Nach Winterpause

Ancelotti: „Denke, dass wir jetzt noch stärker sind“ 

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Bayern-Trainer Carlo Ancelotti glaubt an eine starke Rückrunde seiner Mannschaft. 

München - Das erste halbe Jahr als Bayern-Chefcoach mit einem eher holprigen Herbst liegt hinter Carlo Ancelotti. Aber der Italiener ist ein Experte des Frühjahrs.

Als der FC Bayern im Herbst doch manchmal ungewohnt fahrig daherkam, ist schon diskutiert worden, ob Carlo Ancelotti wirklich der Richtige für den Fußball-Rekordmeister ist. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erachtete es bei der Jahreshauptversammlung sogar als nötig, dem Italiener "vollstes Vertrauen" auszusprechen, auch Präsident Uli Hoeneß verteidigte ihn. Ancelotti selbst ließ das Rumoren unaufgeregt an sich abperlen.

Das erste halbe Jahr als Bayern-Coach hat der 57-Jährige letztlich doch passabel über die Runden gebracht - mit dem wichtigen Statement gegen RB Leipzig zum Abschluss. Jüngst im Trainingslager in Katar machte Ancelotti dann aber klar, dass er Aussetzer wie in der Hinrunde nicht mehr tolerieren werde. "In der ersten Saisonhälfte darf man Fehler machen, in der zweiten nicht", sagte er.

Ancelotti wollte seine „Spieler nicht schon in der ersten Hälfte der Saison killen“

Ancelotti zeichnet sein Führungsstil mit ruhiger Hand und ruhigem Wesen seit Jahren aus, er hat sich nie von kurzfristigen Strömungen oder Druckphasen (ab)lenken lassen. Sein Blick galt stets dem Gesamtwerk, und insbesondere seine drei Titel in der Champions League gaben ihm recht. "Wir haben einen Spezialisten auf der Bank sitzen, der für diese Fälle bestens geeignet ist", sagte Rummenigge mit Blick auf die Königsklasse, in der es Mitte Februar mit dem Achtelfinale gegen den FC Arsenal richtig ernst wird.

Ancelotti hat im Herbst auch nicht darüber geklagt, dass er seine Mannschaft bislang praktisch nie über einen längeren Zeitraum beisammen hatte - bedingt durch den längeren Sommerurlaub der EM-Teilnehmer. Er konzentrierte sich darauf, Belastungen zu dosieren, seine Spieler nicht zu verheizen. "Ich will meine Spieler nicht schon in der ersten Hälfte der Saison killen", sagte er Anfang September einmal.

Jetzt hat Ancelotti daher herausgestellt, wie wichtig das Wintertrainingslager für die Feinabstimmung und ein echtes Kennenlernen gewesen sei. "Das Training hat uns geholfen, dass wir für den Rest der Saison noch besser werden. Ich denke, dass wir noch stärker sind", sagte Ancelotti danach, und eine erste Kostprobe dieser Stärke wird es am Freitag zum Auftakt in die zweite Saisonphase beim SC Freiburg (20.30 Uhr/Sky und ARD) geben.

Lahm: „Die Rückrunde kann kommen“

Auch die Verletzungen von Thiago (Oberschenkelblessur) und Jerome Boateng (Brustmuskel-OP) schienen Ancelotti kaum Sorgen zu bereiten, er gab zudem sein Okay zur Ausleihe von Holger Badstuber zu Schalke 04. Der Bayern-Coach hat offenkundig das untrügliche Gefühl, dass die generelle Linie stimmt. Kapitän Philipp Lahm unterstrich dies. "Die Rückrunde kann kommen", sagte er.

In Freiburg darf Ancelotti auch ein bisschen Korrektur betreiben, war doch der Start des FC Bayern ins neue Jahr in der Vergangenheit selten überzeugend. Erinnert sei an ein 1:4 beim VfL Wolfsburg in der Saison 2014/15 unter Vorgänger Pep Guardiola, der den FC Bayern in seiner Zeit oft im Herbst brillieren ließ, aber im Frühling nicht konstant in Hochform hielt. "In den letzten zwei Jahren hatten wir Probleme am Ende der Saison - auch mit der Kondition und den vielen Verletzten", sagte Robert Lewandowski zuletzt.

Ancelottis will seine Spieler eben dann auf absolutem Top-Niveau sehen, wenn die Blumen sprießen und die Titel vergeben werden. Dafür wurde der Mister geholt, und diesem Ruf soll er nun gerecht werden. "Wären wir bereits in der Hinrunde auf Hochtouren gelaufen, hätten wir das im Frühjahr bereut", hatte er der tz vor dem Jahreswechsel in einem Interview gesagt.

SID

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