Poldi auf Gerd Müllers Spuren

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Doppeltorschütze Lukas Podolski dachte bei seinem Torjubel an den verstorbenen Robert Enke.

Gelsenkirchen - Beim stillen Torjubel deutete Lukas Podolski mit dem Zeigefinger zum Himmel - ein Bild mit großer Symbolkraft.

Ich denke, jeder weiß, dass ich Katholik bin. Das war eine Geste für Robert. Ich denke, er hat oben zugeschaut und uns die Daumen gedrückt“, erläuterte der 24 Jahre alte Kölner. Podolski widmete seinen siebten Doppelpack im Trikot der Fußball-Nationalmannschaft dem verstorbenen Teamkollegen Robert Enke. “Die ganze Mannschaft hat für Robert gespielt. Und die beiden Tore waren auch für Robert.“

Wie schon zuletzt beim 1:1 gegen Finnland bewahrte Podolski die deutsche Nationalmannschaft auch am Mittwochabend beim 2:2 gegen die Elfenbeinküste mit einem Last-Minute-Treffer vor einer Niederlage. Er war der beste Mann auf dem Platz und erzielte per Foulelfmeter auch das 1:0 (11. Minute). 33 015 Zuschauer in der Schalke-Arena und Millionen an den Bildschirmen konnten wieder einmal den “Deutschland- Poldi“ bestaunen, der so ganz anders auftritt als der Vereinsspieler Lukas Podolski - auch wenn er selbst bei diesem Dauer-Thema genervt abwinkte: “Es wird nach jedem Spiel über meine Rolle gesprochen. Aber ich bin es irgendwann mal leid, immer wieder dasselbe zu antworten.“

Also übernahm das wieder einmal Joachim Löw: “Bei uns hat er eine enorme Spielfreude, ist in jedem Training enorm engagiert, mit großer Lust bei der Sache.“ Und für den Bundestrainer ist Poldi trotz schon 69 Länderspielen immer noch ein Juvel. “Er hat ein unglaubliches Leistungspotenzial. Er ist dynamisch, schnell, abschlussstark. Egal, auf welcher Position, er ist immer für Tore gut“, schwärmte Löw.

Mit sechs Treffern war er der Top-Torjäger 2009 im DFB-Team. Und mit den Länderspielen-Treffern 36 und 37 zog Podolski in der ewigen DFB-Torschützenliste auf Position neun mit Oliver Bierhoff gleich. Alle acht vor ihm sind in Reichweite, sogar “Bomber“ Gerd Müller (68 Tore) kann Podolski als deutschen Rekordtorschützen ablösen. Nur reden wollte er am Tag des Enke-Gedenkens über Statistiken nicht. “Ich freue mich über jedes Länderspiel und über jedes Tor“, sagte er nur. Vorerst zählt für ihn wieder der triste Liga-Alltag in Köln.

Ein anderer Angreifer wollte unbedingt auch treffen, aber Rückkehrer Stefan Kießling empfahl sich auch ohne eigenes Tor für 2010. Der mit acht Treffern führende Torjäger der Bundesliga holte den Elfmeter heraus, war gefährlich, spielte gut mit. Er nutzte seine Chance im dritten Länderspiel. “Ich musste etwas tun. Ich durfte mich nicht verstecken. Es ist eine Chance für mich gewesen und die musste ich wahrnehmen. Ich denke, ich kann zufrieden sein mit meinem Spiel.“

dpa

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