Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Nach dem Tod der Fußballlegende

Diego Maradona - Rückblick auf eine außergewöhnliche Karriere

Diego Maradona als Nationaltrainer 2010
+
Diego Maradona zu seiner Zeit als Nationaltrainer 2010.

Diego Armando Maradona Franco - Die „Hand Gottes“ klopfte am Mittwoch an der Tür im Fußballhimmel. Für viele zählt der 1960 in Lanús geborene Argentinier zu den besten Fußballern aller Zeiten. Am Mittwochabend dann die Schocknachricht: Maradona ist tot. Am 25. November starb der ehemalige Fußballstar infolge eines Herzinfarktes. Die Regierung Argentiniens rief daraufhin eine dreitätige Staatstrauer aus.

Maradona, als Sohn eines Fabrikarbeiters in ärmlichen Verhältnissen im Großraum Buenos Aires aufgewachsen, beschäftigte sich schon von Kindheitstagen an fast ausschließlich mit Fußball. Bereits im zarten Alter von neun Jahren wurde Maradona beim Straßenfußball von einem Talentsucher der „Argentinos Juniors“ entdeckt und verpflichtet. Als 15-Jähriger feierte er dann bereits sein Erstligadebüt in der argentinischen Primera División und erspielte sich schnell einen Platz unter den Stammkräften.

Der Durchbruch gelang ihm dann Ende der 1970er Jahre, als er bei der Junioren-WM erstmals zu internationaler Bekanntheit kam. In den Jahren 1979 und 1980 wurde Maradona zu Argentiniens und Südamerikas Fußballer des Jahres gewählt. Daraufhin wurde das Ausnahmetalent von mehreren großen Vereinen umworben, letztlich entschied sich der damals 21-Jährige für einen Wechsel zu den Boca Juniors - dem Lieblingsclub seines Vaters.

Wechsel zum FC Barcelona für Rekordablöse

Nach der Berufung in die Nationalmannschaft zur WM 1982 in Spanien wechselte Maradona für die Rekordablösesumme von 7,3 Millionen US-Dollar zum FC Barcelona. Unter dem deutschen Trainer Udo Lattek wurde er sofort Stammspieler, verpasst allerdings aufgrund diverser Krankheiten und Verletzungen viele Spiele. Mit Disziplin und Trainingsfleiß kämpfte sich der Argentinier aber immer wieder zurück und konnte an seine überragenden Leistungen anknüpfen.

Jedoch kam es in der Zeit bei Barça auch zu den ersten Skandalen seiner Karriere. Nach einer Finalniederlage im Pokal gegen Athletic Bilbao zettelte Maradona nach dem Abpfiff eine Massenschlägerei an, woraufhin ihm vom spanischen Fußballverband eine dreimonatige Sperre auferlegt wurde. Außerdem kam er erstmals mit Kokain in Kontakt, verbrachte viel Zeit im Nachtleben und wurde auch gegenüber Autogrammjägern handgreiflich, woraufhin sich der FC Barcelona für einen Verkauf des Superstars entschied.

Karriere-Höhepunkt beim SSC Neapel

Für die abermalige Rekordablöse von 24 Millionen D-Mark landete Maradona schließlich beim SSC Neapel. Bereits zu seiner Vorstellung in der süditalienischen Hafenstadt pilgerten 75.000 Fans ins Stadion und verehrten ihn wie einen Gott. 1986/1987 waren dann „seine Jahre“. Neben dem Weltmeistertitel mit Argentinien gewann er auch mit dem SSC die erste italienische Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Es entwickelte sich in Neapel daraufhin ein echter Fankult, mit Autokorsos, Straßenfesten und Fangesängen verehrten die Anhänger ihren Superstar. Auch nach dem Tod befand sich die Stadt sofort wieder im Ausnahmezustand.

Skandale prägten die Maradona-Karriere

Ende der 80er prägten dann erneut Skandale die Karriere von Maradona. Diverse Kokainexzesse, verspätete Rückkehren aus Urlauben oder Besuche von Prostituierten waren von nun an schon fast an der Tagesordnung. Sein Verein deckte den Argentinier in dieser Zeit sogar und versuchte, den Drogenkonsum mit der Abgabe falscher Urinproben bei Dopingtests zu verschleiern. Nach der WM 1990 kam er dann übergewichtig zu seinem Verein zurück und die Formkurve ging stark nach unten. Im Februar 1991 rückte er auch erstmals in das Fadenkreuz der Justiz und bekam eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten zur Bewährung aufgebrummt.

Noch im April verließ Maradona dann Neapel und erhielt vom italienischen Verband noch eine 15-monatige Sperre auferlegt, welche auch weltweit gültig war. In Argentinien wurde der Fußballer wegen Drogenbesitzes festgenommen und zu einer Entziehungskur verpflichtet. Eine Rückkehr nach Italien schloss Maradona anschließend aus, weshalb er nach zähen Verhandlungen im September 1992 zum FC Sevilla wechselte.

Zum Karriereende wieder in der Heimat unter Vertrag

An seine früheren Leistungen konnte er jedoch nicht mehr anknüpfen und wechselte bereits ein Jahr später zurück nach Argentinien, wo er bei den Newell‘s Old Boys unter Vertrag genommen wurde. Zu dieser Zeit schoss er mit einem Luftgewehr auf einen Journalisten und wurde daraufhin erneut zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Seine Spielerkarriere ließ er dann zwischen 1995 und 1997 bei den Boca Juniors ausklingen, nachdem er abermals eine 15-monatige Sperre wegen der Einnahme verbotener Substanzen bei der WM 1994 absitzen musste. An seinem 37. Geburtstag verkündete der Argentinier schließlich sein Karriereende.

Neben seinen zahlreichen Eskapaden erlangte Maradona auch durch sein umstrittenes Tor bei der WM 1986 gegen England Berühmtheit. Beim Führungstor im Viertelfinale beförderte der Superstar den Ball mit der Hand über die Linie und kam so zu dem Spitznamen „Hand Gottes“.

Trainerstationen nicht von Erfolg gekrönt

Nach seiner aktiven Spielerkarriere versuchte sich Maradona auch als Trainer, konnte jedoch bei keiner seiner Stationen große Erfolge feiern. Unter seiner Regie zog die Argentinische Nationalmannschaft bei der WM 2010 ins Viertelfinale ein, musste sich dort jedoch der deutschen Nationalelf geschlagen geben. Nach dem Ausscheiden im Viertelfinale war auch die Ära an seiner bedeutendsten Trainerstelle Geschichte.

Diego Maradona - ein außergewöhnlicher Spieler mit einer außergewöhnlicher Karriere. Der SSC Neapel vergibt seine ehemalige Nummer 10 nicht mehr und plant auch eine Umbenennung des Stadions zu seinen Ehren. Auch wenn es in letzter Zeit mehr Skandale um seine Person gab, wird er den Fußballfans immer in Erinnerung bleiben.

aic

Kommentare