"Der Trainer reißt sich jeden Tag den Arsch auf"

Klare Bekenntnisse zu Kovac und Drohungen an den "Maulwurf"

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München - Mit 5:1 (3:0) hat der FC Bayern am Abend Benfica Lissabon in der Champions League vom Platz gefegt und damit den Achtelfinal-Einzug klar gemacht. Doch "normal" war rund um diese für Trainer Niko Kovac wegweisende Partie nur wenig.

Am Montagnachmittag mussten offenbar gleich vier Stars bei den Bossen antanzen. Ab 15 Uhr sollen Kapitän Manuel Neuer, Vize-Kapitän Thomas Müller, Franck Ribéry und Robert Lewandowski nacheinander von den Bossen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß zum Rapport vorgeladen worden sein, wie die Bild-Zeitung nun berichtet. Vor allem Hoeneß soll sich laut der Zeitung die vier Stars ordentlich zur Brust genommen haben. Allerdings sollen auch die Spieler zu Wort gekommen sein. Es habe angeblich auch Kritik an Kovac gegeben, zudem wurde über die eigenen Leistungen gesprochen.

Nachdem es zuletzt auch noch Ärger wegen dem Entzug der Ehrenkarten von Bayern-Legende Paul Breitner gegeben hatte, glättete der Rekordmeister mit dem überzeugenden Sieg gegen schwache Portugiesen die Wogen ein wenig. Der Job von Kovac dürfte damit vorerst gerettet sein. Doch was sagen eigentlich die Beteiligten zu den Vorkommnissen der letzten Tage und dem fürs erste bestandenen Charaktertest?

Stimmen zum Spiel:

Arjen Robben: "Die Treffer waren wichtig für uns. Ich spiele ja nicht nur für mich, aber natürlich ist es immer schön Tore zu erzielen. (...) Wir wissen alle, wie es im Fußball läuft. Dass der Trainer in so einer Situation in die Kritik gerät. Der Draht zu ihm ist gut. Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen. Er gehört zu uns. Ich habe mich sehr für ihn gefreut, er hat das verdient. Er reißt sich jeden Tag den Arsch auf. Ich habe mich wirklich für ihn gefreut."

Hasan Salihamidzic (Sportdirektor): "Ich denke, dass Spiel hat für sich gesprochen. Ich habe mich gefreut, dass die Mannschaft Verantwortung übernommen hat. Dass wir endlich wie Bayern gespielt haben. Wir fahren jetzt nach Bremen, selbstverständlich mit Niko, und versuchen da zu gewinnen." 

Einen möglichen Kontakt zu Ex-Arsenal-Coach Arsene Wenger verneinte Salihamidzic übrigens im Interview mit dem TV-Sender Sky. Zudem drohte er dem "Maulwurf", der offenbar seit Wochen Interna aus der Kabine ausplaudert: "Sie können [es] sich ausmalen, wenn ich den erwischen würde, was das bedeuten würde!"

Niko Kovac (Trainer): "Wir haben endlich mal eine Führung ausgebaut und über 90 Minuten, die erste Minute nach der Pause mal ausgeschlossen, gut verteidigt. Wir haben das Mittelfeld schnell überbrückt. Endlich hat sich die Mannschaft für den Aufwand belohnt. (...) Ich denke von Spiel zu Spiel. Es wird schwierig die nächsten Wochen, das wissen wir alle. Das, was uns Kopfzerbrechen bereitet, ist, dass wir die drei letzten Bundesliga-Spiele nicht gewonnen und die Führungen über die Zeit gebracht haben. Wir dürfen jetzt nicht an den ersten Platz in der Tabelle denken."

Manuel Neuer: "Natürlich spielt die Mannschaft für den Trainer, für den Verein und für uns selbst natürlich auch. Dass der FC Bayern nach oben gehört, ist wichtig für Deutschland, wichtig für jeden einzelnen Spieler. (...) Der Trainer macht seine Arbeit und wir versuchen, dem zu folgen. Wir haben eine Riesen-Verantwortung, weil wir die Protagonisten auf dem Platz sind. Da gibt es nicht den einen Schuldigen. Es wäre viel zu einfach, zu sagen, dass der Trainer jetzt der Alleinverantwortliche ist. Wir haben uns in diese Situation gebracht, deswegen sind wir Spieler hauptverantwortlich."

mw

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