Nachfolger von 90elf

Fußball im Radio: Sport1.fm nimmt Arbeit auf

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Köln - Mit Beginn der 2. Bundesliga am Freitag nimmt das neue Onlineradio Sport1.fm den Sendebetrieb auf. Doch der Schatten des Vorgängers 90elf ist lang. Für die Fans soll das Hörerlebnis kostenlos bleiben - vorerst.

Wer Fußball im Radio hört, baut sich das Spiel im Kopf zusammen. Bilder von Dribblings, Spielzügen und spektakulären Toren werden lebendig durch die Stimme des Reporters. Der Münchner TV-Sender Sport1 will mit seinem Ableger Sport1.fm genau dorthin - in die Köpfe der Fans. Zum Start der 2. Bundesliga am Freitag will das Online-Radio aus dem Schatten des Vorgängers 90elf treten.

„Wir liegen in den letzten Zügen der Vorbereitung. Es herrscht große Vorfreude“, sagte Sport1-Sprecher Michael Röhrig dem SID. Die Zeit bis zum Sendestart verfliegt, am vergangenen Wochenende fand ein Reporter-Workshop statt, das neue Studio wurde getestet. „Es geht zur Sache“, sagt Röhrig. Für den jungen Sender enden turbulente Wochen und Monate.

Mitte März hatten die Münchner überraschend die Audio-Lizenzen der Bundesliga für das Internet und Digitalradio bis 2017 von der Deutschen Fußball Liga (DFL) erworben - ein Schock für 90elf, das sich durch seine Vollreportagen von der Berichterstattung der ARD abgehoben hatte. 2008 gingen die Leipziger „On Air“, 2011 wurde das Erfolgsmodell mit dem Deutschen Radiopreis als „Beste Innovation“ ausgezeichnet. Jetzt reichte die Offerte über 700.000 Euro nicht mehr aus.

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Das Angebot aus München habe etwa 30 Prozent über dem von 90elf gelegen, schrieb das Branchenmagazin Sponsors. In Leipzig sprach man nach dem verlorenen Wettbieten vom „Haifischbecken“, in das man sich dank des Erfolgs begeben habe. Das kostenlose Angebot, gepaart mit Reporterlegenden wie Manni Breuckmann und Günter Koch, traf den Nerv der Radiogemeinde. Im Saisonendspurt der Bundesliga sammelte man mehr als 2,5 Millionen Hörkontakte pro Woche.

Um irgendwann in ähnliche Sphären vorzustoßen, verzichtet Sport1. fm zum Start auf ein Bezahlmodell. Sport1-Digitalchef Robin Seckler sagte dem Online-Portal radioszene.de jedoch, man denke über „Premiumdienste“ nach, die „dann wahrscheinlich kostenpflichtig“ würden. Das Basis-Angebot, die „Grundversorgung“, wie Seckler es nennt, finanziert das Unternehmen durch klassische Radiowerbung.

Um den Sender zu empfangen, stehen ab Freitag Apps für mobile Endgeräte bereit. Auch im Internet ist Sport1.fm zu hören, Radio Energy ist Kooperationspartner für das Digitalradio DAB+. Doch es sind die Applikationen, die eine zentrale Bedeutung haben: Sie sind Vertriebskanal, Werbeträger und Schnittstelle zu sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter.

Dort hatte Sport1 zuletzt intensiv für den Kanal geworben, denn das Projekt hat eine stramme Zielvorgabe von zwei Millionen Hörkontakten pro Monat mit auf den Weg bekommen. Röhrig sieht den Sender deshalb aber „nicht unter Druck.“ Für die Macher wird die Zeit zwischen den Starts der 2. Liga und dem Oberhaus (9. August) dennoch zur Nagelprobe.

Neben dem Zugpferd Fußball und etablierten TV-Formaten werden Spiele der Handball- und Basketball-Bundesliga zu hören sein. 30 Reporter gehen im Wechsel auf Sendung. Die Ankündigung auf der Webseite („Unsere Korrespondenten sind vor Ort)“ stimmt dabei nur bedingt. „Im Regelfall werden die Spiele aus Ismaning reportiert. Bei ausgewählten Spielen sei geplant, `dass wir auch vor Ort sind“, sagt Röhrig.

Um 7.00 Uhr gehen am Freitag die roten On-Air-Lämpchen an. „Es kribbelt“, sagt Röhrig. Das Aufwärmprogramm mit Vorberichten und Interviews geht bis 18.30 Uhr, dann eröffnen Sandhausen gegen Aalen und Ingolstadt gegen Aue die Saison - und Sport1.fm darf endlich aus dem langen Schatten von 90elf treten.

sid

Rubriklistenbild: © dpa-mm

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