Ribéry enttäuscht

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Enttäuscht: Karim Benzema (l.) und Franck Ribéry.

Paris - Der Rekord-Champion am Ziel seiner Träume, der Europameister dicht davor - doch für die “Grande Nation“ geht das große Zittern um einen Platz bei der Weltmeisterschaft 2010 weiter.

 “Das Ergebnis ist wie eine Niederlage“, lamentierte Bayern-Star Franck Ribéry nach dem dürftigen 1:1 der Franzosen gegen Rumänien. Während Ottmar Hitzfeld mit dem 2:0 der Schweiz gegen Otto Rehhagels Griechen die Weichen in Richtung WM -Teilnahme stellte, verspielte Weltfußballer Cristiano Ronaldo mit Portugal durch das 1:1 in Dänemark praktisch schon die Direkt-Qualifikation. Die ist für den kontinentalen Titelträger Spanien nach dem 5:0 gegen Belgien nur noch Formsache. Als siebtes Team löste Brasilien am Wochenende durch das 3:1 beim Erzrivalen Argentinien die Fahrkarte für Südafrika.

Auch “Joker“ Ribéry konnte nicht verhindern, dass die “Equipe Tricolore“ erneut Federn ließ. “Wir sind sehr enttäuscht, denn wir wollten drei Punkte, bevor wir am Mittwoch in Serbien spielen“, klagte der Wahl-Münchner, erst in der 57. Minute eingewechselt. Doch ein Eigentor von Julien Escude (55.) machte Frankreichs Führung durch Thierry Henry (48.) zunichte. Raymond Domenech gab sich dennoch kämpferisch. “Unser Ziel ist die Qualifikation - egal wie“, stellte der Coach unmissverständlich klar.

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Aber schon am Mittwoch entscheidet sich beim Tabellenführer in Belgrad, ob Frankreich noch Platz eins in der Gruppe 7 erreichen kann oder für die Relegation planen muss. Das gleiche Schicksal droht dem teuersten Spieler der Welt und seinen Kollegen. Mit dem späten 1:1 in Kopenhagen erhielt Liedson (86.) Cristiano Ronaldo und Co. immerhin noch die Chance auf Platz zwei in der Gruppe 1. “Wir sind traurig, weil wir wissen, dass wir besser sind. Die Qualifikation hängt nicht mehr von uns ab, aber wir glauben noch daran“, meinte der Real-Star trotzig. Am Mittwoch in Ungarn ist für die Portugiesen ein Sieg Pflicht, soll der WM -Zug nicht ohne sie abfahren. Denn mit Dänemark, Ungarn und Schweden (2:1 bei den Magyaren) liegen in der Tabelle drei Teams vor dem Vize- Europameister von 2004.

Dagegen legte Spanien mit dem siebten Sieg im siebten Spiel den Grundstein, um sich am Mittwoch gegen Estland die WM -Teilnahme sichern zu können. David Villa und David Silva trafen gegen die überforderten Belgier jeweils doppelt. Nach dem deutschen Trainer-Duell in Basel hatte nur Ottmar Hitzfeld Grund zum Strahlen, denn das 2:0 gegen Griechenland durch späte Tore von Stephane Grichting (83.) und Marco Padalino (88.) hielt die Eidgenossen auf Kurs. “Unsere Ausgangslage hat sich nun stark verbessert“, frohlockte Hitzfeld. F

ür seinen Kollegen Rehhagel war Referee Frank de Bleeckere der Sündenbock. “Du kannst keinen Spieler für solch eine Kleinigkeit runterstellen“, schimpfte der 71- Jährige auf den Belgier, der Loukas Vyntra nach einer Rangelei Rot zeigte. Die griechische Presse witterte gar einen Skandal. “Der Schiedsrichter schickt Blatters Schweizer zur WM “, titelte “Sportday“. In der “deutschen“ Gruppe 4 hielt Russland durch das 3:0 gegen Liechtenstein Anschluss, Tschechien kann sich dagegen von seinen WM - Hoffnungen verabschieden. Nach dem 2:2 im Bruderduell gegen die Slowakei rangiert das Team von Ivan Hasek an vorletzter Stelle in Gruppe 3. Ex-Bundesligaprofi Jan Koller erklärte in Bratislava zum zweiten Mal nach 2008 seinen Rücktritt aus dem Nationalteam. “Jetzt ist es Zeit für Jüngere. Ich bin nicht mehr gut genug“, erkannte der 36 Jahre alte frühere Dortmunder.

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Obwohl sein Team als Spitzenreiter alle Trümpfe für die erste WM -Teilnahme in der Hand hält, warnte der slowakische Trainer Vladimir Weiss vor verfrühtem Jubel: “Es ist noch ein weiter Weg für uns. Die Gruppe ist noch offen.“ Ein Sieg am Mittwoch in Nordirland wäre aber ein weiterer großer Schritt. Während der fünffache Champion Brasilien im argentinischen Rosario seine Südafrika-Reise perfekt machte und den ungeliebten Diego Maradona im Kampf um das WM -Ticket in die Bredouille brachte, feierte der Weltmeister am viertletzten Spieltag der Europa-Qualifikation einen Erfolg aus dem Kuriositätenkabinett: Durch zwei Eigentore des beim AC Mailand unter Vertrag stehenden Georgiers Kakha Kaladse siegte Italien in Tiflis 2:0 und behauptete Platz eins in Gruppe 8.

dpa

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