Eklat um Lehmann - "Eine ganz große Dummheit"

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Plötzlich stand Aristide Bancés Fuß unter dem von Jens Lehmann

Mainz - Erst trat er Gegenspieler Aristide Bancé auf die Füße und provozierte Platzverweis plus Elfmeter, dann klaute er einem Fan die Brille. Was ist nur mit Jens Lehmann los?

Kurz vor Ende der Partie seiner Stuttgarter beim FSV Mainz 05 rammte der 40-Jährige beim Stand von 1:0 für den VfB im Strafraum den Mainzer Aristide Bancé und trat ihm auf den Fuß. Schiedsrichter Wolfgang Stark wertete das als Tätlichkeit und zeigte dem 40-Jährigen Rot. Den fälligen Strafstoß verwandelte Eugen Polanski zum 1:1.

Jens Lehmann dreht durch: Chronik eines Eklats

Jens Lehmann
Erst trat er Gegenspieler Aristide Bancé auf die Füße und provozierte Platzverweis plus Elfmeter, dann klaute er einem Fan die Brille. Die Chronik des Lehmann-Eklats. © dpa
Jens Lehmann
Die Vorgeschichte: Die Torwart-Reizfigur des VfB Stuttgart provozierte während des Bundesliga-Spiels mehrfach die Mainzer Spieler, indem er sich bei Abschlägen verdächtig Zeit ließ. Mainz' Aristide Bancé rammte ihm deswegen einmal sein Knie gegen das Knie. Lehmann brach von Schmerzen getroffen hernieder. Ab da hatte er eine Rechnung mit Bancé offen. Er beglich sie wenige Minuten später. © dpa
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Jens Lehmann fängt einen Ball. Bancé steht noch im Strafraum rum. Jens Lehmann nähert sich ihm und tritt ihm mit voller Wucht auf den Fuß. © dpa
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Rein zufällig, versteht sich. © dpa
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Aristide Bancé verspürt unglaubliche Schmerzen. © dpa
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Bancé bricht zusammen, als ob ihn eine tonnenschwere Dampfwalze zwölfmal in Folge überrollt habe. Schmerz lass nach! © dpa
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Zu diesem Bild und der ganzen Aktion möge sich jeder sein eigenes Urteil bilden. © dpa
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Schiri Wolfgang Stark hat genug. Er entscheidet auf Elfmeter und greift in die Gesäßtasche. © AP
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Jens Lehmann kann es nicht fassen. Er hat doch gar nichts gemacht! © AP
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Das hat er nun davon. © dpa
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In dem Moment schüttelt jeder Fußballfan - ob Stuttgarter, Mainzer oder neutraler - wohl nur noch den Kopf. © dpa
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Man achte auf Bancé am Boden, der immer noch unheimliche Schmerzen auszuhalten hat. © dpa
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Jens Lehmann macht einen Abgang. © dpa
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Er hat den VfB zwei Punkte gekostet. Denn den Elfmeter verwandelte Mainz' Eugen Polakski zum 1:1-Ausgleich, der gleichzeitig der Endstand war. © dpa
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Doch damit nicht genug. Nach der Partie legte sich Lehmann mit einem Fan an. © DSF/sky
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Er riss ihm die Brille vom Kopf und gab sie erst nach einigen Aufforderungen zurück. © DSF/sky

Doch damit nicht genug. Nach der Partie legte sich Lehmann mit einem Fan an. Er riss ihm die Brille vom Kopf und gab sie erst nach einigen Aufforderungen zurück. Dann fuhr Lehmann mit dem Taxi zum Flughafen, flog von dort nach München. „Es wäre besser gewesen, wenn er mit dem Bus nach Stuttgart gefahren wäre und von dort einen Flug genommen hätte“, meinte Franz Beckenbauer bei Sky90. „Er hätte der Mannschaft im Bus das erklären können.“ Lehmann wohnt in Starnberg.

Stuttgarts Sportdirektor Horst Heldt fiel zur roten Karte von Jens Lehmann nicht viel ein: „Er steigt ihm auf den Fuß. Aber ich muss erst mal mit dem Jens darüber sprechen. Er hat klasse gehalten, und es ist bitter, dass das so zustande gekommen ist. Damit müssen wir halt jetzt leben.“ Deutlicher wurde da schon Trainer Christian Gross: „Die Szene mit Jens war unnötig. Ich kenne den Fußballer Lehmann recht gut, aber den Menschen Lehmann recht wenig. Ich werde mit ihm die Situation recht intensiv analysieren. Der Mannschaftserfolg steht bei mir über allem.“ War das schon das letzte Spiel von Jens Lehmann im VfB-Dress?

Franz Beckenbauer nahm ihn in der Sendung Sky90 in Schutz: „Im Moment stehen die Sterne für ihn nicht gut“, sagte er. Reporter Marcel Reif sah das anders: „Das war eine ganz große Dummheit.“

tz

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