Champions-League-Aus des FC Bayern gegen Liverpool

Presse: "Müde Bayern" werden in der "eigenen Stadt gedemütigt"

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Kingsley Coman schockiert nach dem Achtelfinal-Aus gegen Liverpool.
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München - Der FC Bayern machte den unrühmlichen deutschen Hattrick perfekt: Im Achtelfinale verloren sie als dritter Bundesligist gegen eine Mannschaft aus der englischen Premier League. Erstmals seit 2011 schieden die Münchner wieder in einem Achtelfinale der Champions League aus. Das schrieb die internationale Presse über das Aus der Münchner und die Leistung des FC Liverpool.

Es war ein bitterer Abend für alle Sympathisanten des Rekordmeisters aber auch für den Deutschen Fußball. Keines der Deutschen Teams konnte am Ende das gegnerische Team von der Insel auf ihren Wegen ins Viertelfinale auch nur annähernd gefährlich werden oder gar stoppen. Insgesamt fünf Niederlagen, nur ein Remis und 3:17 Tore lautet am Ende die Statistik. 

Auch wenn es gegen Liverpool ging, vom FC Bayern hatte man sich mehr erwartet - zumindest einen größeren Kampf. Es steht ein Umbruch an, das ist klar. Dennoch war von Leidenschaft und Engagement nicht viel zu sehen. Ebenso nach dem Spiel äußerten sich nur wenige Spieler selbstkritisch. 

Den eher emotionslosen Auftritt der Bayern erkannte auch die internationale Presse:

Guardian: „Ja, die Beweise lassen sich nicht widerlegen, dass Bayern sich auf dem absteigenden Ast befindet, wie es der Verfall des einst eindrucksvollen Franck Ribéry zeigt. Auch ist der 28-fache Bundesliga-Champion fade geworden, vielleicht als Folge seiner wiederholten Erfolge daheim. Das sollte aber nicht von der Vorstellung Liverpools an einem Abend ablenken, an dem Klopps Spieler beherzt abgewehrt und ihre Chancen nüchtern genutzt haben, ohne dabei einen Hauch von Unruhe zu zeigen.“

Daily Mail: „Das war eines der herrlichsten Ergebnisse eines englischen Vereins in Europa.“

El País: „Es hat eine reife Mannschaft gewonnen, die sowohl in Anfield wie in München dominierte, wo sie eine wunderbare zweite Halbzeit gegen einen Rivalen hinlegte, der sich Gedanken machen sollte, wenn er auf das europäische Höchstniveau zurückkehren möchte. Bei Bayern geht gerade etwas zu Ende.“

La Vanguardia: „Liverpool spielte mit viel mehr Persönlichkeit und Entschlossenheit. Die zweite Halbzeit in der Münchner Arena war eine starke Vorstellung gegen ein viel zu spekulatives Bayern.“

The Sun: „Während unsere Politiker zaudern und sich blamieren, sind die Fußballvereine des Landes für das genaue Gegenteil des Brexit verantwortlich - extreme Kompetenz und ein sehr klarer Verbleib in Europa.“

The Independent: „Es schien, als wären sie wirklich einfach ein Level über müden Bayern, die mehr und mehr wie das aussahen, was sie letztlich auch sind: Ein Team, das über den Berg ist und zu viele Spieler hat, die entweder ihren Zenit überschritten haben oder nie gut genug waren für einen der anderen Super-Klubs.“

BBC: „Ich hatte es in diesem Stadion noch nicht erlebt, dass so viele Zuschauer so lange vor dem Abpfiff gehen. Aber da war eben auch schon klar, dass es für die Bayern an diesem Abend nichts mehr werden würde.“

Liverpool Echo: „Die geschockten Bundesliga-Giganten wurden nicht nur besiegt, sie wurden in ihrer eigenen Stadt gedemütigt. Die Allianz Arena gehörte den 3800 ekstatischen Liverpool-Fans.“

mz/dpa

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