Traditionsverein verliert größte Identifikationsfigur

Paukenschlag beim TSV 1860 München: Trainer Bierofka wirft hin

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1860 Trainer Daniel Bierofka vermisste die Rückendeckung der Vereinsbosse. Am Dienstag legte der 40-Jährige sein Amt nieder.
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München - Beben beim Münchner Traditionsverein TSV 1860. Trainer Daniel Bierofka legte am Dienstag überraschend sein Amt nieder. Damit verlieren die Löwen ihre größte Identifikationsfigur.

Paukenschlag beim TSV 1860 München. Der Münchner Traditionsverein und Trainer Daniel Bierofka gehen getrennte Wege. Der Coach legte laut Informationen des Bayerischen Rundfunks sein Amt am Dienstag, den 5. November, nieder.

Bierofka leitete nach dem 4:2-Sieg gegen Viktoria Köln noch das Vormittagstraining. Anschießend teilte er der Mannschaft seinen Entschluss mit und löste seinen Vertrag auf. Das Nachmittagstraining entfiel und die Identifikationsfigur für viele 1860-Fans verließ das Trainingsgelände wortlos.

Die genauen Gründe für den Rücktritt sind offen. Derzeit belegen die "Blauen" in der dritten Liga nur den 15. Tabellenplatz. Wie zahlreiche Medien berichten, vermisste der Coach angeblich die Rückendeckung des Vereins. Außerdem sollen Spieler unzufrieden gewesen sein. Wie und von wem diese Informationen an die Öffentlichkeit gelangten, ist unklar. Auch ein Bericht des Sportmagazins Kicker sorgte für Unruhe im Verein. Dort wurde Bierofka vorgeworfen, keinen "Plan B" zu haben.

Nur Hasan Ismaik sprang Bierofka zur Seite 

"Da muss man sich schon überlegen, wie es weitergeht. Lange schaue ich mir das nicht mehr an – das weiß ich", sagte der 40-Jährige nach dem Spiel gegen Köln deutlich gereizt. Von den Bossen sprang Bierofka daraufhin niemand zur Seite. Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel sagte dazu nur: ""Ich habe vollstes Verständnis für den Trainer, wenn er sich über Kritik ärgert. Aber Kritik gehört im Profifußball und in unserer Situation dazu."

Zumindest Investor Hasan Ismaik, ein großer Unterstützer des Trainers, sprang Bierofka in den sozialen Netzwerken zur Seite. So schrieb Ismaik am Dienstagmittag auf Twitter: "Ich bin entsetzt, mit welchen Methoden Daniel Bierofka beim TSV 1860 beschädigt wird. Seit Monaten wird unser Trainer gemobbt. Für mich ist das eine Schande, die ich nicht in Worte fassen kann. Ich hoffe, dass denjenigen bewusst ist, was sie mit ihrer Diskreditierung Bierofkas anrichten, wenn er den Verein verlässt. Viele Spieler sind ausschließlich wegen ihm zu 1860 gewechselt, weil sie unter ihm arbeiten wollen. Zudem stehen 99 Prozent der Fans geschlossen hinter Bierofka." Erst am Sonntag trennten sich die Wege des FC Bayern und ihrem Trainer Niko Kovac.

TSV 1860 verliert größte Identifikationsfigur

Daniel Bierofka, dessen Vater schon für die Löwen spielte, kam 2000 von den Amateuren des FC Bayern zu den Münchnern Löwen. Nachdem er zu Leverkusen und Stuttgart gewechselt war, kehrte er 2007 zurück und trug bis 2014 das Trikot der "Blauen". Insgesamt machte der heute 40-Jährige 186 Spiele. 

Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga 2017 bis in die Regionalliga Bayern wurde Bierfoka zum Cheftrainer ernannt und führte den Traditionsverein 2018 zum Aufstieg in die dritte Liga.

ma

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