"Pfiff der Woche"

Felix Brych: Das war kein Spiel für Feinschmecker

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Der Münchener FIFA-Schiedsrichter Dr. Felix Brych, hier zeigt er Madrids Toni Kroos die Gelbe Karte, hatte es in Cardiff mit einer nickeligen, schwer zu leitenden Begegnung zu tun. Juve und Real machten es dem Referee nicht einfach.

Cardiff. Lutz Michael Fröhlich, Vorsitzender der DFB-Schiedsrichterkommission Elite, sitzt beim Champions-League-Endspiel in der walisischen Hauptstadt Cardiff mittendrin zwischen den beiden Fanlagern von Juventus Turin und Real Madrid.

Auch Kollege Herbert Fandel sitzt genau dort inmitten der gut 65.000 Fans, und dann und wann denkt der heutige Vorsitzende des DFB-Schiedsricherausschusses an sein eigenes Finale vor einem Jahrzehnt zurück, das er leiten durfte, so wie jetzt Dr. Felix Brych. Lutz Michael Fröhlich und Herbert Fandel beobachten die Reaktionen der Fans auf die Entscheidungen des Schiedsrichters in dieser sehr schwer zu leitenden Partie genau – und sind sich am Ende einig, wie sie die Leistung des deutschen Schiedsrichter-Teams bewerten müssen.

Der ehemalige Spitzen-Referee Marco Haase, seit 30 Jahren Unparteiischer und als Schiedsrichter und Assistent viele Jahre in der 3. und 4. Liga aktiv, analysiert die Szenen mit der Frage: Warum ist es zu dieser Entscheidung gekommen?

Wer an Juve und Real denkt, müsste meinen, es gehe den Akteuren vor allem um Technik und Ball. In Cardiff nicht. Es geht rustikal zu Werke, im Fachjargon nennt man das so: Kein ball-, sondern gegnerorientierter Einsatz. Übersetzt: Es geht vielen Spielern in zahlreichen nickeligen und halblegalen Duellen nicht um das runde Leder, sondern um die Beine des Gegners. So muss Felix Brych ganz schnell in Durchgang eins drei Gelbe Karten ziehen, weitere Karten folgen. Dazu muss der 41-jährige promovierte Jurist aus München von Beginn an viel kommunizieren, deutliche Ansprachen wählen, Freistöße verhängen. Nein: Dieses CL-Finale ist zwar in der ersten Halbzeit spannend, und auch noch etwas in der zweiten; aber schön für den Schiedsrichter und für Liebhaber des Ballzaubers ist eine solche Partie nicht. Das sehen auch weitere ehemalige Spitzen-Referees so, mit denen der „Pfiff der Woche“ exklusiv für diese CL-Final-Nachlese spricht: Lutz Wagner, Karl-Heinz Gläser und Walter Moritz, Bayerns Schiedsrichter-Chef. Lesen Sie alle Einschätzungen und die Analyse, ob die vieldiskutierte Gelb/Rote Karte in der 84. Minute berechtigt ist oder nicht, im aktuellen „Pfiff der Woche“.

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Weitere Erläuterungen zu aktuellen und meist viel diskutierten Schiedsrichterentscheidungen finden Sie in der Rubrik "Pfiff der Woche" bei az-online.de*.

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