Späte Erlösung im DFB-Pokal

„Volle Kapelle“ enttäuscht: Bayern müht sich gegen Viertligisten Drochtersen 

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Auch Thiago konnte gegen Drochtersen nur für wenig Kreativität sorgen.

Der FC Bayern München ist in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Gegen den Viertligisten aus Drochtersten tat sich der Rekord-Pokalsieger allerdings lange sehr schwer. 

Der FC Bayern München hat sich in die zweite DFB-Pokalrunde gequält. Mit nahezu allen Stars im Aufgebot reichte es für den klar favorisierten deutschen Rekordmeister am Samstag beim Regionalligisten SV Drochtersen/Assel nur zu einem 1:0 (0:0). Vor 7800 Zuschauern im ausverkauften Kehdinger Stadion, das extra für „das Jahrhundertspiel“ mit Zusatztribünen versehen worden war, erzielte Robert Lewandowski in der 81. Minute das Siegtor nach Zuspiel von Leon Goretzka.

Der haushohe Favorit hatte überraschend Mühe mit dem unterklassigen Rivalen. Arjen Robben und Franck Ribéry kamen auf den Außenbahnen kaum zum Zuge. Die leidenschaftlich kämpfenden Niedersachsen standen tief und boten dem übermächtigen Gegner mit einer cleveren Defensivtaktik Paroli. Schon vor zwei Jahren hatten sie Borussia Mönchengladbach (0:1) beinahe zur Verzweiflung gebracht. Der oft ideenlose Rekordmeister konnte das Bollwerk lange Zeit nicht überwinden. Als Drochtersen/Assels Torhüter Patrick Siefkes geschlagen schien, rettete Meikel Klee bei Lewandowskis Kopfball auf der Linie (27.).

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Neuer rettet die Bayern

Wenig später hatten die Gastgeber eine Top-Chance, als der freigespielte Florian Nagel aus rund zwölf Metern einen Schuss auf den Bayern-Kasten abgab und an Manuel Neuer scheiterte (33.). „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“, klang es fortan von den Rängen. Die bis dahin beste Gelegenheit zur Führung der Bayern vergab Thiago (56.). Der Spanier traf bei einem Distanzschuss die Latte. Danach musste die Partie für gut fünf Minuten unterbrochen werden, weil Bayern-Fans Papierrollen aufs Spielfeld geworfen hatten.

Knapp eine Woche vor dem Bundesliga-Auftakt bot Bayern-Trainer Niko Kovac in der 11 500-Einwohner-Gemeinde wie angekündigt die „volle Kapelle“ mit allen Stars auf. Mit dabei war auch Nationalspieler Jerome Boateng, was ein Zeichen dafür sein könnte, dass er doch bei den Münchnern bleibt. Vom Stamm fehlten nur die verletzten David Alaba und James Rodriguez. Der von Schalke 04 und RB Leipzig umworbene Sebastian Rudy war erwartungsgemäß nicht mitgereist.

Drochtersen/Assel toppt HSV

Ein von Thomas Müller erzielter Treffer (79.) war nicht anerkannt worden, weil Ribery im Abseits stand. Deshalb blieb es bei dem knappen Resultat. Drochtersen/Assels Kapitän Sören Behrmann hatte vor dem Spiel als Ziel geäußert, „weniger Gegentore als der HSV zu bekommen“. Die Hamburger hatten drei Tage zuvor in einem Testspiel gegen die Bayern mit 1:4 verloren. Das gelang dem aufopferungsvoll kämpfenden Regionalligisten mit Bravour.

*tz.de und merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

dpa

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