Hoeneß sieht keine finanzielle Chancengleichheit

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Uli Hoeneß

Frankfurt/Main - Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß glaubt nicht an eine finanzielle Chancengleichheit unter Europas Top-Vereinen. "Das ist nicht realistisch", sagte Hoeneß dem Onlinedienst der "Sport Bild".

Das Hauptproblem bei der Umsetzung eines einheitlichen Lizenzierungsverfahrens, über dessen Einführung bis zum Jahr 2012 das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) auf einer Sitzung in der kommenden Woche beraten will, sieht Hoeneß derzeit bei den von Mäzenen geführten Vereinen in der englischen Premiere League.

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"Das deutsche Lizenzierungsverfahren beinhaltet den Fakt, dass der Verein die Liquidität hat, um den Spielbetrieb für eine Saison sicherzustellen. Das wird ein Roman Abramowitsch immer wieder schaffen, weil der über seine Gesellschaften einfach das Geld zur Verfügung stellen kann. Insofern hilft uns das nichts", erklärte Hoeneß.

In Deutschland steht dem englischen System die 50+1-Regelung im Weg. Diese verhindert die Stimmenmehrheit von Großinvestoren in den Clubs und schreckt diese vor einem Einstieg bei den Bundesligisten ab. Der FC Bayern würde einer Öffnung zwar nicht im Wege stehen, diese laut Hoeneß aber nicht umsetzen. "Unsere Fans sind da konservativ, und das ist gut so", sagte er.

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Im Duell mit den spanischen Top-Clubs Real Madrid und FC Barcelona sowie Englands Branchenriesen Manchester United und FC Chelsea sieht Hoeneß den deutschen Rekordmeister für lange Zeit nicht auf Augenhöhe. Zumal die Bayern auch bei den Fernseheinnahmen um bis zu 100 Millionen Euro hinterherhinken. "Wir sind nicht so vermessen, uns mit einem dieser ganz Großen zu vergleichen. Natürlich können wir mal die Champions League gewinnen. Aber um nachhaltig oben um den Titel mitzuspielen, brauchen wir Chancengleichheit", sagte Hoeneß.´

dpa

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