Niederländer beim Club

Verbeek soll neuer FCN-Coach werden

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Gertjan Verbeek, zuletzt Coach beim AZ Alkmaar, soll neuer Trainer in Nürnberg werden.

Nürnberg - Hoch gehandelt wurden Marcel Koller und René Meulensteen, am Ende wird es aber wohl Gertjan Verbeek: Der Niederländer soll den Bundesligisten 1. FC Nürnberg aus dem Tabellenkeller führen.

Mit dem strengen Niederländer Gertjan Verbeek auf der Trainerbank will Bundesligist 1. FC Nürnberg seine sportliche Krise beenden und den Sprung aus dem Tabellenkeller schaffen. Der 51-Jährige soll nach übereinstimmenden Medienberichten Nachfolger von Michael Wiesinger werden, von dem sich die in dieser Saison noch sieglosen Franken vor zwei Wochen getrennt hatten. Bereits am Dienstag sollen demnach letzte Vertragsdetails geklärt sein, Verbeek könnte dann direkt in die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel am kommenden Freitag beim VfB Stuttgart einsteigen.

Mit der Verpflichtung des Niederländers, der zuletzt in seiner Heimat beim niederländischen Club AZ Alkmaar arbeitete, würde eine zweiwöchige Hängepartie zu Ende gehen. Nach der Trennung von Wiesinger galt zuletzt der österreichische Nationalcoach Marcel Koller, der mit den Alpen-Kickern die WM-Qualifikation verpasst hatte, als Topfavorit auf den vakanten Trainerposten bei den Franken. Koller wird aber auch in der Schweiz als Nachfolger von Ottmar Hitzfeld als Nationaltrainer gehandelt. In Nürnberg galt zudem auch Verbeeks Landsmann René Meulensteen als Kandidat.

„Ich hoffe, dass wir es wirklich bis Anfang der Woche hinbekommen“, hatte „Club“-Sportvorstand Martin Bader nach dem 1:1 seiner Nürnberger am Wochenende bei Eintracht Frankfurt betont. Noch am Sonntagabend bekräftigte er, sich mit einem Kreis von mehreren Kandidaten „auf der Zielgeraden“ zu befinden und derzeit „letzte finale Gespräche“ über die Wiesinger-Nachfolge zu führen.

Die schnellsten Trainer-Entlassungen seit 1999

Die schnellsten Trainerentlassungen seit 1999

Bundestrainer, wie aktuell Joachim Löw, sitzen in der Regel fest im Sattel. Schwerer haben es da die Bundesliga-Trainer. Besonders wenn die ersten Spiele verloren gehen, wird der Coach meist als erstes hinterfragt. Sehen Sie hier die Trainerentlassungen seit 1999 und in welcher Situation sie den Verein verlassen mussten. © getty
1999/2000: Jörg Berger, Eintracht Frankfurt, 17. Spieltag, 18. Platz, 9 Punkte. © getty
2000/01: Andreas Zachhuber, Hansa Rostock, 3. Spieltag, 18. Platz, 0 Punkte. © getty
2001/02: Frank Pagelsdorf, Hamburger SV, 6. Spieltag, 12. Platz, 5. Punkte. © getty
2002/03: Andreas Brehme, 1. FC Kaiserslautern, 3. Spieltag, 16. Platz, 1 Punkt. © dpa
2003/04: Armin Veh, Hansa Rostock, 8. Spieltag, 14. Platz, 5 Punkte. © dpa
2004/05: Jupp Heynckes, Schalke 04, 4. Spieltag, 17. Platz, 3 Punkte. © dpa
2005/06: Klaus Augenthaler, Bayer Leverkusen, 4. Spieltag, 12. Platz, 4 Punkte. © getty
2006/07: Peter Neururer, Hannover 96, 3. Spieltag, 18. Platz, 0 Punkte. © dpa
2007/08: Petrik Sander, Energie Cottbus, 6. Spieltag, 18. Platz, 2 Punkte. © getty
2008/09: Jos Luhukay, Borussia Mönchengladbach, 7. Spieltag, 18. Platz, 3 Punkte. © getty
2009/10: Jörn Andersen, FSV Mainz 05, vor Saisonbeginn, nach der Pleite im DFB-Pokal gegen Lübeck. © dpa
2010/11: Christian Gross, VfB Stuttgart, 7. Spieltag, 18. Platz, 3 Punkte. © getty
2011/12: Michael Oenning, Hamburger SV, 6. Spieltag, 18. Platz, 1 Punkt. © getty
2012/13: Felix Magath, Vfl Wolfsburg, 8. Spieltag, 18. Platz, 5 Punkte © dpa

Am Montag kristallisierte sich dann immer mehr der Name Verbeek heraus. Bader wollte dies aber weder bestätigen noch dementieren. Laut „bild.de“ soll zunächst der Aufsichtsrat des Traditionsclubs Grünes Licht für die Personalie geben. Verbeek gilt als strenger Trainer, der vor allem Disziplin von seinen Profis einfordert.

Schon am Freitag würde für Verbeek der Ernstfall beginnen, dann steht für den neunmaligen deutschen Meister die Auswärtspartie beim VfB Stuttgart an. Vor zwei Wochen hatten die Franken auf ihre sportliche Misere reagiert und sich von Jung-Trainer Wiesinger getrennt. Der langjährige Bundesliga-Profi hatte das Amt bei den Franken erst an Weihnachten 2012 angetreten und die Nachfolge des völlig überraschend nach Wolfsburg gewechselten Dieter Hecking übernommen.

Nürnberg ist in dieser Saison noch ohne Sieg, der letzte Bundesliga-Erfolg liegt bereits mehr als fünf Monate zurück. Im DFB-Pokal kam bereits in der Auftaktrunde das peinliche Aus - gegen den Zweitligisten SV Sandhausen. Es kann also nur besser werden.

dpa

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