Sieg am Freitag 

Bayern gewinnt Derby, zeigt vor Liverpool-Kracher aber erneut Schwächen

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Mats Hummels, Thomas Müller und Franck Ribéry wissen das Ergebnis richtig einzuschätzen. 

Nur bedingt bereit für Anfield: Vier Tage vor dem Champions-League-Kracher beim FC Liverpool hat der FC Bayern in der Bundesliga zwar Spitzenreiter Borussia Dortmund mit einem hart umkämpften, aber verdienten 3:2 (2:2) beim FC Augsburg unter Druck gesetzt.

In einem hitzigen bayerischen Derby offenbarten die Münchner aber einmal mehr erhebliche Defensivprobleme.

Immerhin verringerte der deutsche Fußball-Rekordmeister dank Kingsley Coman den Rückstand auf den BVB, der erst am Montag beim 1. FC Nürnberg antritt, zunächst auf nur noch zwei Zähler. Die erneut äußerst anfällige Mannschaft von Trainer Niko Kovac muss sich im mit Spannung erwarteten Achtelfinal-Hinspiel der Königsklasse am Dienstag (21.00 Uhr/Sky) bei den Reds jedoch im Abwehrverhalten erheblich steigern, um an der berühmten Anfield Road gegen Mo Salah und Co. nicht ein böses Erwachen zu erleben.

Niko Kovac: "Wir sind schlecht ins Spiel gekommen, das war sehr ärgerlich“

Mit solch einer Leistung sei in Liverpool nichts zu holen, bestätigte Kovac nach dem Abpfiff bei Eurosport: "Wir sind schlecht ins Spiel gekommen, das war sehr ärgerlich. Unter dem Strich war es ein verdienter Arbeitssieg." Als positiv hob der Coach hervor, "dass die Mannschaft gezeigt hat, dass sie den Kampf annehmen kann".

Kapitän Manuel Neuer ergänzte: "Mit dem Spielaufbau war alles super. Die Gegentore waren natürlich der Wahnsinn. Wir wollten gut verteidigen, das haben wir nicht geschafft. Liverpool ist eine offensivstarke Mannschaft. Da müssen wir besser stehen."

In Augsburg lagen die Bayern nach nur zwölf (!) Sekunden bereits in Rückstand. Nach einer Schlafmützigkeit von Joshua Kimmich flankte Philipp Max, der Ball prallte von Leon Goretzka ins eigene Tor. Torwart Neuer, der nach seiner Daumenverletzung zurückkehrte, war machtlos. Es war eines der drei schnellsten Eigentore der Bundesliga-Geschichte.

Die Bayern erholten sich vor 30.660 Zuschauern schnell vom frühen Schock und kamen durch den überragenden Coman (17.) zum Ausgleich. Doch der stark ersatzgeschwächte FCA nutzte durch Dong Won Ji eine weitere Unsicherheit der Münchner eiskalt aus (23.). Diesmal sah Niklas Süle schlecht aus.

Coman gleich noch vor der Halbzeit zum 2:2 aus

Es sind Fehler, die Kovac seit Wochen kritisiert und die sich wie ein roter Faden durch die Saison ziehen. Immerhin zeigten die Münchner Moral. Coman gelang der erneute Ausgleich (45.+3). David Alaba brachte die überlegenen Münchner in der 53. Minute dann auf Siegkurs.

Für die Bayern war es der neunte Sieg aus den letzten zehn Ligaspielen. Der FCA, der nur magere sechs Punkte aus den letzten 13 Spielen mit neun Niederlagen holte, bleibt weiter in akuter Abstiegsgefahr.

"Wir haben Bayern alles abverlangt. Am Schluss hatte man das Gefühl, dass wir nahe dran waren, stehen aber mit leeren Händen da. Trotzdem Hut ab vor der Mannschaft. Die zentrale Botschaft ist, dass elf durstige Spieler plus Ersatzspieler auf dem Platz gestanden haben, die Gas geben", fasste Augsburgs Trainer Manuel Baum das Match zusammen.

Kovac nahm personell keine Rücksicht auf Liverpool und vertraute der Elf, die wohl auch am Dienstag bestehen soll. Jerome Boateng, Franck Ribery, Javi Martinez und der für die Champions League gesperrte Thomas Müller saßen erst einmal auf der Bank.

Augsburg machte das lange gut, konnte

Der FCA, der auf seine Leistungsträger Daniel Baier, Jeffrey Gouweleeuw, Alfred Finnbogason und Andre Hahn verzichten musste, zeigte trotz personeller Probleme wenig Respekt. Nach dem Blitzstart gerieten die Gastgeber aber schnell unter Druck. Bereits in der dritten Minute hätte James ausgleichen können, ehe dies Coman nach Flanke von Kimmich gelang. Die Freude währte jedoch nicht lange.

Die Bayern antworteten auf den erneuten Rückstand mit wütenden Angriffen. Robert Lewandowski hatte bei einem Kopfball an die Latte (34.) zunächst Pech, dann "tunnelte" der freistehende Coman FCA-Torwart Gregor Kobel. Nach der Pause entwickelte sich eine meist einseitige Begegnung mit einigen sehr guten Chancen für die Bayern. Der FCA steckte aber nie auf.

SID

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