Das teilt der Verein mit

HSV-Vorstandschef Beiersdorfer muss für Bruchhagen weichen

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Heribert Bruchhagen.

Hamburg - Der HSV hat sich nach dem bislang unbefriedigenden Saisonverlauf von seinem Vorstandsvorsitzenden Dietmar Beiersdorfer (53) getrennt. Nachfolger wird Heribert Bruchhagen (68).

Fußball-Bundesligist Hamburger SV trennt sich von Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer. Der Aufsichtsrat des Vereins habe einstimmig die Abberufung des 53-jährigen beschlossen, teilte der HSV am Sonntagabend mit. Den Posten wird von Mittwoch an, der frühere Frankfurter Clubchef Heribert Bruchhagen übernehmen. Schon zuvor hatten die „Bild“-Zeitung und das Fachmagazin „Kicker“ über den Wechsel an der Spitze des Tabellen-16. berichtet.

Beiersdorfer stand wegen der sportlichen Dauerkrise zuletzt massiv in der Kritik. Er war seit Juli 2014 HSV-Vorstandschef und seit Mai auch Sportdirektor. Der 68 Jahre alte Bruchhagen war Ende der Vorsaison als Vorstandsvorsitzender bei Eintracht Frankfurt zurückgetreten und seither als TV-Experte bei Sky tätig.

Bruchhagen war seit Wochen als möglicher Kandidat für den Chefposten beim HSV gehandelt worden. Er war bereits von 1992 bis 1995 als Manager für die Hamburger tätig. Zuletzt führte der ehemalige Zweitliga-Profi 13 Jahre die Frankfurter Eintracht, ehe er im Sommer zurücktrat und seither als TV-Experte für Sky arbeitete.

Beiersdorfer war im Sommer 2014 zum Chef der neu gebildeten Fußball-AG des HSV berufen worden. Sein Vertrag gilt noch bis Ende Juni 2018. Dem Franken wird der sportliche Absturz der Hamburger zu großen Teilen angelastet. Unter seiner Ägide konnte die Mannschaft trotz wechselnder Trainer und Sportdirektoren keinen Fortschritt nachweisen und ist trotz des jüngsten Aufschwungs mit zwei Siegen in Serie ein Kandidat für den erstmaligen Abstieg. Nach dem schlechtesten Saisonstart in ihrer 54-jährigen Bundesliga-Geschichte haben die Hamburger inzwischen zehn Punkte auf dem Konto und liegen als 16. auf dem Relegationsplatz.

Beiersdorfer: „Bei uns herrscht kein Chaos“

Vor allem die Transfers blieben in zahlreichen Fällen ohne die erhoffte Wirkung. Beiersdorfer war seit der Entlassung von Peter Knäbel im Mai dieses Jahres zusätzlich Sportchef und kümmerte sich um Spielerverpflichtungen. Dabei, so wird ihm vorgeworfen, habe er sich verzettelt. Auch die Verpflichtung eines neuen Sportchefs scheiterte. Christian Hochstätter sollte kommen, mit dem VfL Bochum konnte er sich aber nicht auf eine Ablösesumme einigen.

Rund 90 Millionen Euro hatte Beiersdorfer seit seiner Amtsübernahme für neue Profis ausgegeben, rund 38 Millionen Euro nahm er ein. Die sportliche Bilanz blieb dürftig: In der Saison 2014/15 konnte sich der HSV erst in der Relegation vor dem erstmaligen Abstieg retten. Im darauffolgenden Jahr wurde das Team Zehnter. Jetzt steckt es erneut im Abstiegskampf. „Bei uns herrscht kein Chaos“, hatte Beiersdorfer unlängst in einem dpa-Interview betont.

Die Diskussionen um den Vorstandsvorsitzenden wurden im Aufsichtsrat seit Wochen geführt. Ursprünglich sollte die Trennung früher erfolgen. Der jüngste Aufwärtstrend ließ das sechsköpfige Gremium zunächst aber zögern. „Es gibt nichts zu vermelden“, teilte ein HSV-Sprecher am Sonntag zu den Medienberichten mit.

Für Beiersdorfer würde bei einem Rauswurf eine dritte Ära beim Traditionsverein an der Elbe enden. Zunächst spielte er von 1986 bis 1992 als Abwehrspieler bei den Hamburgern. Von 2002 bis 2009 war er dort Sportdirektor. Mit dem damaligen Vorstandschef Bernd Hoffmann führte er den sechsfachen deutschen Meister in die Europa League.

SID/dpa

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