Remis am Samstag

Werder-Spieler ärgern sich nach überraschendem Punkt gegen FCB - „Hätten auch drei Punkte mitnehmen können“

Hart umkämpfte Partie: Jerome Boateng (r.) steigt im Spiel zwischen dem FC Bayern München und SV Werder Bremen zum Kopfball hoch.
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Hart umkämpfte Partie: Jerome Boateng (r.) steigt im Spiel zwischen dem FC Bayern München und SV Werder Bremen zum Kopfball hoch.

Der FC Bayern empfing am Samstag den SV Werder Bremen. Beim Rekordmeister gab es einige Personalien zu diskutieren. Wir haben die Stimmen zum Nord-Süd-Klassiker auf Sky zusammengefasst.

  • Der FC Bayern* traf im Nord-Süd-Klassiker der Bundesliga* auf den SV Werder Bremen*
  • Hansi Flick* musste einige wichtige Stars ersetzen - zudem gab es weiter heikle Personalien zu diskutieren
  • Wir haben Stimmen der Bundesligapartie am 8. Spieltag auf Sky zusammengefasst

München - Der FC Bayern grüßte nach gut einem Viertel der Saison von der Tabellenspitze. Am 8. Spieltag kam der SV Werder Bremen zum Nord-Süd-Klassiker in die Allianz Arena*.

Rein sportlich sollte das vermutlich keine besonders große Hürde für die Elf von Hansi Flick werden - doch damit hatte man sich geschnitten. Der FCB-Coach hatte einige Ausfälle zu verkraften. Joshua Kimmich fehlt mit einer Knieverletzung lange, zudem standen Alphonso Davies und Corentin Tolisso gegen Werder nicht zu Verfügung. Zu allem Überfluss musste Lucas Hernandez dann nach 15. Minuten vom Feld*.

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Allerdings bestimmen eher die Personalien David Alaba und Jerome Boateng die Schlagzeilen an der Säbener Straße. Bei beiden Abwehrspieler laufen die Verträge im kommenden Sommer aus. Wie die Zukunft der Innenverteidiger aussieht, steht dabei noch in die Sternen.

Redebedarf besteht in der Partie des Rekordmeisters* gegen Werder grundsätzlich. Wir fassen die Stimmen der Beteiligten auf Sky für Sie zusammen.

Hansi Flick (Trainer FC Bayern) nach der Partie über ...

... die Verletzungsmisere: „Wir haben genügend Spieler. Wir waren nicht ganz so im Spiel, wie wir uns das vorgestellt haben, insofern hat Bremen verdient einen Punkt geholt. Wir haben jetzt noch acht Spiele in diesem Jahr, darauf müssen wir uns einstellen. Es gibt keine Entschuldigungen, dass es zu viele Spiele sind.“

Thomas Müller (FC Bayern) nach der Partie über ...

... die starken Bremer: „Werder hat das ganze Spiel diszipliniert verteidigt. Sie haben das Zentrum enorm dicht gemacht. Nach einem Einwurf kassieren wir ein ganz billiges Gegentor.“

... das Debakel der DFB-Elf: „Man leidet mit seinen Mitspielern mit, auch mit den Zuschauern. Der deutsche Fußball-Fan sehnt sich danach, dass es wieder gut läuft. Es herrscht sehr viel Negativität.“

... eine mögliche DFB-Rückkehr: „ Ich glaube, keiner ist zurückgetreten. Wir sollten nicht über Spieler diskutieren, sondern darüber, was wir auf dem Platz falsch machen. Nach einem 0:6 muss man über andere Dinge diskutieren.“

Manuel Neuer (Kapitän FC Bayern) nach der Partie über ...

... die Gründe für das Remis: „Nach dem Rückstand haben wir viel investiert. Wir hatten weniger Torchancen als gewohnt.“

Florian Kohfeldt (Trainer des SV Werder Bremen) nach der Partie über ...

... das Remis: „Wir haben nach 22 Spielen endlich mal wieder was gegen die Bayern geholt. Aber das fünfte 1:1 in Folge ist vielleicht der langweiligste Rekord, den man holen kann. Aber letztlich bin ich mit dem Punktgewinn zufrieden - natürlich.“

... die viele Torchancen seiner Mannschafft: „Manuel Neuer steht nun mal dahinten drin. Ich muss es nochmal sagen, er ist der beste Torhüter auf der Welt. Der Beste, den es je gab - und vielleicht der Beste, den es je geben wird. Und so einer gehört auch zur Mannschaft - das war heute mit entscheidend.“

Ömer Toprak (SV Werder Bremen) nach der Partie über...

... den Punktgewinn gegen die Bayern: „Natürlich hatte Bayern viel Ballbesitz und hat uns von links nach rechts gespielt. Aber wenn man sieht, wer die besseren Torchancen hatten, hätten wir auch drei Punkte mitnehmen können.“

Maximilian Eggenstein (SV Werder Bremen) nach dem Spiel über...

... sein Tor:  „Ich wollte ihn ins lange Eck bringen und das ist mir gut gelungen. Natürlich ist es etwas Besonderes, gegen den aktuell besten Torwart der Welt zu treffen.“

... den Spielverlauf: „Wenn man gegen Bayern spielt, muss einem klar sein, dass man immer Situationen haben wird, in denen man Glück braucht. Das haben wir hinten heute gehabt, vorne hat es uns ein Stück weit gefehlt. Es ist ein bisschen schade, aber der Punkt ist schon in Ordnung.“

Marco Friedl (SV Werder Bremen) nach dem Spiel über...

... das Ergebnis: „Vorher hätten wir das 1:1 vielleicht sogar unterschrieben, aber wenn man sich das ganze Spiel anguckt, habe ich gemischte Gefühle. Wenn man die 90 Minuten gesehen hat, haben wir sehr gut verteidigt und vorne gefährliche Chancen gehabt – am Ende hätten wir vielleicht sogar das Spiel gewinnen können.“

Frank Baumann (Sportdirektor SV Werder Bremen) nach dem Spiel über ...

... das fünfte 1:1 in Folge: „Wir hätte auch verlieren, aber wir haben tatsächlich mutig gespielt und hatten einige gute Möglichkeiten, die Konter aber nicht immer gut zu Ende gespielt. Auch wenn die Bayern natürlich mehr Ballbesitzt hatten. Ich muss der Mannschaft ein großes Lob aussprechen.“

... die Gründe für das Remis: „Wir haben sehr, sehr gut verteidigt und die Bayern nicht ins Rollen kommen lassen. Wir waren mutig mit Ball. Heute haben wir uns Herz auf den Platz gebracht - so muss man in München auftreten.“

Hasan Salihamidzic (Sportdirektor FC Bayern) vor dem Spiel über ...

... die Folgen des DFB-Debakels: „So ein Spiel haben die Jungs noch nicht oft erlebt, aber sie sind Profi genug. Das Training war wirklich gut, ich mach mir keine Sorgen. Das, was da passiert ist, werden die Verantwortlichen beim DFB analysieren. Wir kümmern uns nur um uns.“

... die überraschende Aufstellung: „Wir haben natürlich eine hohe Belastung in den kommenden Wochen, der Trainer versucht daher, dass auch die Nationalspieler bis Weihnachten durchkommen.

... Youngster Jamal Musiala: „Er ist ein Spieler mit einer super Technik, der im Eins-gegen-eins sehr gut ist. Wir freuen uns, dass er aus dem FCB-Campus hochkommt. Er ist einer davon, die die große Chance haben kann, sich bei uns durchzusetzen.“

... den Ausfall von Kimmich: „Er ist ein sehr, sehr wichtiger Spieler und schwer zu ersetzen, aber wir haben auf der Position einige Optionen. Das haben die Jungs gegen Dortmund schon gezeigt. Wir sind froh, dass die Verletzung nicht so schwer ist, wie wir zunächst befürchtet haben. Wir geben ihm genügend Zeit, damit er wieder fit wird. Aber wir kennen ja den Josh. Er ist einer, den man eher bremsen muss. Der wird in eine paar Wochen schon wieder auf der Matte stehen und trainieren wollen.“ (lacht)

... die Zukunft von Boateng: „Wir wissen alle, dass Jerome eine Vertrag bis zum 30. Juni 2021 hat. Wir werden uns mit ihm und seinem Management zu gegebener Zeit treffen und eine faire Entscheidung treffen.“

Florian Kohlfeldt (Trainer SV Werder Bremen) vor der Partie über...

den Gegner: „Die Analyse der Bayern ist klar, sie haben eine unfassbare Offensive, eine unfassbare Qualität. Das ist in diesem Jahr nochmal stärker geworden, aber sie verteidigen auch sehr hoch. Wenn wir den entsprechenden Mut mit Ball haben, dann kann sich das Spiel zu uns wenden. Wir müssen sie aus ihrer Comfort-Zone rausholen, den absoluten Fokus haben und den letzte Schritt wollen. Dann haben wir eine Chance.“

(smk) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks

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