WM-Auftakt missglückt

Löw erklärt das Debakel gegen Paraguay

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Bei dieser deutschen Abwehr kann einem Angst und Bange werden.

Kaiserslautern - Nach dem enttäuschenden 3:3 der deutschen Nationalmannschaft bei der WM-Qualifikation gegen Paraguay muss Trainer Joachim Löw erneut die großen Lücken in der Defensive erklären.

Joachim Löw fluchte, flehte und konnte es nicht fassen. Wieder kassierten seine Stars gleich eine ganze Packung Gegentore, wieder fehlte die Balance zwischen attraktivem Offensivspiel und den Defensivaufgaben. „Klar haben wir schon zu oft nicht zu null gespielt. Wir müssen das wieder lernen“, betonte Manuel Neuer mit Blick auf die nächste Aufgabe der Nationalmannschaft am 6. September gegen Österreich in München.

Zwar scheint die WM-Qualifikation nur noch Formsache, aber der Auftritt beim 3:3 gegen Paraguay nährte auch wieder die Zweifel an jenen Qualitäten, die für die Titelmission in Brasilien im kommenden Fußball-Sommer nötig sind.

Unentschieden: DFB-Elf blamiert sich gegen Paraguay

Unentschieden: DFB-Elf blamiert sich gegen Paraguay

Bereits nach 13 Minuten lag das Team von Joachim Löw gegen die in der WM-Qualifikation bereits gescheiterten Südamerikaner in Kaiserslautern durch Jose Nunez (9.) und Wilson Pittoni (13.) mit 0:2 im Hintertreffen. Ilkay Gündogan (18.) und Thomas Müller (31.) glichen vor 47 522 Fans im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion zwar aus. Miguel Samudio (45.) brachte die Gäste nochmals in Führung, ehe der Leverkusener Lars Bender (75.) zumindest noch das Remis rettete.

"Elementare Fehler"

„Wir haben gesehen, dass wir zwei, drei Dinge im taktischen Bereich falsch gemacht haben. Das waren elementare Fehler“, bemerkte Bundestrainer Löw nach einer Vorstellung, die zum Start der WM-Saison weit mehr Fragen als Antworten brachte. Vier Gegentreffer gegen Schweden, vier gegen die USA, jetzt wieder drei in Kaiserslautern: Das Defensiv-Dilemma hält an.

„Gerade am Anfang hatten wir einige Konzentrationsfehler, vor allem individuelle Fehler in der Abwehr. Wir sind nicht richtig ins Spiel gekommen“, bemerkte Löw zum ernüchternden Remis gegen Fußballer aus Paraguay, die gleich dreimal die Defensiv-Defizite der DFB-Auswahl aufzeigten und bestraften. „Es ist eine große Freude, gerade gegen eine der großen Nationalmannschaften drei Tore zu schießen“, jubelte Paraguays Trainer Victor Genes.

Elf Gegentore in sechs Spielen hat das deutsche Nationalteam in diesem Jahr schon geschluckt. Die Korrekturen im Teamgefüge sind offenbar schwieriger, als der Bundestrainer und sein Personal das annehmen. „Wenn man nur zweimal trainiert, ist es schwer“, sagte Kapitän Philipp Lahm: „Vor dem nächsten Länderspiel haben wir ein paar Tage Zeit. Wenn die Spieler aus verschiedenen Vereinen kommen, wo die Philosophien etwas unterschiedlich sind, ist es ganz normal, dass wir es verbessern müssen.“

Gegen Österreich und auf den Färöer im kommenden Monat können Lahm & Co. die WM-Tickets schon fest buchen, wenn auch die Konkurrenz ein wenig mitspielt. Doch der Maßstab ist schon jetzt die absolute Weltspitze. Mit einem Defensiv-Verhalten wie gegen Paraguay oder jüngst gegen die USA (3:4) können Löw und seine Spieler im Sommer 2014 schnell ein Debakel erleben.

„Das muss man abstellen, wenn man ganz nach oben will“, betonte Lukas Podolski: „Man muss vorne die Dinger machen und hinten möglichst wenig kassieren, um am Ende das Ziel zu haben, in Brasilien den Titel zu holen. Daran werden wir arbeiten.“ Löw kündigte zunächst eine Aufarbeitung des ersten Saisonspiels an: „Man hat gesehen, dass bei dem einen oder anderen Spieler ein bisschen die Frische gefehlt hat. Ich bin absolut überzeugt, dass die Mannschaft und jeder Einzelne im September verbesserte Form zeigt.“

dpa

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