"Bin lieber in Laufen als in China"

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Aus den Händen von SVL-Kapitän Florian Hollinger erhielt Hermann Gerland ein Laufen-Trikot mit allen Unterschriften. Links Initiator Ludger Schulze.

Laufen - Im Berchtesgadener Land, mit dem Blick auf die Berge, gefällt es Hermann Gerland definitiv besser als in China - das verriet der Bayern-Co.-Trainer bei seinem Besuch in Laufen.

"Die Landschaft ist schöner, die Luft sauberer", lachte der 58-Jährige im Rahmen des Trainings, das er den Laufner Kreisliga-Kickern erteilte. "Ich fahr jedenfalls viel lieber hier runter, als nach China zu fliegen", so Hermann Gerland im Interview mit Moderator Manfred Strasser vom Fanclub "De rodn Waginga", angesprochen auf die jüngste Marketing-Reise des Deutschen Rekordmeisters nach Fernost.

Bilder vom Besuch Hermann Gerlands:

Hermann Gerland hatte Martin Hägele an die Salzach mitgebracht, FC-Bayern-Abteilungsleiter der Sparte "Internationale Beziehungen". Ein interessanter Job für den ehemaligen Süddeutsche-Journalisten und oft als Experte im DSF-Doppelpass erlebten Gast.

Gerland und Hägele erhielten von Laufens Bürgermeister Hans Feil Bildbände mit allen Schönheiten des Rupertigaus. Von den beiden Laufner Teams bekam der gebürtige Bochumer Hermann Gerland aus den Händen von Teamkapitän Florian Hollinger und Michael Kirschner ein rotes SVL-Trikot mit seinem Namen und den Unterschriften aller Akteure des Kreisligisten. Zuvor hatte Gerland alle Fragen beantwortet und dem Nachwuchs des SV Laufen Autogramme gegeben.

Zusammen mit Coach Kruno Ruzic freute sich Gerland schließlich auf das rund 90-minütige Training am Nebenplatz. Von der ersten bis zur letzten Minute wurde mit dem Ball gearbeitet, zumeist zu zweit oder in kleinen Gruppen. Individuelle Übungen, oft völlig neu für die Amateurkicker aus Laufen. Erschöpft aber zufrieden bilanzierten die beiden Mannschaften den außergewöhnlichen Abend - wann wird man schon vom Co.-Trainer eines Champions-League-Finalisten über den Platz gejagt? Im Anschluss gab's noch im Vereinsheim Tipps vom Altmeister.

Unglaublich wertvoller Dienst

Gerland löste ein Versprechen ein, das er vor gut einem Jahr beim Besuch der Laufner Bayern-Fans in der Allianz-Arena und an der Säbener Straße gegeben hatte. Der Kontakt kam über Ludger Schulze zustande: Er ermöglichte einer der drei Töchter Gerlands ein Praktikum bei der Süddeutschen Zeitung. Für diesen "unglaublichen wertvollen Dienst" wollte sich der Fuball-Lehrer früher oder später revanchieren.

Erst als Gerland mit den Laufner Kickern auf dem Platz stand, fühlte er sich so richtig wohl: "Wenn ich gewusst hätte, was ihr hier drumherum so alles veranstaltet, wäre ich nicht gekommen", zwinkerte der zwei- und ehemalige Coach des 1. FC Nürnberg, der auch schon den VfL Bochum, Tennis Borussia Berlin, Arminia Bielefeld oder den SSV Ulm unter seinen Fittichen hatte. Bei den Bayern (2. Mannschaft) war er bereits von 1990 bis '95, 2001 kehrte er zurück.

"In der Schule war ich keine besondere Leuchte", verriet Gerland am Rande. "Ich habe immer Fußball gespielt, war jeden Tag auf dem Platz". Er versuchte, den Laufner Spielern zu vermitteln, mit welcher Einstellung sie vorwärts kommen. "Talent allein reicht nicht, man muss auch täglich daran arbeiten". Gerland selbst brachte es auf 204 Bundesliga-Spiele, alle für den VfL Bochum. Vier Tore gelangen dem Verteidiger zwischen 1972 und '84 - "drei mit dem Fuß, eines mit dem Kopf".

Hohe Ablösen nicht unbedingt nötig

Auf die Summen, die mittlerweile auch in der Bundesliga an Ablöse gezahlt werden, angesprochen (für den neuen Star Javi Martínez legte Gerlands Arbeitgeber 40 Millionen Euro auf den Tisch), machte der "Tiger" keinen Hehl daraus, dass ihm heimische Leute lieber sind: "Ein Lahm, ein Schweinsteiger oder ein Müller - sie wurden allesamt beim FC Bayern ausgebildet. Sie identifizieren sich mit dem Verein und bleiben dann oft auch lange hier. Für auswärtige Spieler muss man nur Unmengen an Geld in die Hand nehmen - und dann sind sie auch schnell mal wieder dahin".

Gerland baut auf die solide Ausbildung eigener Fußballer aus dem bayerischen Raum: "Da hat am Ende jeder mehr davon". Schon jetzt hat er einen Jugendlichen beim FC Bayern im Auge, von dem er überzeugt ist, dass er in zwei, drei Jahren in der 1. Mannschaft spielen wird. "Bei uns bekommt er halt auch die bestmögliche Ausbildung", so Gerland selbstsicher zum Abschluss seines interessanten Besuchs beim SV Laufen.

bit

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