St. Pauli entschuldigt sich nach Eklat

"Schon eure Großeltern haben für Dresden gebrannt"

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St. Pauli - Wenige Stunden nach dem 2:0-Sieg gegen Dynamo Dresden, hat sich Zweitligist FC St. Pauli bei den Anhängern der Dresdner für ein Plakat entschuldigt.

Auf dem Plakat, dass die Fans der Hamburger in der Südkurve hochhielten, stand: "Schon eure Großeltern haben für Dresden gebrannt. Gegen den doitschen Opfermytmos!"

Hintergrund ist der aktuelle Streit in Dresden um eine Aussage von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zum Jahrestag des Bombenangriffs am 13. Februar. In dieser warnte der OB vor einem Opfer-Mythos, denn Dresden sei "alles andere als eine unschuldige Stadt" gewesen. Er bekam daraufhin Morddrohungen. 

Tote der Luftangriffe verhöhnt

Der FC St. Pauli distanzierte sich nun von dem Plakat: "Auch wenn der FC St. Pauli sich von der These des Opfermythos, der in der Vergangenheit speziell von Nationalisten und Rechtspopulisten propagiert wurde, klar distanziert und einen kritischen Umgang mit der deutschen Geschichte ausdrücklich begrüßt und fordert, ist mit den Worten auf dem Spruchband eine Grenze überschritten worden, werden dort doch die Toten der Luftangriffe auf Dresden verhöhnt."

Für dieses Verhalten wolle sich der Verein "bei Dynamo Dresden, seinen Fans und allen Angehörigen der Opfer der Angriffe vor 72 Jahren entschuldigen", heißt es weiter in der Stellungnahme. 

Zuvor hatte es heftige Diskussionen in den Sozialen Netzwerken gegeben. Dynamo-Geschäftsführer Michael Born kritisierte das Spruchband ebenfalls deutlich: "Opfer von Krieg und Gewalt zu verhöhnen - das überschreitet nicht nur alle Grenzen des Geschmacks und der Meinungsfreiheit, es ist nicht zu akzeptieren und untergräbt unsere auch im Sport geltenden humanistischen Werte."

Anfang Februar fielen die Anhänger von Borussia Dortmund ebenfalls wegen Hass-Plakaten und auch Gewalt vor dem Stadion auf. Nun droht dem BVB sogar für ein Spiel die Sperrung der Südtribüne. 

Rubriklistenbild: © Twitter Screenshot

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