Verstoß gegen Fairplay und Corona-Vorschriften

Corona-Skandalvideo: Hammer-Strafe für Valerien Ismael und den Linzer ASK

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Valerien Ismael ist Trainer vom Linzer ASK. In seiner aktiven Zeit spielte der französische Innenverteidiger in der Bundesliga für Werder Bremen, den FC Bayern und Hannover 96. 

Österreich - Der österreichische Fußball-Bundesligist Linzer ASK mit Trainer Valérien Ismaël ist für verbotene Mannschaftstrainings in Corona-Zeiten bestraft worden.

Update: Sechs Punkte Abzug für LASK

Der Club wurde am Donnerstag vom Senat 1 der österreichischen Bundesliga mit einem Abzug von sechs Punkten und einer Geldstrafe von 75 000 Euro belegt. Begründet wurde das Urteil mit Verstößen gegen den Grundgedanken des Fairplay. Der LASK will die Strafe nicht hinnehmen und kündigte Einspruch an. 


Durch den Punktabzug rutschte der Verein von Platz eins auf zwei und liegt vor der Fortsetzung der Saison vom 2. Juni an nun drei Zähler hinter dem Serienmeister RB Salzburg. In der österreichischen Liga stehen noch zehn Spieltage aus. 

Österreichs Fußball-Bundesliga hatte am 14. Mai ein Verfahren gegen den LASK eingeleitet. Der Liga waren Videos übermittelt worden, die eine Trainingseinheit des Vereins zeigten. Statt des zu dem Zeitpunkt nur in Kleingruppen erlaubten Trainings war darauf ein Mannschaftstraining zu sehen. 


Der Club räumte später ein, viermal unrechtmäßig Mannschaftstrainings abgehalten zu haben. Der ehemalige Bayern- und Werder-Profi Ismaël als LASK-Trainer und auch Vizepräsident Jürgen Werner entschuldigten sich dafür bei einer Pressekonferenz.

Erstmeldung:

Die österreichische Fußball-Bundesliga hat nach der Sichtung von Videoaufnahmen eines mutmaßlichen Mannschaftstrainings ein Verfahren gegen den Linzer ASK eingeleitet. Auf Basis von Indizien sei "vom Vorstand ein Verfahren beim zuständigen Senat 1 wegen eines möglichen Verstoßes gegen den Grundgedanken des Fairplay eingeleitet und der Klub zur Stellungnahme aufgefordert" worden, teilte die Liga am Donnerstag mit.

Dem Verband liegen mehrere Aufnahmen vor, die eine Trainingseinheit des LASK zeigen. Darauf ist zu sehen, wie der Bundesligist entgegen dem Beschluss aller Erstligisten ein reguläres Mannschaftstraining abhält. Ursprünglich hatten die Vereine sich am 16. April darauf verständigt, lediglich in Kleingruppen zu trainieren, wenn dies behördlich zugelassen werde. Die Saison wird ab dem 2. Juni fortgesetzt.

Möglicher Meistertitel in Gefahr

Der Strafrahmen wegen eines möglichen Fairplay-Verstoßes reicht laut der Rechtspflegeordnung des ÖFB von einer Ermahnung über eine Geldstrafe und Punktabzügen bis zu einem Zwangsabstieg und einem Ausschluss aus dem ÖFB.

Der LASK hat als Tabellenerster, mit sechs Punkten Vorsprung auf den ZWeiten aus Salzburg, die historische Chance die Meisterschaft zu holen. Es wäre der zweite Meistertitel nach 1965. Das mögliche Fehlverhalten könnte dem Team von Coach Valerien Ismael den Titel kosten.  

Laut Informationen der Bild protestieren die anderen elf Bundesligisten bereits gegen das mutmaßliche Verhalten des LASK. In einer gemeinsamen Stellungnahme heißt es, die Bilder dokumentieren klar, dass die Linzer ein Training mit vollem Körperkontakt absolviert haben. Obwohl die zuständigen Ministerien dieses strikt verboten hatten.

LASK reagiert, verzichtet aber auf Dementi

Der LASK reagierte am Donnerstagabend. "Um den Spiel- und Trainingsbetrieb nicht zu gefährden, unterzieht der LASK seine Spieler seit längerem auf eigene Kosten engmaschigen PCR-Testungen. Weil für uns die Gesundheit aller Beteiligten an erster Stelle steht, wurden die Intervalle der Tests bewusst kurzgehalten", teilte der Verein mit. Die Verantwortlichen gaben gleichzeitig zu, im Training "Abstandsregeln nicht konsequent eingehalten" zu haben. Den Verstoß des Fair-Play-Gedanken nahmen sie "zu Kenntnis", kommentierten ihn aber nicht wirklich. 

LASK beklagte Wirtschaftsspionage 

Der LASK betonte in der Mitteilung, dass es dem Club „fern lag und liegt, uns – wie nun unterstellt wird – durch Trainingsmaßnahmen einen unfairen Wettbewerbsvorteil zu erschleichen. Wie eine im Rahmen eines nächtlichen Einbruchs illegal angebrachte Kamera festgehalten hat, wurden offenbar im Training die Abstandsregeln nicht konsequent eingehalten. Wir nehmen dies zur Kenntnis und werden mit dem Senat 1 der Bundesliga in jeglicher Form kooperieren und uns dort erklären.“

mz/mit Material der dpa

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