Fan ermahnt: Mundschutz ist "passive Bewaffnung"

„Passiv bewaffnet“: So urteilt das Amtsgericht Frankfurt.
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„Passiv bewaffnet“: So urteilt das Amtsgericht Frankfurt.

Frankfurt/Main - Wer mit Mundschutz und einem über Mund und Nase gezogenen Schal im Fußballstadion angetroffen wird, verstößt laut Amtsgericht Frankfurt gegen das Versammlungsgesetz.

Solch vermummte Fans müssen sogar mit strafrechtlichen Sanktionen rechnen. Darauf hat das Amtsgericht Frankfurt am Mittwoch im Prozess gegen einen 21-jährigen Anhänger des Zweitligisten FSV Frankfurt hingewiesen. Ein Mundschutz sei eine “passive Bewaffnung“.

Weil der Realschüler allerdings einen guten Eindruck auf die Richter machte und sich mittlerweile aus der Fanszene gelöst hat, beließ es das Gericht bei einer Ermahnung und stellte das Verfahren ein. Der Fußballanhänger war im März nach dem Fußballspiel des FSV gegen den 1. FC Kaiserslautern in der Nähe der Commerzbank-Arena von der Polizei angehalten worden. Er trug einen Mundschutz, den Schal hatte er bis knapp unter die Augen gezogen.

Vor Gericht sagte er, er habe den Mundschutz aus Angst vor den Fans aus Kaiserslautern getragen. Den Schal zog er hoch, um keinen “Stress“ mit der Polizei zu bekommen. Der Kontakt mit der Polizei und das anschließende Strafverfahren hätten aber bereits Wirkung gezeigt: Er habe sich aus der Fan-Szene verabschiedet und kümmere sich um seinen Realschulabschluss.

dpa

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