Nachfolger von Thomas Tuchel

Hjulmand überzeugt beim Antrittsbesuch in Mainz

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Kasper Hjulmand

Mainz - Der FSV Mainz 05 hat Kasper Hjulmand als neuen Trainer vorgestellt. Der Däne setzt auf Offensiv-Fußball und deckungsgleiche Philosophien.

Den lange erwarteten Urlaub muss Kasper Hjulmand erstmal hinten anstellen. „Ich wollte eigentlich nach 16 Jahren wieder mit meiner Familie wegfahren“, verriet der neue Trainer des Fußball-Bundesligisten Mainz 05 bei seiner offiziellen Vorstellung am Montag, wirkte aber eher belustigt als enttäuscht.

Dass ein Engagement in der Bundesliga seine Erholungspläne über den Haufen warf, schien den Dänen nicht zu stören - im Gegenteil. Der 42-Jährige präsentierte sich bei seinem Antrittsbesuch offen, freundlich und in fast perfektem Deutsch, obwohl er sich ähnlich wie Bayern-Coach Pep Guardiola vor rund einem Jahr für seine angeblich mangelhaften Sprachkenntnisse entschuldigte und danach vorwiegend Englisch sprach.

Sehr überrascht sei er gewesen, wie „perfekt die Philosophie von Mainz zu meiner persönlichen“ passe. Offensiv-Fußball, Vertrauen in den eigenen Weg und den eigenen Nachwuchs, eine Mannschaft mit Kollektivgeist und cleverer Taktik - da gleichen sich die „Werte“, ein Wort, das Hjulmand auffallend oft benutzte. So sei die Entscheidung für die Rheinhessen auch eine „ehrliche“ gewesen, „eine mit meinem Herzen“.

Erste Gespräche schon im April

Bis Sonntag hatte er den dänischen Erstligisten FC Nordsjaelland betreut und den Provinzklub 2012 zum Meistertitel sowie völlig überraschend in die Champions League geführt. Nicht zuletzt wegen dieser Erfolge stand „The Brain“, wie Hjulmand in seiner Heimat vor allem wegen seiner taktischen Reife genannt wird, auf den Notizblöcken der Mainzer Verantwortlichen. In seinem letzten Spiel mit Nordsjaelland hatte er sich am Sonntag mit einem 2:2 gegen Bröndby IF und als Tabellensechster verabschiedet.

Den ersten direkten Kontakt gab es Mitte April, ein Gespräch über mehrere Stunden, das Manager Christian Heidel als „beeindruckend“ bezeichnete. Man habe sich „intensiv ausgetauscht“ und ein „großes Vertrauen entwickelt“.

Vertrauen, das mit Noch-Trainer Thomas Tuchel am Ende nicht mehr gegeben war. Auch wenn Heidel nicht mehr auf die überraschende Trennung einging, Hjulmand lobte seinen Vorgänger in höchsten Tönen: „Seine Arbeit ist fantastisch. Er hat ein Team und einen Klub entwickelt, eine große Leistung vollbracht.“ Ein Treffen wäre „sehr interessant“.

Mischung aus Klopp und Tuchel

Druck empfinde er angesichts der Fußspuren von Tuchel und Jürgen Klopp aber nicht: „Es ist eine große Herausforderung.“ Der gebürtige Aalborger und Vater dreier Kinder gilt ohnehin als Mischung aus Tuchel und Klopp. Nach dem frühen Ende seiner aktiven Karriere studierte er Sportwissenschaft und Philosophie, gründete ein Bildungsinstitut - und nahm im Alter von nur 26 Jahren bei Lyngby BK seinen ersten Trainerjob an.

Über sein Trainerteam und mögliche Veränderungen in der Profimannschaft will er sich in den kommenden Wochen Gedanken machen, wenn er wechselweise in Dänemark und Rheinland-Pfalz sein wird. Sein bisheriger Co-Trainer Flemming Pedersen soll laut Bild zumindest schon einmal mit im Flieger nach Deutschland gesessen haben, der um 10.56 Uhr mit sechs Minuten in Frankfurt gelandet war.

Der Vertragsstreit mit Tuchel scheint unterdessen in der erwartenden Form beendet zu werden. Nach Informationen der Bild wird der 40-Jährige, der noch bis Ende der kommenden Saison bei den Rheinhessen unter Vertrag steht, ein Jahr unbezahlten Urlaub nehmen - ganz im Gegensatz zu Hjulmand.

SID

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