Vor Weihnachtsmeisterschafts-Duell

RB-Boss Rangnick geht auf Kuschelkurs mit den Bayern

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Bild aus dem Jahr 2016: Ralf Rangnick, Sportdirektor von RB Leipzig.

Leipzig - Ralf Rangnick galt einst als Lautsprecher, schoss gerne Giftpfeile auf Gegner. Lieblingsopfer: Der FC Bayern. Vor dem Bundesliga-Duell seiner roten Bullen gegen den Rekordmeister schlägt er leisere Töne an.

„Wer flotte Sprüche hören will, ist bei Bayern richtig. Wer flotten Fußball sehen will, soll zu uns kommen“, sagte Ralf Rangnick im Dezember 2008. Damals war er Trainer des Aufsteigers aus Hoffenheim - und reiste als Tabellenführer in die Allianz Arena. Die Bayern - damals noch unter Jürgen Klinsmann - siegten durch einen späten Treffer von Luca Toni mit 2:1 und rückten punktgleich an den Aufsteiger heran. Hoffenheim beendete die Saison schließlich auf dem siebten Tabellenplatz, Bayern wurde Vizemeister hinter dem VfL Wolfsburg. Was blieb war, dass sich Rangnick und die Bayern-Verantwortlichen nicht grün waren.

Rangnick bescheiden - aber nicht demütig

Bild aus dem Jahr 2008: Ralf Rangnick, damals Erfolgscoach der TSG 1899 Hoffenheim.

Damit ist jetzt Schluss: Schon zu Beginn der Woche hatte Rangnick lobende Worte für Bayern-Präsident Uli Hoeneß parat. Jetzt gibt er sich im SportBild-Interview leutselig. Von Giftpfeilen von Leipzig nach München und wieder zurück will der RB-Sportdirektor nichts wissen. Der Mann hat offenbar aus seinen Fehler gelernt. „Ich würde einiges von damals heute nicht mehr sagen“, erklärt der 58-Jährige. „Wir treten mit Respekt, aber auch mit großem Ehrgeiz an.“ Versöhnliche Töne des ehemaligen Stänkerers - und eine gehörige Portion Lob für den Gegner. „Wir sind in fast allen Bereichen noch Lichtjahre von Bayern entfernt“, sagt Rangnick und sieht RB bei der Partie gegen den Rekordmeister in der Außenseiterrolle. „Wenn wir nicht an unserem absoluten Leistungslimit spielen, haben wir keine Chance.“ Mittelfristig soll sich das ändern. 

Rangnicks Dreijahres-Plan: Champions League

Rangnick hat große Pläne mit den roten Bullen und will den Abstand zum FC Bayern möglichst schnell schrumpfen lassen. Aber nicht mit Hauruck und teuren Stars, sondern Vernunft und Talenten. „Wir wollen uns in den nächsten Jahren so weiterentwickeln, dass wir uns für die Europa oder Champions League qualifizieren können“, sagt Rangnick. „Das setzt aber voraus, dass wir konsequent unseren bisherigen Weg weiterverfolgen.“ Und das Duell mit dem Rekordmeister? „Es ist das psychologisch einfachste Spiel der Saison“, sagt Rangnick. „Wir sind krasser Aussenseiter, es gibt kaum eine dankbarere Aufgabe für uns.“ Eine kleine Kampfansage lässt der geläuterte Rangnick sich dann doch noch entlocken: „Wir wollen jedes Spiel gewinnen.“ Ob den roten Bullen das gelingt, erfahren Sie heute Abend - bei uns im Live-Ticker.

Was Bayern-Coach Carlo Ancelotti vor dem Showdown gegen Leipzig zu sagen hat, lesen Sie hier. Und: Die Gründe für Leipzigs Höhenflug.

mae

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