Rekordmeister nach Pokalspiel in "Meckerlaune"

Sorgen neue Top-Transfers für Ärger in der Bayern-Kabine? Müller: „Paradox, wenn ...“

München - Nach dem harterkämpften 2:1-Sieg über Eintracht Frankfurt und dem damit verbundenen Einzug in das DFB-Pokalfinale war die Stimmung beim Rekordmeister etwas gedämpft. Die Bayern zeigten sich in "Meckerlaune". Trainer Flick kritisierte die Spielansetzung und auch Thomas Müller machte Aussagen mit Interpretationsspielraum. 

"Wir müssen in der ersten Halbzeit eigentlich deutlich höher führen, waren heute aber auch pomadig und müde. Unser Pressing konnte heute über weite Strecken so nicht genannt werden. Summa summarum war es mit eines der pomadigsten Halbfinals, die ich in Erinnerung habe. Wir haben uns oftmals falsch entschieden oder den Abschluss nicht konsequent vollzogen. Wir hätten zur Halbzeit 3:0, 4:0 führen müssen und uns Leben einfacher gestalten können. Die Torchancen waren reichlich vorhanden. Am Ende war der Verschleiß zu spüren. Wir hatten eine gewisse Müdigkeit in den Knochen", kritisierte Bayern-Legende Thomas Müller sein und das Spiel seiner Kollegen am Sky-Mikrofon.

Flick: "...beim DFB keiner auf die Idee gekommen"

Und auch Trainer Hansi Flick war mit der zweiten Halbzeit alles andere als zufrieden. "Die zweite Halbzeit war nicht ganz so gut, da haben wir uns auch nicht geschickt angestellt.“ Seine Spieler seien nicht so frisch und etwas müde gewesen. Diese Tatsache ließ ihn zu einem Seitenhieb gegen den DFB verleiten. „Vielleicht hätte man so ein Halbfinale, ähnlich wie es die Champions League plant, auch nach der Runde machen können, um sich erst einmal komplett auf die Meisterschaft zu konzentrieren.“ Dies habe der FCB-Trainer schon zuvor intern angesprochen, "aber leider ist beim DFB keiner auf die Idee gekommen, das umzusetzen. Das ist so, das muss man hinnehmen.“

Unter dem Strich bleibt der FC Bayern in Deutschland aber das Maß der Dinge. Seit dem Corona-Lockdown hat man kein Spiel mehr verloren und steht zum insgesamt 24 Mal im DFB-Pokalfinale (doppelt so oft als der Zweitplatzierte in diesem Ranking - FC Schalke 04).

FC Bayern trotzdem Selbstbewusst

"Insgesamt ist unsere Bilanz beeindruckend. Das wollen wir uns auch nicht durch eine schwächere zweite Halbzeit kaputt machen.Das Programm ist straff, aber es gibt kein Meckern. Der 4. Juli ist noch in weite Ferne. Wir haben noch wichtige Aufgaben. Wir wollen so schnell wie möglich die zwei Siege, um die Meisterschaft einzufahren", meinte Thomas Müller nach dem Spiel gegen Frankfurt. 

Im Finale wartet Bayer Leverkusen. Dort sorgt Youngstar Kai Havertz, der am Donnerstag seinen 21 Geburtstag feiert, für reichlich Schlagzeilen. Aufgrund seiner guten Leistungen soll der Mittelfeldspieler auch bei den Münchnern ein Thema sein. 

Über den Leverkusener Shooting Star äußerte sich Thomas Müller vollen Lobes. „Kai Havertz ist ein extrem guter Spieler, ein Top-Talent Europas. Natürlich wollen wir bei den Bayern immer die besten Spieler haben. Ich habe aber keinen Einblick in den Finanzbereich von Herrn Dreesen“, erklärte das FCB-Urgestein.

Er selbst sei bei der Nationalmannschaft ja noch „in den Genuss gekommen, mit ihm auch trainieren und spielen zu dürfen“, sagte er weiter. Müller wäre also ein klarer Befürworter eines Transfers. 

Aber: Er wisse nicht, „was da geplant ist, welche Budgets da vergeben werden können in den aktuellen Zeiten. Das ist ja auch ein bisschen paradox, wenn man immer über Neuzugänge spricht und gleichzeitig Gehälter eingespart werden“.

Kai Havertz: Transfer zum FC Bayern?

Die Bayern-Stars verzichten bekanntermaßen während der Corona-Krise auf Teile ihres Salärs. Könnten also große Transfers in diesem Sommer für Ärger in der Bayern-Kabine sorgen? Müssen etablierten Stars auf Geld verzichten, um Top-Transfers (Handgeld, Ablösesumme) zu ermöglichen? 

Laut Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge will der Rekordmeister auf dem Transfermarkt im Sommer nichts überstürzen. "Wir müssen ein bisschen abwarten, wie sich der Transfermarkt nach Corona entwickelt. Wir müssen berücksichtigen, dass die nächste Saison womöglich herausfordernder wird als die aktuelle", sagte Rummenigge am Rande des DFB-Pokal-Halbfinals gegen Eintracht Frankfurt am Mittwoch in der ARD. 

dpa/mz

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