Knipser Abdellaoue ringt Bremen nieder

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Mohammed Abdellaoue machte mit einem Dreierpack den Heimsieg gegen Bremen perfekt.

Hannover - Werder Bremen musste als Bayern-Jäger Nummer eins einen Dämpfer hinnehmen. Hannover-Stürmer Mohammed Abdellaoue sicherte mit einem Dreierpack den Sieg der Niedersachsen.

Herber Dämpfer für Bayern-Jäger Werder Bremen: Durch die 2:3-(1:2)-Niederlage bei Hannover 96 hat es Werder in der Fußball-Bundesliga verpasst, nach Punkten mit Tabellenführer Bayern München gleichzuziehen. Mann des Tages im kleinen Nordderby war der norwegische Stürmer Mohammed Abdellaoue mit seinen drei Treffer (2., Foulelfmeter/38./60.). Für die Bremer trafen Marko Arnautovic (45.+3), der in der 78. Minute die Rote Karte sah, und Claudio Pizarro (83.).


Während Bremen trotz der Pleite weiter auf Platz zwei steht, rückte Hannover, das unter der Woche in der Europa League glücklich mit 2:1 in der Ukraine bei Worskla Poltawa gewonnen hatte, auf Rang vier vor und liegt nur noch einen Zähler hinter Werder.

Bremen hatte fast die komplette erste Halbzeit verschlafen. Nach dem frühen Gegentreffer ließen die Bremer die spielerische Leichtigkeit der vergangenen Spiele lange vermissen. Regisseur Marko Marin gelang es kaum, die Angreifer Pizarro und Arnautovic gefährlich in Szene zu setzen. Außerdem leisteten sich Marin und der schwache Philipp Bargfrede immer wieder unnötige Abspielfehler. Nur kurz nach der Pause war Werder der unbedingte Wille anzumerken, mit einem Sieg den Münchnern auf die Pelle zu rücken. Allerdings ließen Pizarro (47. und 52.) sowie Arnautovic gute Chancen ungenutzt.


Schon der 1:2-Anschlusstreffer durch den Österreicher fiel wie aus dem Nichts. Pizarro hatte im Strafraum die komplette 96-Innenverteidigung auf sich gezogen und Arnautovic bedient. Der Österreicher hatte keine Probleme schnörkellos aus 16 Metern ins rechte Eck zu treffen. Es war die erste und einzige Werder-Chance in Halbzeit eins.

Millionen für die Brust: Trikotsponsoren der Bundesliga-Saison 2011/12

Mit dem FC Bayern München pflegt die Deutsche Telekom als Hauptsponsor eine langjährige Partnerschaft. Der Kommunikations-Riese überweist den Bayern jährlich bis zu 20 Millionen Euro. © getty
Seit der Saison 2007/2008 sponsert der Essener Energiekonzern den deutschen Meister Borussia Dortmund. Erfolgsabhängig kann der Meister pro Jahr bis zu 9,5 Millionen Euro verdienen. © getty
Die Pose passt zum Trikotsponsor: Die Fluggesellschaft Emirates bezahlt für ihr Engagement beim Hamburger SV rund sieben Millionen jährlich. © getty
Rund 16 Millionen Euro pro Jahr investiert das russische Energieunternehmen Gazprom bei Schalke 04. © getty
Neuzugang Srjdan Lakic präsentiert das VW-Logo - wer sollte auch sonst in der Autostadt Haupt- und Trikotsponsor? Das Unternehmen steckt bis zu 20 Millionen Euro jährlich in den Klub. © 
Bei Aufsteiger FC Augsburg prangt auch in der ersten Liga AL-KO auf der Kickerbrust. Das Unternehmen aus der Branche Fahrzeugtechnik lässt sich das jährlich zirka eine Million Euro kosten. © ap
Lukas Schmitz kam von Schalke 04 zu Werder Bremen - an das für ihn neue Logo der Targobank hat er sich bereits gewöhnt. Die Bank bezahlt jährlich zirka zehn Millionen Euro für ihr Sponsoring. © getty
Das Energieunternehmen Areva unterstützt den 1. FC Nürnberg mit rund drei Millionen pro Jahr. © dpa
William Kvist zeigt das neue Trikot des VfB Stuttgart. Der Trikotsponsor Gazi - ein Unternehmen aus der Lebensmittelbranche - ist der gleiche wie in der Vorsaison. Bis zu sechs Millionen kassieren die Schwaben jährlich. © dpa
Die Deutsche Bahn wirbt für 4,5 Millionen Euro pro Jahr beim Bundesliga-Rückkehrer Hertha BSC. © getty
Für vier Millionen Euro tragen die Profis von Borussia Mönchengladbach den Schriftzug der Postbank spazieren. © getty
Das Handelsunternehmen Rewe wirbt auf der Brust des 1. FC Köln. Die "Geißböcke" erhalten dafür bis zu vier Millionen jährlich. © getty
Der Nahrungsmittelhersteller Ehrmann lässt sich sein Sponsoring beim SC Freiburg zirka 2,5 Millionen Euro pro Jahr kosten. © dpa
Das Pharmaunternehmen Allgäuer Latschenkiefer sponsort den 1. FC Kaiseslautern - für rund vier bis Millionene Euro im Jahr. © getty
Das Trikot von Neuzugang Zoltan Stieber trägt den Schriftzug des Hauptsponsors Entega. Das Energieunternehmen sponsort den 1. FSV Mainz 05 mit drei Millionen pro Jahr. © getty
Der Reiseveranstalter Tui schmückt die Brust von Hannover 96 und überweist dafür rund drei Millionen Euro jährlich an die Niedersachsen. © ap
Die Arbeitskleidung von 1899 Hoffenheim schmückt in der Saison 2011/12 das Logo des neuen Hauptsponsors Suntech. Das Solarenergieunternehmen lässt sich das Engagement rund 4,5 Millionen Euro kosten. © dapd
Die Brust von Bayer Leverkusen ziert diese Saison der Solarzellenproduzent Sunpower. Der Werksklub erhält von der Solarfirma rund sechs Millionen Euro jährlich. © dpa

Eigentlich hätte Hannover zu diesem Zeitpunkt sicher mit 3:0 in Führung liegen müssen. Aber Jan Schlaudraff setzte freistehend einen Lupfer an die Latte, anstatt das leere Tor zu treffen (42.). Zuvor hatten die Niedersachsen einen Traumstart erwischt. Bereits nach zwei Minuten verwandelte Abdellaoue den von Bargfrede an Lars Stindl verursachten Foulelfmeter sicher. Sebastian Mielitz, der den rotgesperrten Tim Wiese ersetzte, hatte keine Abwehrchance.

Auch in der Folge war Hannover vor 49.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena das aktivere, das bissigere Team. Den Niedersachsen waren die Strapazen der Reise in die Ukraine nicht anzumerken. Immer wieder wurden Stindl und Christian Pander auf den Außenpositionen gesucht, die wiederum mit scharfen Hereingaben Abdellaoue und Schlaudraff zu bedienen versuchten.

Die Strategie, aus einer sicheren Abwehr auf gefährliche Konter zu setzen, machte sich in der 38. Minute bezahlt. Schlaudraff hatte sich auf der rechten Seite durchgesetzt und den in der Mitte lauernden Abdellaoue sehenswert bedient. Der überragende Norweger entwischte seinem Bewacher Sebastian Prödl und vollendete sicher aus kurzer Distanz.

Bei seinem dritten Treffer wähnte sich Abdellaoue zunächst im Abseits, deshalb kam sein Jubel erst mit Verspätung. Anschließend wurde der Matchwinner unter großem Beifall durch Didier Ya Konan ersetzt. Bremen setzte in der Schlussphase mit zehn Mann nach dem Platzverweis gegen Arnautovic wegen groben Foulspiels alles auf eine Karte, doch mehr als der Anschlusstreffer durch Torjäger Pizarro sprang nicht mehr heraus.

Abdellaoue und Schlaudraff ragten bei Hannover heraus, Keeper Mielitz war bei Werder noch der Beste.

SID

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