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Schmidt schockiert

Staatsanwalt ermittelt gegen Schläger Spahic

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Spahic werde sich entschuldigen, so Bayer Leverkusen.

Leverkusen - Bayer hat großen Ärger mit Emir Spahic. Ein Video, das eine Schlägerei zeigt, sorgt in Leverkusen für Aufregung. Dem aktuell verletzten Spieler drohen nicht nur interne Konsequenzen.

Der Eklat um Emir Spahic sorgt bei Bayer Leverkusen für Fassungslosigkeit und Bestürzung. „Ich bin so schockiert wie wahrscheinlich jeder“, sagte Trainer Roger Schmidt am Freitag zu einer Prügelei im Anschluss an das verlorene Viertelfinale im DFB-Pokal gegen Bayern München. In diese war am Mittwoch auch der bosnische Profi Spahic verwickelt.

„Das ist für mich schwer nachvollziehbar“, ergänzte Schmidt. Nicht nur er sei schockiert, „er selbst ist es auch“, meinte der Coach über Spahic, der laut Schmidt in Mannschaftskreisen kurz über den Vorfall berichtet hatte. Vereinsinterne Konsequenzen für den 34-jährigen Spahic scheinen unausweichlich.

Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt inzwischen gegen Spahic von wegen des Verdachts auf schwere Körperverletzung. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn am Freitag. „Es sind Aufnahmen, die für die richtige Bewertung der Sach- und Rechtslage, von Bedeutung sein werden“, sagte Willuhn, der zudem erklärte, dass der Strafrahmen bei einer schweren Körperverletzung zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Haft liege.

Dabei will der rheinische Fußball-Club alle Bemühungen um eine „schonungslose und vollständige Aufklärung des Sachverhalts“ unterstützen. Bayer-Sprecher Dirk Mesch kündigte weitere Gespräche mit Spahic, dessen Berater und dessen Anwalt an: „Die Dinge sollen schonungslos auf den Tisch kommen.“

Bayer teilte mit, dass sich Spahic nach der Schlägerei mit Bayer-Sicherheitskräften „bei den betroffenen Ordnern persönlich entschuldigen“ werde. Bayer-Kommunikationsdirektor Meinolf Sprink sagte, das auf bild.de veröffentlichte Video sei „für jeden schockierend“.

Schmidt: "Spieler, den ich so nicht kenne"

Die Sequenzen zeigen eine Prügelei, an der auch Spahic beteiligt war. Bayer hatte den Vorfall bestätigt; interne Sanktionen gegen Spahic will der Verein nach den Ermittlungsergebnissen überprüfen.

Schmidt wirkte bedrückt, als er vor Medienvertretern zu den Vorkommnissen Stellung bezog: „Er ist ja mein Spieler, den ich so überhaupt nicht kenne.“ Auf die Frage, ob Spahic für den Bundesligisten überhaupt noch tragbar sei, sagte Schmidt, er müsse sich erst ein umfassendes Bild machen. „Die Spieler sind mir heilig, ich muss sie schützen.“

Im Verlauf der Pressekonferenz am Freitag entfuhr Schmidt ein bemerkenswerter Satz zu Spahic: „Er war ein wichtiger Spieler“, meinte Schmidt in der Vergangenheitsform.

In der Partie beim FSV Mainz 05 an diesem Samstag wird Innenverteidiger Spahic wegen einer Verletzung (Syndesmose) fehlen. Eine Operation ist nicht geplant. Der Heilungsprozess werde zwei bis vier Wochen dauern. Schmidt: „Es ist theoretisch möglich, dass er in dieser Saison noch spielen kann.“ Die Blessur, unter der Spahic aktuell leidet, sei „keine taktische Verletzung“, kommentierte Sprink.

Sicherheitskräfte sollen am Mittwochabend angeblich Spahics Unmut provoziert haben, weil sie seinen Freunden den Zutritt zum Kabinentrakt verwehrten. Das Ganze hatte sich im Bereich vor der Haupttribüne abgespielt. In die Schlägerei waren mehrere Männer und Bayer-Ordner verwickelt. Bei einem der Beteiligten, der unter anderem eine Kopfnuss und einen heftigen Faustschlag austeilt, soll es sich um Spahic handeln.

Bayer wollte das Video zunächst nicht weiter kommentieren, deutete jedoch an, dass bei belastbaren Beweisen disziplinarische Maßnahmen gegen den Profi möglich seien.

dpa/sid

Video bei bild.de

Stellungnahme auf der Bayer-Homepage

Spahic-Profil auf der Bayer-Homepage

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