Fan geht Uli Hoeneß bei Jahreshauptversammlung harsch an

"Weil Sie es nicht im Kreuz hatten, Ihren alten Weggefährten anzurufen"

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München - Bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern haben einige Mitglieder Dampf abgelassen. Im Visier: Vereinspräsident Uli Hoeneß.

Nach einer relativ harmonischen Jahreshauptversammlung des FC Bayern München am Freitagabend ist es zum Ende doch noch zu einem kleinen Eklat. Unter dem Punkt "Verschiedenes" kommen auch Fans des Fußballclubs zu Wort. Und einer davon geht Präsident Uli Hoeneß harsch an. Dabei hat alles recht nett begonnen.

"Servus beinand", beginnt Johannes Bachmayr seine Rede. Er erinnere sich noch genau an das Jahr 1999, als er 14 Jahre alt und sein großes Idol gerade Unternehmer des Jahres geworden war. "Ich wollte werden wie Uli Hoeneß, der große Manager. Heute - zwanzig Jahre später - bin ich mir nicht mehr so sicher", sagt er. Leichter Applaus brandet auf.

Doch damit ist die Kritik noch nicht beendet. Er verstehe die Verpflichtung von Brazzo nicht, sagt er. Und kritisiert, dass "ein Verein wie der FCB zwölf Monate brauche, um einen Sportdirektor zu präsentieren. Auswahlverfahren war: Taxifahrt in China. Überzeugend. So überzeugend, er wusste auf der PK nicht einmal seine Tätigkeit zu beschreiben."

Auch der Disput mit Paul Breitner wird im Vortrag des Fans zum Thema: "Der Herr Dreesen wurde ja vor Kurzem zum Telefonlakaien degradiert, weil Sie es ja nicht im Kreuz hatten, Ihren alten Weggefährten selber anzurufen." Riesenapplaus brandet nach dieser Aussage auf.

Nach der Auffassung des Fans kann ein Ehrenspielführer nicht einfach so verbannt werden: "Es ist nicht Ihr Stadion. Und der Verein ist nicht Ihr Eigentum. Paul Breitner hat ausgesprochen, was sich viele dachten, und das muss man auch mal aushalten." Immerhin sei Meinungsfreiheit im Grundgesetz geregelt, fügt der Redner hinzu.

Reaktionen auf die Fankritik

Und wie reagiert Vereinspräsident Uli Hoeneß? Der 66-Jährige lehnte eine Diskussion "auf diesem Niveau" ab. Was folgt sind laute Pfiffe und Buh-Rufe als Reaktion der Fans. Zum Abschluss der Jahreshauptversammlung sagt Uli Hoeneß: "Heute gibt es hier Ansätze, wie ich mir den FC Bayern nicht vorstelle."

Mittlerweile kursieren auch Videomitschnitte der Kritik im Netz. Auf der Instagram-Seite von skysport.de ist der Clip mittlerweile über 91.000-mal aufgerufen worden. Die Kommentare dort gehen auseinander. "Er hat in allen Belangen recht, das weiß jeder, der sich ein bisschen mit der ganzen Materie auskennt", schreibt ein User. "Geiler Typ", lautet der Kommentar eines anderen.

Den vollständigen Ticker zur Jahreshauptversammlung lesen Sie bei unserem Partnerportal tz.de.

ksl

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