Fünf Platzverweise und 12 gelbe Karten

Nach Skandal-Spiel in Frankreich: Marseille-Fans drehen trotz Corona nach Sieg völlig durch

Ligue 1, Frankreich, Paris Saint-Germain - Olympique Marseille, 3. Spieltag, Parc des Princes: Neymar von PSG reklamiert.
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Ligue 1 in Frankreich: Paris Saint-Germain gegen Olympique Marseille im Parc des Princes: Neymar von PSG reklamiert.

Paris - Nach der Niederlage am Sonntagabend, 13. September, im heimischen Prinzenpark gegen Olympique Marseille ist der Fehlstart für Paris Saint-Germain perfekt. Zwei Spiele, null Punkte und keine Tore - der schlechteste Start seit 1979. Der Frust der Champions-League-Finalisten entlud sich in der Nachspiel: Es hagelte rote Karten.

Update, 16.37 Uhr - Marseille-Fans bereiten Spielern unglaublichen Empfang

Nach dem ersten Liga-Sieg über Paris Saint-Germain seit 2011 war die Freude bei den Gästen aus Marseille riesengroß. Als die Spieler in der Nacht von Sonntag auf Montag in ihrer Heimat ankamen, trauten sie ihren Augen nicht. Hunderte Fans waren gekommen und feierten ihr Team - sogar Feuerwerkskörper wurden gezündet.

Allerdings wurde auf den während der Corona-Pandemie notwendigen Mindestabstand und auf das Tragen von Masken leider weitestgehend verzichtet.

Erstmeldung:

Das Sportliche ist relativ schnell erzählt: Nach gutem Start der Hausherren verflachte das Spiel immer mehr, bis Florian Thauvin etwas überraschend nach gut einer halben Stunde der Führungstreffer für Olympique gelang. In der Folge wurde das Niveau des Spiels immer überschaubarer und es kam zu vielen Nickligkeit.

Mit zunehmender Spieldauer ließen sich beide Teams immer wieder auf hitzige Zweikämpfe ein und der Schiedsrichter hatte große Probleme die Situation unter Kontrolle zu halten. Zwölf gelbe Karten hagelte es in 90 Minuten und damit nicht genug.

Tritte und Faustschläge: Eklat in Paris

In der 96. Minute eskalierte die Partie komplett. Nach einem Zweikampf zwischen Leandro Paredes und Dario Benedetto gerieten beide Akteure aneinander und lösten eine heftige Rudelbildung aus. Es folgten Faustschläge und Fußtritte.

Paredes (PSG) und Benedetto (OM) sahen die Ampelkarte. Layvin Kurzawa (PSG) und Jordan Amavi (OM) sahen glatt Rot und auch Superstar Neymar, der nach überwundener Corona-Infektion wieder mitspielen durfte, musste das Feld nach Videobeweis vorzeitig verlassen.

Der Brasilianer schlug Alvaro Gonzalez (OM) mit der Faust auf den Hinterkopf. Wenige Minuten zuvor lieferten sich die beiden Kontrahenten bereits ein hitziges Wortgefecht - Auslöser war ein Schubser von Neymar.

PSG und OM stellen mit diesem „Fußballspiel" einen traurigen Rekord auf. Seit Beginn der Datenerhebung war bislang der 3:0-Sieg des FC Metz gegen Le Havre AC vom 24. Oktober 1999 die unfairste Partie der Ligue 1. Damals hagelte es vier Rote und sieben Gelbe Karten, wie sport.de berichtet.

Neymar äußert heftige Rassismus-Vorwürfe

Doch damit nicht genug. Als Neymar vom Platz ging, sprach der Superstar in die Kamera hinein von Rassismus. Alvaro soll ihn als Affen und sogar als Neger bezeichnet haben.

Auf Twitter schrieb Neymar: „Das Einzige, was ich bedauere, ist, dass ich diesem Arschloch nicht ins Gesicht geschlagen habe.“ Alvaro Gonzalez hingegen meldete sich ebenfalls via Twitter und meinte, dass es keinen Platz für Rassismus gebe. Und fügte hinzu: „Manchmal muss man lernen zu verlieren.“

Das Skandalspiel wird definitiv ein Nachspiel haben.

mz

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