Podolski: „Im Kölner Trainingsanzug aufs Oktoberfest“

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Poldis Plan: Erst die Bayern besiegen, dann ab auf die Wiesn

Köln - Große Vorfreude, null Wehmut - nur wenige Monate nach seinem Abschied aus München hat Lukas Podolski mit dem Thema FC Bayern abgeschlossen.

Selbst die Reise in die Vergangenheit weckt keine sentimentalen Gefühle. “Ich bin wieder vollkommen zurück in Köln“, bekannte der FC-Nationalspieler vor der Partie am Samstag bei seinem einstigen Arbeitgeber. Einem Wiesn-Besuch wäre der bekennende Rheinländer jedoch nicht abgeneigt - als Sieger im ungleichen Duell: “Bei Bayern war es Tradition, dass man auf das Oktoberfest geht. Wenn wir drei Punkte holen, lässt sich der Trainer sicher etwas einfallen. Mit dem Kölner Trainingsanzug kommen wir da schon rein.“

Den vielen Fragen nach seinem ehemaligen Arbeitgeber ging der Kölner “Fußball-Prinz“ in den vergangenen Tagen wohlweislich aus dem Weg. Ähnlich wie nach der Bekanntgabe seines Wechsels im Januar wollte er auch diesmal die große öffentliche Aufmerksamkeit nicht zum Nachkarten nutzen. Vielmehr schlüpfte er in die Rolle des Mutmachers für seinen auf den vorletzten Platz abgerutschten Club: “Im letzten Jahr hat der FC in München gewonnen. Das ist wieder möglich.“

Von Auftritten auf internationaler Bühne kann Podolski derzeit nur träumen. So musste er sich bei der Partie seiner einstigen Münchner Mitstreiter am Mittwoch gegen Juventus Turin mit der Rolle des TV- Zuschauers begnügen. Zweifel an seiner Entscheidung zu einem Vereinswechsel verspürte der Angreifer auch dabei nicht: “Wenn ich Champions League hätte spielen wollen, wäre ich zu einem anderen Verein gegangen. Es war mir klar, dass es eine schwere Saison wird.“

Die heimatlichen Gefühle sind stärker als die Sehnsucht nach der großen Fußballwelt. In den zahlreichen Interviews der vergangenen Tage ließ Podolski keine Chance ungenutzt, um zu zeigen, wie wohl er sich in Köln fühlt. Daran konnte auch der mäßige Saisonstart seiner Mannschaft bisher nichts ändern: “Ich bin hier zu Hause und kenne alles. Wenn jemand in seiner Heimat ist, dann ist er halt in seiner Heimat.“

Gleichwohl hat die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte für Podolski einen besonderen Reiz. Das weiß auch Trainer Zvonimir Soldo, der seinen Schützling vor Übermotivation warnte: “Ich habe ihm gesagt, dass er nichts Besonderes machen soll. Er soll so engagiert spielen wie immer.“

Erhöht wird der Unterhaltungswert der Partie durch das Kräftemessen der Nationalstürmer Podolski, Miroslav Klose und Mario Gomez. Nur eine Woche vor dem wohl entscheidenden WM- Qualifikationsspiel der DFB-Elf in Moskau gegen Russland könnte ein starker Auftritt zu einem Platz in der DFB-Startelf verhelfen. Trotz der Konkurrenzsituation stärkt der Kölner den beiden zuletzt formschwachen Bayern-Stürmern den Rücken. Deren fehlende Spielpraxis sieht er weniger kritisch als viele Beobachter. “Diese Diskussion ist lächerlich. Alle Stürmer in der Nationalmannschaft haben auf internationalem Niveau ihre Qualitäten oft genug nachgewiesen“, sagte er im Fachmagazin “kicker“.

Lukas Podolski mal anders

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