Remis im direkten Duell: HSV und Eintracht unbesiegt

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Ioannis Amanatidis zeigt Kinn - doch am Ende durften sich die Frankfurter immerhin über einen Punkt freuen.

Frankfurt/Main - Der Hamburger SV bleibt in der Bundesliga weiter ungeschlagen, hat aber im Spitzenspiel zwei Punkte verschenkt und nur mittelmäßigen Fußball gezeigt.

Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia kam am Sonntag nicht über ein 1:1 (1:1) bei Eintracht Frankfurt hinaus. Vor 51 500 Zuschauern in der ausverkauften Commerzbank-Arena brachte der erneut starke Brasilianer Zé Roberto den HSV in der 8. Minute in Führung, Marco Russ (32.) erzielte jedoch den Ausgleich für die selten gefährlichen Hessen, die nach dem sechsten Spieltag ebenfalls noch ohne Niederlage sind.

Die Hanseaten konnten drei Tage vor dem DFB -Pokalspiel beim VfL Osnabrück selten glänzen. Frankfurt konnte zu Beginn der Woche mit drei Heimspielen - im Pokal gegen Alemannia Aachen und in der Liga am Samstag gegen den VfB Stuttgart - wenig offensive Impulse setzen. Dabei hatte ganz Frankfurt dem ersten Spitzenspiel der Eintracht seit der Saison 1993/'94 entgegengefiebert und Michael Skibbe “die Sehnsucht nach dem großen Fußball der 70er und 80er Jahre“ gespürt.

Frankfurts neuer Coach hatte darauf verzichtet, den umstrittenen Brasilianer Caio in der Offensive zu bringen und stellte Torjäger Ioannis Amanatidis dessen griechischen Landsmann Nikos Liberopoulos zur Seite. Drei Tage nach der 0:3-Pleite bei Rapid Wien baute Bruno Labbadia die Innenverteidigung des HSV etwas um und brachte Guy Demel für David Rozehnal.

Die Gastgeber hatten noch keinen einzigen vernünftigen Angriff vorgetragen, da schlug es hinten schon ein: Nach einem Freistoß von Nationalspieler Piotr Trochowski konnte Schlussmann Oka Nikolov den Ball nur wegfausten, und Mladen Petric legte für Zé Roberto auf, der zu seinem dritten Saisontreffer einköpfte. “Sicher ein Fehler: Ein Bundesliga-Torwart muss den anders abwehren“, meinte Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen .

Dem HSV war der Rückschlag in der Europa League zunächst nicht anzumerken: Angeführt von Zé Roberto und dem agilen Trochowski diktierten die Gäste das Geschehen. So fiel der Ausgleich für die bis dato biederen Frankfurter wie aus heiterem Himmel: Verteidiger Russ schoss den Ball nach Vorlage von Alexander Meier per Direktabnahme ins Tor. Zé Roberto vergab vor der Pause aus spitzem Winkel noch die Chance zur erneuten Führung.

Der 6. Bundesliga-Spieltag in Bildern

FC Schalke 04 - VfL Wolfsburg (1:2): Wolfsburg-Trainer Armin Veh traf auf seinen Vorgänger Felix Magath. © Getty
Die Punkte gingen nach Wolfsburg. © Getty
Das ist vor allem ihm zu veranken: Edin Dzeko traf doppelt. © Getty
Felix Magath versuchte es noch mit zwei offensiven Einwechselspielern, doch auch Kevin Kuranyi und Halil Altintop trafen nicht. Lediglich Höwedes war für Schalke erfolgreich. © Getty
2:1, Meister Wolfsburg kommt langsam wieder in Fahrt. © Getty
Borussia Mönchengladbach - 1899 Hoffenheim (2:4): Sechs Treffer in einem Spiel - so etwas bedeutet für die Zuschauer ein Spektakel, für Trainer wie Michael Frontzeck ein Ärgernis. © Getty
Erst schienen die Gladbacher auf Siegeskurs: Hier bejubeln sie ihr 2:0! © dpa
Doch dann kam Hoffenheim: Erst mit dem 2:1 durch Salihovic © Getty
Ibisevic holt den Ball aus dem Netz. Schließlich wollten die Hoffenheimer mehr. Und bekamen mehr! Maicosuel (86.), Obasi (89.) und Demba Ba (90.+1) trafen zum 4:2 für Hoffenheim. © dpa
Am Ende jubelten die Kraichgauer über einen Auswärtssieg. © Getty
VfL Bochum - FSV Mainz 05 (2:3): Ein Hauch von Ballett im Pott: Aristide Bance (hinten) und der Bochumer Andreas Johansson (r) © dpa
Mimoun Azaouagh (7.) und Diego Klimowicz (45.+1) schossen Bochum zweimal in Front. Für die Gäste erzielten der Österreicher Andreas Ivanschitz und der 18-jährige André Schürrle (52.) aber jeweils den zwischenzeitlichen Ausgleich, ehe Youngster Schürrle (auf dem Bild oben) die Partie sogar komplett drehte. © dpa
3:2! Auswärtssieg für die Mainzer mit Bundesliga-Trainer-Novize Tuchel. © Getty
Für Marcel Koller hingegen ... © Getty
... war es das letzte Spiel als Bochum-Coach. Er wurde am Sonntagabend entlassen. © dpa
Bayern München - 1. FC Nürnberg (2:1): Bewegende Momente vor Anpfiff. Mit einer Schweigeminute und einer Rede von Bayern-Manager Uli Hoeneß gedachten die Teams Dominik Brunner. Der Geschäftsmann hatte in München-Solln an einer S-Bahn-Station Zivilcourage bewiesen und wurde von zwei Jugendlichen ermordet. In solchen Momenten wirkt der Fußball unheimlich unwichtig. © Getty
Tore fielen erst in Halbzeit zwei: Erst trug sich Ivica Olic in die Torschützenliste ein. © Getty
Vorbereiter: Thomas Müller (Mitte) © Getty
Später schockte der Nürnberger Choupo-Moting die Bayern mit dem Ausgleich! © AP
Dann kam Daniel van Buyten! Der „stürmende Verteidiger“ köpfte das 2:1 und rettete den Bayern die Party zum Oktoberfest-Auftakt. © dpa
Hannover 96 - Borussia Dortmund (1:1): Punkteteilung in Niedersachsen. BVB-Trainer Jürgen Klopp musste zusehen, wie seine Spieler die Führung aus der Hand gaben. © Getty
Nuri Sahin traf in der 45. Minute für die Dortmunder. © Getty
Und kann sich vor Gratulanten nicht mehr retten. © Getty
Didier Konan Ya glich kurz nach Wiederanpfiff aus. © dpa
Für seinen überschwänglichen Jubel mit den Fans sah er allerdings die gelbe Karte. © Getty
VfB Stuttgart - 1. FC Köln (0:2): Die Kölner (Foto: Fabrice Ehret) haben sich zwar in Stuttgart ein paar Schrammen geholt, aber auch endlich den ersten Saisonsieg. © dpa
Herzliche Begrüßung vor Anpfiff: Die Trainer Zvonimir Soldo und Markus Babbel kennen sich aus gemeinsamen VfB-Zeiten. © AP
Sebastian Freis erzielte für die Kölner per Kopf den ersten Treffer. © AP
Den zweiten legte Sanou nach einem missglückten Lehmann-Ausflug Richtung Mittellinie nach - und feierte das Tor mit einem künstlerisch wertvollen Salto © dpa
So sieht Freude aus. Und Erleichterung! Die Kölner bejubeln ihren ersten Saisonsieg. © Getty
Eintracht Frankfurt - Hamburger SV (1:1): HSV-Trainer Bruno Labbadia bleibt mit seinem Team weiter unbesiegt. Gleiches gilt für die Frankfurter. Die beiden Teams trennten sich 1:1. © Getty
Das HSV-Tor besorgte Zé Roberto in der 8. Minute. Der Brasilianer erlebt in Hamburg seinen dritten Frühling. © Getty
Marco Russ (32.) erzielte jedoch den Ausgleich für die selten gefährlichen Hessen © Getty
Die Hessen jubeln über den Ausgleich. © Getty
Ioannis Amanatidis zeigt Kinn - doch am Ende durften sich die Frankfurter immerhin über einen Punkt freuen. © Getty
Hertha BSC - SC Freiburg (0:4): Für die Badener gab es jede Menge Grund zu tanzen. © Getty
Sie schossen die Berliner mit vier Toren aus dem Olympiastadion. © Getty
Doppelt erfolgreich: Ivica Banovic (unten) © Getty
Hertha bleibt Tabellenletzter. Immerhin: Die Spieler wagten sich nach Abpfiff zu ihren Fans in die Kurve. © Getty
Das Geschicht von Patrick Ebert spricht Bände: Auf die Berliner kommen schwere Wochen zu. © Getty
Bayer Leverkusen - Werder Bremen (0:0): Das Unentschieden gegen Werder Bremen war zu wenig: Bayer Leverkusen mit Trainer Jupp Heynckes (Foto) hat im Fernduell mit dem Hamburger SV die große Chance auf die Spitzenposition in der Fußball-Bundesliga vertan. © Getty
Der langzeitverletzte Bayer-Stürmer Patrick Helmes (Kreuzbandriss) ließ sich im Stadion blicken. © Getty
Markus Rosenberg ersetzt Marko Marin: Doch auch die Einwechslungen auf beiden Seiten brachten am Ende keine Torschützen. © Getty
Die Partie fand keinen Sieger, aber Naldo und Claudio Pizarro dürften mit dem Auswärtspunkt zufrieden sein. © Getty
Mannschaftsübergreifende Scherze nach Schlusspfiff. Ging es um Stefan Kießling (2.v.r.)? Der Leverkusen-Stürmer blieb im sechsten Spiel erstmals ohne Tor. © Getty

Selten zur Geltung kam beim HSV auf dem linken Flügel der niederländische Jung-Nationalspieler Eljero Elia, der meistens von Mike Franz gestoppt wurde. Völlig unter ging der schwedische 10- Millionen-Euro-Mann Marcus Berg, der erneut den verletzten Paulo Guerrero nicht ersetzen konnte und in der Halbzeit in der Kabine bleiben musste. Fünf Minuten später hätte der für Berg eingewechselte Jonathan Pitroipa nach einem Missverständnis in der Eintracht-Abwehr das 2:1 erzielen müssen, schoss aber am linken Pfosten vorbei.

Obwohl Skibbe angekündigt hatte, so offensiv wie möglich zu spielen, war davon auf dem Platz auch nach dem Wechsel nichts zu sehen. Der nach einer Stunde eingewechselte Caio konnte keine Impulse mehr setzen. Beide Teams schienen frühzeitig mit dem Remis zufrieden. Eine Minute vor Schluss hatte Frankfurts Meier dann sogar den Siegtreffer auf dem Kopf, verfehlte aber knapp das HSV-Tor.

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