Rätsel um Enke - Löw setzt Frist

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Robert Enke ist an einem bislang unbekannten Infekt erkrankt, sein Einsatz gegen Russland ist unsicher.

München - Die Ärzte tappen bei der rätselhaften Erkrankung von Robert Enke weiter im Dunkeln, eindeutige Vorgaben für einen Einsatz des Fußball-Nationaltorhüters im Länderspiel des Jahres kommen dagegen von Joachim Löw.

“Wenn er erst eine Woche vor der Abreise nach Russland das Training aufnimmt, wird er in Moskau eher nicht spielen“, sagte Löw am Montag im “kicker“ im Hinblick auf die WM-Qualifikationspartie am 10. Oktober in Moskau. “Denn um optimale Leistung bringen zu können, braucht man neben körperlicher Fitness auch den Rhythmus regelmäßiger Einsätze“, betonte Löw.

Deutschland besiegt Aserbaidschan: Die Bilder

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in Hannover gegen Aserbaidschan drei wichtige Punkte auf dem Weg zur WM gesammelt. Hier sehen Sie die Bilder vom 4:0-Sieg. © Getty
Prominenz auf der Tribüne: Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger wollte sich das Spiel nicht entgehen lassen. © Getty
Marko Marin (l.) und Christian Gentner dürfen nicht gegen den Ball treten, haben aber beste Sitzplätze. Gentners Handy erscheint ihnen dennoch spannender. © dpa
So klein mit Hut: Ein deutscher Fan hat schwer zu tragen. © dpa
Aserbaidschan wird von Berti Vogts trainiert. Ob der Ex-DFB-Trainer innerlich die deutsche Nationalhymne mitgesungen hat, war nicht zu ermitteln. © dpa
In der zweiten Etage: Bastian Schweinsteiger. Im Erdgeschoss: Samir Abbasov © Getty
Die deutsche Elf beginnt schwungvoll und kommt zu guten Chancen, doch scheitert zunächst, wie hier durch Mario Gomez. © AP
Keeper René Adler, der als Enke-Vertreter den Vorzug gegenüber Manuel Neuer bekam, muss tatenlos zusehen. © Getty
Dann haefen die Gäste mit: Lukas Podolski wird im Strafraum gefoult, der Schiedsrichter zeigt auf den Punkt. An diesem Foto sehen Sie ziemlich genau: Mario Gomez, Schiri Anastasios Kakos  und Lukas Podolski haben ein Foul gesehen, nach Ansicht der vier Aserbaidschaner war da gar nichts! Doch den Strafstoß gibt es! © AP
Ein Fall für den Capitano! © AP
Michael Ballack schießt. © dpa
Der Keeper auf dem Weg in die linke, der Ball auf dem Weg in die rechte Ecke. © AP
Bedeutet übersetzt so viel wie ... © Getty
... Tor! © Getty
Käptn Ballack freut sich. © Getty
Seine Mitspieler freuen sich. © Getty
René Adler freut sich. © Getty
Und Joachim Löw freut sich. Er allerdings eher innerlich. Ein Lächeln darf dennoch sein. © Getty
Doch die gute Laune vergeht dem Bundestrainer recht schnell. © Getty
Dass seine Mannschaft sich auf der Führung ausruht ... © Getty
... macht nicht nur Joachim Löw sauer. © Getty
Sondern auch Keeper René Adler. © Getty
Berti Vogts lässt das Spiel nicht aus den Augen. © dpa
Joachim Löw auf dem Weg in die Kabine. Da ist jemand mächtig angefressen. Trotz der 1:0-Führung. Der erzürnte Bundestrainer muss seiner Mannschaft in der Pause die Leviten gelesen haben. Denn die steigert sich in Hälfte zwei. © AP
Aserbaidschans Abasov erleichtert den Deutschen die Aufgabe. © dpa
Der gelb-vorbelastete Kapitän sieht in der 50. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte. © dpa
54. Minute: Lahm, der auf die linke Seite gewechselt war, zieht nach innen, passt quer durch den Strafraum flach zum eingewechselten Klose. © Getty
Der Bayern-Angreifer trifft aus acht Metern ins kurze Eck. © Getty
Der Torjäger jubelt. © 
Das ist die Vorentscheidung! Auch die Kollegen freut‘s! © Getty
66. Minute: Klose legt nach. Der eingewechselte Beck flankt von der rechten Seite in die Mitte, dort steht Klose, der aus sehr spitzem Winkel mit dem rechten Fuß einnetzt. © Getty
Was für eine Befreiung! © Getty
Beim FC Bayern München ist der Stürmer ins zweite Glied gerückt, im Nationalelf-Trikot läuft es bestens. © Getty
71. Minute: Podolski darf auch mal, nach einem schönen Spielzug der Deutschen. Özil tänzelt am Strafraumeck die Gegenspieler aus, flankt zu Ballack, der legt mit dem Kopf auf den völlig freien Podolski. Der Wieder-Kölner trifft aus kurzer Distanz mit links ins lange Eck. © dpa
Podolski läuft zu Miroslav Klose zum Jubeln. © dpa
Das Spiel endet mit 4:0, und die deutsche Fuball-Nationalmannschaft ist der WM 2010 in Südafrika wieder ein Stück näher gekommen. © Getty

Die Uhr tickt damit gegen den Schlussmann von Hannover 96. Der 32- Jährige soll zwar nach Angaben seines Clubs “in den nächsten Tagen wieder mit individuellem Training beginnen“, der Zeitpunkt für eine Rückkehr in den Spielbetrieb ist aber völlig ungewiss. Bluttests im Hamburger Tropeninstitut haben nur ergeben, dass “keine ansteckende Krankheit“ vorliegt. Weitere Untersuchungen bei verschiedenen Experten seien aber notwendig, parallel dazu muss sich Enke einem Belastungstest unterziehen. Erst danach ist eine Rückkehr in die reguläre Trainingsarbeit möglich.

Enke droht damit die Zeit davonzulaufen. Nur noch drei Wochen sind es bis zur Zusammenkunft der Nationalelf am 5. Oktober in Mainz, davor stehen noch drei Bundesligaspieltage auf dem Programm. Das ist nicht viel für Enke, der vor seiner Erkrankung von Löw zur Nummer 1 für die Punktspiele bis Jahresende ausgerufen worden war, um wieder den geforderten Spielrhythmus zu haben.

Jeder Tag, den Enke ausfällt, steigen die Chancen von René Adler. Der Leverkusener wäre nach seinen tadellosen Leistungen im Testspiel gegen Südafrika (2:0) und in der WM-Qualifikation gegen Aserbaidschan (4:0) der logische Enke-Vertreter für Moskau. “Ich habe gezeigt, dass man sich auf mich verlassen kann“, hatte Adler nach seinem gelungenen Comeback im Nationalteam erklärt. Der 24-Jährige stand auch beim 2:1- Hinspielsieg gegen die Russen vor einem Jahr im Tor, feierte damals in Dortmund ein tolles Länderspiel-Debüt.

Löw ist in Gedanken schon intensiv mit der Herausforderung in Moskau beschäftigt. Mit nur einem Punkt Vorsprung geht die deutsche Elf in das vorletzte Gruppenspiel - nur der Erste qualifiziert sich direkt für die WM-Endrunde 2010 in Südafrika. “Die Russen sind mit uns auf Augenhöhe“, sagte Löw. Kommende Woche wird er mit seinem Trainerstab und Chefscout Urs Siegenthaler bei einer Klausur in Frankfurt die Marschroute für das Endspiel festlegen. Der Kader wird sich kaum vom letzten unterscheiden. “Wir haben hundertprozentiges Vertrauen in die Spieler, die dabei waren“, sagte Löw.

Schwerpunkt der Vorbereitung wird die Gewöhnung an den ungewohnten Kunstrasen sein, auf dem in Moskau gespielt wird. “Im Grunde genommen entsteht auf Kunstrasen ein komplett anderes Spiel“, meinte Löw. Aus diesem Grund zieht er seinen Kader in Mainz zusammen, wo man auf einem identischen Kunstrasen trainieren kann. “Ich muss noch herausfinden, wie man sich am schnellsten darauf einstellt“, erklärte Löw.

Einen Einblick gewährte der Bundestrainer im “kicker“-Interview auch schon in seine taktischen Überlegungen für das Topspiel, in dem der DFB-Elf schon ein Unentschieden reichen könnte, weil man dann im abschließenden Heimspiel in Hamburg gegen Finnland mit einem Sieg Platz eins aus eigener Kraft perfekt machen könnte. “Die Tendenz geht dahin, einen offensiven durch einen defensiveren Spieler zu ersetzen. In Russland brauchen wir mehr Spieler, die ihre Stärken in der Balleroberung haben“, sagte Löw.

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