DFL-Chef im Interview

Seifert: DFB-Pokal mit über 200 Teams vorstellbar

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Seifert (re.) mit dem ehemaligen Präsident des FC Bayern, Karl Hopfner. 

Berlin - DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hält die Aufstockung des DFB-Pokals für eine gute Idee, eine WM mit mehr Teams aber nicht. 

Christian Seifert, der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), kann sich eine Aufstockung des DFB-Pokals von 64 auf bis zu 256 Mannschaften vorstellen. „Dadurch hätten mehr Amateurvereine die Chance, von den Pokal-Einnahmen zu profitieren. Bei diesem Modus müssten international spielende Bundesligisten nicht schon Mitte Juli im Pokal spielen“, sagte der DFL-Chef der „Bild am Sonntag“.

So könnten die Amateurvereine die ersten Runden unter sich bestreiten, ehe schließlich die Top-Clubs einsteigen. „Aber daraus dann 'Bundesliga fordert Freilos' zu machen, ist nicht in Ordnung“, ergänzte Seifert. Es gehe vielmehr um eine grundlegende Reform.

Seifert fordert Abschaffung der Club-WM

Eine mögliche Aufstockung der WM auf 48 Mannschaften ist für Seifert dagegen „sportlich Unsinn“. Vielmehr glaubt Seifert, dass Weltverbands-Chef Gianni Infantino mit diesem Vorschlag seine persönliche Machtstellung festigen will. „Das System der FIFA ist nun mal, dass der Präsident von 211 Nationen der Welt gewählt wird. (...) Und am Ende fragen diese Länder, was er für sie tut, damit sie ihn wählen“, sagte der DFL-Chef.

Die FIFA befinde sich laut Seifert in einem „Hamsterrad, aus dem sie nicht mehr rauskommt“. Es gebe die Forderung der Nationalverbände nach mehr Geld, dafür müsse die FIFA ihre Wettbewerbe ausweiten. Das gehe zu Lasten der Clubs, in der diese Spieler angestellt sind. „Ich kann derzeit nicht ausschließen, dass es dann in den nächsten Jahren zu einem unglaublichen Machtkampf kommt“, ergänzte Seifert.

Sollte die FIFA damit beginnen, die nationalen Top-Ligen zu reduzieren, um mehr Zeitfenster für FIFA-Wettbewerbe zu haben, sei spätestens der Zeitpunkt erreicht, dagegen aufzustehen. So fordert Seifert auch die Abschaffung der Club-WM. Dieser Wettbewerb interessiere keinen. „Jetzt soll ein neues Format gefunden werden? Warum muss man ein neues Format finden? Ich frage mich: Warum kann man die Club-WM nicht einfach abschaffen?“

dpa

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