Stimmung zu spüren. Über einigen Straßenbrücken hingen Schriftbanner mit kritischen Kommentaren zum von Unternehmer Dietrich Mateschitz alimentierten RB-Konzept. Ähnliche Spruchbänder waren kurz vor dem Anpfiff in großer Zahl auf der Südtribüne des Stadions zu sehen.

Diese Proteste hinterließen bei den Leipzigern jedoch zunächst nur wenig Wirkung. Auch ohne die grippekranken Timo Werner, Marcel Sabitzer und Diego Demme sowie den gesperrten Emil Forsberg starteten sie mutig in die Partie. Bei den Dortmundern kamen die Weltmeister Mario Götze und André Schürrle nicht zum Einsatz. "Das ist kein Thema nach dem Spiel, dass wir einen Ersatzspieler herauspicken", sagte Tuchel auf Götze angesprochen. Seine Geste kurz vor Ende sei "in Richtung eines Betreuers, der in meine Richtung gejubelt hat", gegangen.

Den bei BVB-Heimspielen üblichen Ballbesitzfußball gab es diesmal nicht zu sehen. Den unterbanden die Gäste mit gnadenlosem Forechecking. Nicht zuletzt deshalb verlegte sich die Borussia in der intensiven und hektischen Partie aufs Kontern. Allerdings mangelte es dabei zu Beginn an Präzision, um die gegnerischen Abwehr ins Wanken zu bringen.

Und weil auch die Leipziger im Spiel nach vorn nur wenig Konstruktives zustande brachten, bekamen die Zuschauer in der ersten halben Stunde keine klaren Möglichkeiten zu sehen. Erst danach war der BVB war ein erstes Mal der Führung nahe, als Aubameyang (33.) nach Flanke von Ousmane Dembélé über das Tor köpfte.

Zwei Minuten später klappte die Zusammenarbeit der beiden Ausnahmekönner besser. Nach sehenswertem Solo bediente Dembélé den Dortmunder Torjäger mustergültig. Aubameyang hatte deshalb keine große Mühe, aus kurzer Distanz per Kopf für seinen 17. Saisontreffer und die Dortmunder Pausenführung zu sorgen.

Auch nach Wiederanpfiff setzte der BVB auf schnelle Konter. So verpassten Reus (52. Minute) und Aubameyang (58.) große Chancen zur 2:0-Führung. Nicht zuletzt deshalb blieben die Gäste ein unangenehmer Gegner. Mehr und mehr näherten sie sich dem Dortmunder Tor an, erspielten sich aber keine klaren Chancen. Allerdings musste BVB-Keeper Roman Bürki in der 71. Minute in höchster Not gegen Davie Selke retten. Auch Dortmund vergab kurz vor Schluss noch große Möglichkeiten - und darf sich über einen Stimmungsaufschwung freuen.

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